Der feige Franzose

Den 2. Teil meines Urlaubs verbrachte ich mit meiner besten Freundin in Amsterdam.

Amsterdam ist eine sehr schöne Stadt, die wichtigsten Punkte kann man gut zu Fuß erkunden. DIe Partyszene hat ebenfalls einiges zu bieten. Leider eher in die Elektrorichtung, aber wir haben doch noch einen rockigeren Club auftun können. „The last Waterhole“ ist eine Mischung aus Kneipe und Club. Die Tanzfläche ist klein und befindet sich vor einer ebenfalls kleinen Bühne, auf der jeden Abend 2 Bands auftreten. Die Getränkepreise sind für unsere Verhältnisse gut gepfeffert. Für ein 0,25ml belgisches Kirschbier zahlt man da schonmal 3,50 €….

Als wir den Club betraten, fiel mir sofort ein sehr hübscher Mann an der Bar ins Auge. Wir lächelten uns kurz an, konzentrierten uns aber auf die Liveband. Das Publikum in diesem Club war teilweise sehr freaky, gerne erinnere ich mich an die „Glitzer-Omi“, eine schätzungsweise um die 70 Jahre alte Frau, deren Klamotten von oben bis unten glitzerten. Es war schön, ihr beim Tanzen zuzuschauen, da weiß man wie man sein möchte, wenn man alt ist. Ich will definitiv eine Glitzer-Omi werden 😀

Nach ein paar weiteren ausgetauschten Blicken mit dem hübschen Mann an der Bar, fasste er sich ein Herz und sprach uns an. Die Kommunikation gestaltete sich leider etwas schwierig. Er war Franzose, sein Englisch dementsprechend nicht so doll. Außerdem war es sehr laut in dem Club, was nicht zur Verständigung beitrug.

Somit taten wir unser Bestes und fanden heraus, dass Emilian(oder so…) aus Lyon stammte und 24 Jahre alt war. Er war so ein Mann, dem man in die Augen schaute, und direkt hin und weg war. Ein Lächeln dazu, und er würde schätzungsweise 90% der Frauen auf seiner Seite haben. Was er aber leider nicht erfunden hatte, war der Hüftschwung. Als die 2. Band spielte, gab es für uns kein Halten mehr und wir tanzten uns die Kalorien des Bieres weg. Und der Franzose? Bewegte wenn wir Glück hatten den Kopf. Die 2. Sache, die am Franzosen gar nicht ging war, dass er an uns beiden gleichzeitig rumbaggerte. Sobald eine von uns nah genug an ihm dran stand, verirrten sich seine Hände an unseren Rücken. An sich kein Problem, aber er sollte sich doch bitte für eine von beiden entscheiden. Sein Verhalten hatte nun zur Folge, dass meine Freundin und ich uns einigten, nicht auf das Baggern einzugehen.

Wenn man mich fragen würde, wie sich Clubs in Amsterdam von denen in Berlin unterscheiden, dann würde ich antworten: In der Aufdringlichkeit der Männer! Je später es wurde, desto motivierter wurden die Herren der Schöpfung. Sobald sich der Franzose nur etwas entfernte, bildete sich um uns herum ein Pulk von Männern, der leider sehr aufdringlich wurde. Es wurde versucht meiner Freundin ein Getränk einzuhelfen, ohne dass sie es wollte. Wir wurden angetatscht, ohne dass vorher auch nur ein Wort gewechselt wurde. Eine Gruppe Brasilianer war besonders dreist. Meine Freundin sagte mehrmals, dass sie bitte nicht angefasst werden möchte. Auch ich drängte die Männer zurück, schob sie mit den Armen weg, es half nichts. Als ich mir nicht mehr zu helfen wusste, bat ich den Franzosen doch bitte einzugreifen. Was tat der? Nichts! Stand da und grinste…auch niemanden sonst im Club schien es zu interessieren, dass wir gerade belästigt wurden und Hilfe benötigten.

Wir ergriffen die Flucht und mischten uns unter die Leute auf der Tanzfläche. Da kam auch schon die nächste Männertruppe. Der Franzose neben uns (wie ein Schießhund versuchte er die anderen Männer mit bösen Blicken von uns fern zu halten….leider wenig erfolgreich…) war den Kerlen ein Dorn im Auge, so versuchten sie ihn von uns wegzudrängen. Ich stellte mich dazwischen und hoffte, dass er sich mal ein Herz fassen und den Beschützerinstinkt anschmeißen würde. Nö, wieso auch? Er meinte er hätte gar nicht gemerkt, dass die anderen Kerle ihn weggedrängt hätten. Das wurde uns alles zu bunt, wir verließen den Club.

Da lobe ich mir doch die deutschen Männer! Da erlebt man so etwas selten.

Jule

Das Model und die „Freaks“?

Ich tauche dann mal wieder aus der Versenkung auf. So ist das, wenn man Urlaub hat 🙂

Es gibt einiges zu berichten über die letzten beiden Wochen, wo soll ich bloß anfangen? Nachdem ich mich einigermaßen vom Berlin-Partywochenende erholt hatte, starteten wir Donnerstag vor einer Woche einen weiteren Anlauf zum Thema: „In Berlin feiern gehen“. Location des Abends war ein Rock-Club, der richtig schön ist! Zwar etwas dunkel, aber abgefahren dekoriert und schön groß. Wir hatten den Polizisten, von denen wir ein paar Tage vorher in einem anderen Club angesprochen wurden, bescheid gegeben wo wir uns befinden, falls sie uns wiedersehen wollen. Ich ging zu 99,9 % davon aus, dass ich diese Männer nie wiedersehen werde.

Angekommen im Rock-Club mussten wir uns erstmal zurecht finden, sehr verwinkelt und dunkel, da verliert man sich leicht. Nach einem Drink zog es uns auf die Tanzfläche, die Musik war genau unser Ding. Unerwartet wurden wir von einem sehr hübschen Mann angesprochen. Erst dachte ich: „Moment….der hat sich doch gerade geirrt oder? Was will so ein hübscher Kerl von uns?“. Wir unterhielten uns ein wenig und wechselten den Floor. Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber im Endergebnis drückte mir dieser Herr einen Kuss auf. Da er schon früh gehen musste, bat er um meine Nummer. Wieder einmal war ich mir sicher, dass sich dieser Mann zu 99,9 % nicht bei mir melden würde.

Am folgenden Tag schaute ich mir die Partyfotos des Abends an und stellte fest, wow, der Mann war wirklich hübsch! Was ergaben meine Stalkingversuche? Der ist einfach mal ein erfolgreiches Model! Das machte mich schon ein bisschen stolz 😉

Nun gut, zurück zum Abend davor…

Kurz nachdem sich das Model verabschiedet hatte, ahnte ich nichts böses, schaute beim Tanzen in Richtung Bar, und wer stand mehr oder weniger direkt neben uns? Die Polizisten!! Ich traute meinen Augen kaum! Da haben sie es doch tatsächlich geschafft uns zu überraschen. Wieso sie allerdings wirklich dort waren, erschloss sich mir nicht. Am Anfang sagten sie, sie wären jeden Donnerstag dort….am späteren Abend wurde gesagt, sie wären nur wegen uns da gewesen…wie auch immer.

Der weitere Abend verlief genau nach unserem Geschmack. Zwei tolle Männer an unserer Seite, Küssen bis zum Umfallen. Perfekt! Es stellte sich als gute Entscheidung heraus, dem Polizisten eine „2. Chance“ eingeräumt zu haben, er hat sie definitiv genutzt. Die Details erspare ich mal, da verfalle ich nur wieder in eine „Hachja….-Stimmung“.

Der Polizist wäre perfekt. Wenn er nicht die Fähigkeit hätte auf meine Nachrichten nicht, bzw. erst nach 2 oder 3 Tagen zu antworten. Das nervt mich und wird dafür sorgen, dass er für mich uninteressant wird. Ich will mit jemandem den ich mag kommunizieren und verabreden ist so auch nicht gerade leicht.

Zum Thema Verabredung….das Model meldete sich doch tatsächlich einige Tage später bei mir. Allerdings genau auf die Art, die ich erwartet habe. Nicht lange Schnacken…am besten direkt zusagen demnächst bei ihm vorbei zu schauen. Darauf habe ich keine Lust. Er kann schön sein wie er will, aber nur mal für eine Nacht, das muss nicht sein.

Jule