Jeder sucht, niemand findet – die Hauptstadt der Einsamkeit

Einsamkeit – Sie tritt gerade dort auf, wo man sie am wenigsten vermutet, dort wo Millionen Menschen auf engem Raum leben. Berlin ist die Hauptstadt der Einsamkeit. Über 50% der Einwohner sind Single. Single sein bedeutet nicht gleich einsam sein, die Wahrscheinlichkeit es zu werden, steigt jedoch je turbulenter es in der Großstadt zugeht. In Berlin betrachtet man die Oberfläche, weil man für mehr einfach keine Energie mehr hat.

Jeder sucht, niemand findet -€“ die Hauptstadt der Einsamkeit

Jeder sucht, niemand findet – die Hauptstadt der Einsamkeit

beziehungsweise-Autorin Jule Blogt über den Berlin-Blues.

Source: www.beziehungsweise-magazin.de/singles/suchen-finden/jeder-sucht-aber-niemand-findet-berlin-als-hauptstadt-der-einsamkeit/

„Einsam, seit alle meine Freunde in Beziehungen stecken“ – auf wunderweib

Seitdem mein Freundeskreis fast ausnahmslos aus Pärchen besteht, ist nichts, wie es vorher war. Eskalation scheint nicht mehr stattzufinden. Ist es falsch, dass ich mich dadurch einsam fühle? Mein Gastbeitrag auf wunderweib.de

„Einsam, seit alle meine Freunde in Beziehungen stecken“

„Einsam, seit alle meine Freunde in Beziehungen stecken“

Bloggerin Jule fühlt sich zeitweise ganz schön einsam, seit die meisten ihrer Freunde in Beziehung stecken. Wie kann so etwas Positives wie Liebe Freundschaften auf die Probe stellen?

Source: www.wunderweib.de/einsam-seit-alle-meine-freunde-beziehungen-stecken-102877.html

Einsamkeit

Das Gefühl der Einsamkeit ist zermürbend. Am Anfang genießt man die Abgeschiedenheit, die Möglichkeit nachzudenken. Nach einigen Tagen, so geht es zumindest mir, fällt einem die Decke auf den Kopf. Ich kann das im Moment sehr gut nachfühlen, da ich seit ca. einer Woche krank geschrieben bin. Noch 4 Tage habe ich vor mir. Zusätzlich habe ich auch noch Sprechverbot bekommen. Natürlich kann ich das nicht konsequent durchziehen, aber allein die Möglichkeit viele Stunden am Tag einfach nur dazusitzen und nachzudenken, ist interessant.

Heute saß ich bei Traumwetter auf meiner Terrasse in der Sonne und tat nichts, las kein Buch, hatte keine Musik an, nichts. Einfach nur ich und die (relativ laute) Welt da draußen. Man glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man einfach nur nachdenkt.

Für eine gewisse Zeit geht das alles, aber irgendwann macht sich die Einsamkeit breit. Einsamkeit ist ein Gefühl in der Bauchgegend, dass irgendetwas fehlt. Oftmals wird dieses Gefühl durch Essen, Sport oder anderweitige Ablenkung kompensiert. Fehlt diese Ablenkung, wird schmerzlich bewusst, dass man allein ist.

Man kocht für zwei, isst aber doch allein. Auf der Couch greift man sich ein Kissen oder Kuscheltier, damit man etwas im Arm hat.

Lange Zeit nach meiner Trennung habe ich es genossen, mich nur um mich selbst kümmern zu müssen. So langsam merke ich, dass ich mir nicht genug bin. Der Platz neben mir ist frei, er ist nicht nur frei, er ist leer.

Waschechter Single

Am Anfang hätte ich das nicht geglaubt, aber man verändert sich ungemein wenn man eine Weile Single ist. Es ist nicht so, dass man vereinsamt, aber irgendwas passiert umso länger man allein ist.

Am Anfang meiner Singlezeit habe ich mich da vollkommen reingestürzt, konnte nicht schnell genug gehen jemanden zu finden. Mit der Zeit richtet man sich irgendwie alleine ein, beschäftigt sich mehr mit sich als mit Anderen.

Aufgefallen ist mir das am Wochenende, als ein guter Freund bei mir übernachtet hat. Wir waren eigentlich „nur“ zum Essen und Film schauen verabredet, nichts besonderes, einfach quatschen und chillen. Als es dann irgendwann um 2 Uhr war fragte ich, wie er sich das jetzt vorgestellt hat. Er hatte das irgendwie schon als selbstverständlich angesehen bei mir zu bleiben. Das war jetzt kein großes Problem aber ich habe mich trotzdem komisch gefühlt. Da lag dann ein Mann neben mir, mit dem ich nur freundschaftlich zu tun habe. Habe die halbe Nacht nicht geschlafen, mir hat ernsthaft die Einsamkeit im Bett gefehlt.

Als „Neusingle“ hatte ich gerne Männer in meiner Wohnung, fühlte sich normal an. Das hat sich nun geändert, jetzt lasse ich die Männer lieber vor der Tür stehen und wieder nach Hause gehen.

Ich bin auch viel Misstrauischer geworden, was ich schade finde. Mag auch daran liegen, dass mir am Wochenende knallhart gesagt wurde, dass mein super tolles Date, mit Sekt, Aussichtspunkt usw. eigentlich gar nicht so ernst gemeint war. Ich zitiere mal „Der hatte einfach lange Weile…“. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich bei dem Mann keine Chance habe, hätte ich den jetzt sowas von zur Sau gemacht. Wegen diesem Date habe ich meine Freundschaft aufs Spiel gesetzt und er hatte einfach lange Weile? Männer….

Ich komme jetzt viel besser mit mir klar, das finde ich posititv. Aber innerlich setzt schon so ein Prozess ein, den ich nicht gut finde. Ich will nicht so unnahbar werden wie viele Singles die ich kenne. Wird Zeit dass ich rauskomme. In 2 Wochen geht es auf nach Amsterdam, das tut glaube ich sehr gut.

Jule