Anthropomorphismus – Wenn der Partner mit Pflanzen und Tieren spricht

Der Partner kann manchmal ziemlich verrückte Verhaltensweisen an den Tag legen. Mein Herzblatt ist Profi im „mit Tier und Technik sprechen“. Für das liebevolle Zureden und die Zuschreibung von menschlichen Eigenschaften auf alles, was eigentlich gar nicht menschlich ist, gibt es einen Fachbegriff: Anthropomorphismus. Klingt nach einer Superkraft, ist es auch <3

Mein Herzblatt spricht mit Pflanzen und Tieren – Ich liebe ihn dafür!

„Diese Leere im Bett“- auf beziehungsweise-magazin.de

Fragt man mich was das Schlimmste am Singledasein ist, antworte ich: Das alleine Schlafen. Dieses Gefühl, welches sich einstellt, wenn man neben sich greift und dort nichts ist außer eine kalte Decke, kann bedrückend sein. Mein Tipp: Holt euch einen Mautzer ins Bett. Beziehungsweise hat für diesen neuen Text sogar das perfekte Titelbild gewählt. Auch wenn meine Mietzen natürlich noch ein bisschen süßer sind 😉

Diese Leere im Bett

Ich will nicht, dass sich Menschen an Heizungen kuscheln, damit ihnen etwas wärmer wird

Wow! Einfach nur Wow! Am Samstag teilte fischundfleisch.com auf Facebook einen meiner Artikel. Das war vorher nicht angekündigt, umso mehr war ich positiv überrascht. Die Reaktionen auf den Artikel, haben mich schlichtweg umgehauen! Aktuell um die 50 Likes, 17 mal geteilt. Das mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, aber für mich ist das ein großer Erfolg! Richtig vom Hocker gehauen, haben mich die vielen Kommentare. Was mir durch die Bank weg auffiel: das Alter verändert so einiges! Gerade in Bezug auf die Zufriedenheit mit dem Single-Status.

Fischundfleisch.com hat hauptsächlich Leser zwischen Mitte 30 und Mitte 50. Also schon etwas älter als ich. So wie sich Menschen verändern, verändern sich mit dem Alter auch die Probleme. Wie oft habe ich gelesen, dass es kaum etwas Schöneres gibt, als Single zu sein. Oftmals ersetzen Haustiere den Partner. Ich habe mich gefragt, wie sich die Ansichten über die Lebensjahre hinweg so verändern können. Meiner Ansicht nach, hat das viel mit dem biologischen Sinn des Lebens zu tun. Hat man erstmal mit einem Partner ein oder mehrere Kinder in die Welt gesetzt, diese aus dem Gröbsten raus gebracht, ist der biologische Sinn und Zweck einer Beziehung zum größten Teil erfüllt. Manchmal hält ein Paar eben nicht mehr zusammen, als der gemeinsame Hauskredit.

Besonders auffällig bei den vielen tollen Kommentaren unter meinem Text war, dass vor allem Frauen dazu neigen, das Singleleben zu suchen und auch zu genießen. Oftmals entsteht folgende Konstellation: Frau + Haustier. Diese Konstellation gibt es natürlich auch bei Männern, ich denke jedoch, dass dort die Anzahl geringer ist. Ein Haustier gibt einem unglaublich viel, das spüre ich jeden Tag aufs Neue. Ohne meine Mietzekatze wäre ich vermutlich schon depressiv geworden. Ich habe ein Wesen, um das ich mich kümmern kann und welches mir viel Zuneigung zurückgibt. Bin ich dienstlich unterwegs, kann ich kaum schlafen, da mir meine Mietz auf dem Bauch fehlt. Sie passt auf mich auf und sorgt dafür, dass ich mich nicht allein fühle. Was für mich eher eine „Übergangslösung“ ist, scheint im Alter zu DER Lösung zu werden.

Ein Haustier liebt Bedingungslos. Solange wir ihm Aufmerksamkeit und Futter schenken, hat es uns lieb. Das kann man vom Menschen leider nicht sagen. Menschen können nachtragend sein, unfair und gefühlskalt. Oberflächlich betrachtet ist es also eine logische Konsequenz, dass wir nach den „biologischen Notwendigkeiten“ den Menschen an unserer Seite gegen ein Haustier austauschen. Das ist meiner Ansicht nach eine sehr „moderne“ Entwicklung, da wir nicht mehr auf eine andere Person angewiesen sind. Gerade Frauen hatten in der Vergangenheit selten die Möglichkeit, unabhängig zu leben. Sie mussten sich damit arrangieren, den Lebensunterhalt von einem Mann sichern zu lassen. Die Zeiten sind vorbei.

Interessanterweise gibt es wenige Männer, die im höheren Alter mit ihrem Singlestatus zufrieden sind. Ein Leser schrieb, ihm wäre Körperwärme nicht vergönnt und er müsse da eher mit der Heizung kuscheln. Das hat mich schon getroffen. Wie kommt es, dass Frauen so viel besser allein zu recht kommen? Suchen sich Frauen eher eine „Ersatzaufgabe“? Etwas um das sie sich kümmern können? Gelegentlich höre ich, dass Single-Männern um die 50 eine Aufgabe fehlt, eine Daseinsberechtigung. Das ist irgendwie eine ziemlich traurige Vorstellung.

Wenn ich mir vorstelle, wie sich die Gesellschaft noch weiter in diese Richtung entwickelt, besorgt mich das. Single-Frauen mit Katze bzw. Hund, die glücklich ihren Kaffee in der Sonne schlürfen, und im Gegensatz dazu die verbitterten Männer, die sich nicht gebraucht fühlen. Das Bild was da in meinem Kopf entsteht, ist für mich nicht erstrebenswert. Vielleicht ist das auch nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus der Realität den ich da wahrnehme, aber allein der reicht.

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich an diesem Leben noch etwas ändert? Ich meine, umso älter man wird, desto mehr scheut man Veränderungen! Es ist doch so einfach und unkompliziert, sich nicht auf einen Menschen einstellen zu müssen. Jeder stirbt für sich allein, sagt man. Aber wenn einen dann niemand vermisst, und das Haustier irgendwann etwas zu fressen sucht…okay, schlimme Gedanken, lassen wir das an dieser Stelle!

Vielleicht kann mich jemand aufklären, wie das alles weitergehen soll. Ich will viel öfter lesen: „Ich bin glücklich verheiratet, ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als morgens neben meinem Partner aufzuwachen.“ Und das möchte ich bitte durch alle Altersgruppen lesen! Egal ob 20 oder 80. Ich will nicht, dass sich Menschen an Heizungen kuscheln, damit ihnen etwas wärmer wird.

Persönlicher Knutsch-Sklave Teil 2

„Wie man eine solche Nacht einfach vergessen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ – so endete mein Artikel „Mein persönlicher Knutsch-Sklave“ Ich dachte die Geschichte ist durch, aber manchmal irrt man sich.

Die Information, dass der Herr eine Freundin hätte, stellte sich als veraltet heraus. Nach ca. einer Woche, antwortete er auf meine Nachricht und wir begannen lose Kontakt zu halten. Zufälligerweise, war er spontan Freitagabend in der Stadt. Ich ließ es mir nicht nehmen, mich mit ihm für den Abend zu verabreden. Es verwunderte mich, dass er direkt zustimmte.

Als Treffpunkt wählte ich die Bar, in der wir uns kennenlernten, meine Stammbar. Pünktlich wie ich immer bin, lief ich 10 min vor der verabredeten Zeit auf die Bar zu. Es war schon dunkel und ich sah vor dem Eingang einen Herren stehen, der meiner Verabredung verdammt ähnlich sah. Ich lächelte, er lächelte zurück. Umso näher ich kam, desto klarer wurde mir, dass es sich nicht um meine Verabredung handelte. Das Sprachzentrum meines Gehirns hatte dies aber noch nicht gecheckt und so rief ich ihm zu: „Hey, du bist ja pünktlich, und Anschluss hast du anscheinend auch schon gefunden!“. Neben ihm stand ein Typ, der mich ziemlich entgeistert anschaute. Das Lächeln meiner verwechselten Verabredung entwickelte sich schnell zu einem ungläubigen Grinsen. „Oh sorry, ich sehe gerade, ich verwechsele dich, ich bin hier eigentlich verabredet.“, versuchte ich mich aus der Situation zu retten.

Ich stellte mich ein paar Meter weiter und griff hastig nach meinem Smartphone, um mich ablenken zu können. Kurz darauf bat mir der verwechselte Herr eine Zigarette an, welche ich ablehnte. Eigentlich ganz süß der Junge, aber mir war die Situation einfach zu peinlich.

10 min zu spät erschien dann auch der richtige Herr an meiner Seite. Er sah gut aus! Verdammt gut aus! Strahlend blaue Augen, ein breites Lächeln, ich war hin und weg. Direkt zur Begrüßung drückte er mir einen dicken Kuss auf, was mich leicht aus dem Konzept brachte.

Mit einem leckeren Gin Tonic anstoßend, ließen wir den gemeinsamen Abend vor 2 Wochen Revue passieren. Laut lachend, verstanden wir uns blendend. Ab und zu griff er einfach über den Tisch zwischen uns, zog mich zu sich heran und küsste mich. Traumhaft! Leider fiel mir zu spät auf, dass wenige Meter neben uns P. stand, mein Kryptonit, der Mann, neben dem ich nur Mist fabrizierte. Er beobachtete uns, wie wir händchenhaltend und knutschend am Tisch saßen. Verdammt! Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich sowieso keine Chance bei P. hatte.

Drei Gin Tonics später, beschlossen wir zu gehen. Wie fest hatte ich mir vorgenommen, diesen Herren NICHT mit nach Hause zu nehmen. Ich wollte ein Bier trinken, quatschen, und mich dann alleine auf den Heimweg machen. Pustekuchen! Der Rückweg zog sich in die Länge: Händchenhalten, Knutschen…Knutschen….Knutschen….laufen. Das in wechselnder Reihenfolge. Noch schnell ein Selfie für den Freundeskreis geschossen, „Meins!!“ drunter geschrieben und ab ging es zu mir nach Hause.

Wir brachten zu Ende, was wir vor 2 Wochen begonnen hatten. Wir mochten uns, das kann man nicht bestreiten. Sogar meine Katze mochte ihn. Zur Erklärung: Meine Mietzekatze ist ein sehr „individuelles“ Tier. Seitdem ihr „Papa“, ergo mein Ex, ausgezogen ist, hat sie ein großes Problem mit Männern. Sobald ihr einer zu Nahe kommt, faucht und beißt sie.

Wie ausgewechselt war sie, als sie meine Begleitung erblickte. Liebe auf den ersten Blick. Als wir uns schlafen legten, hörte ich sie schon über das Laminat tippeln. Sie hüpfte aufs Bett und wählte als Schlafplatz den Bauch meines Gastes. Eingerollt und selig schnurrend, war sie im 7. Himmel.

Ich kuschelte mich ebenfalls an. Es war ein wundervolles Bild.

Der nächste Morgen war hingegen komisch. Der Alkohol hing uns in den Knochen und drückte die Stimmung. Ebenfalls war uns beiden bewusst, dass wir aufgrund der Entfernung, („Alles über 30km macht für mich keinen Sinn“ – Zitat meines Gastes) keine ernsthafte Bindung eingehen können. Wir einigten uns darauf, uns Bescheid zu geben, sobald wir uns in der Nähe des Anderen befanden.

Schlussendlich war ich froh, dass diese Bekanntschaft einen Abschluss gefunden hatte. Wir haben nichts offen gelassen, wie wir es bei der ersten Begegnung taten. Für mich war es toll, dass sich DInge manchmal anders entwickeln, als man es am Anfang gedacht hätte.