„Zeigt eure Liebe – Aber bitte nicht so!“ – auf beziehungsweise-magazin.de

Am liebsten hätte ich ein knallgelbes Absperrband um die beiden gezogen, auf dem groß „Bitte gehen sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen!“ gestanden hätte.„. Ooooohh ja! Kennt ihr das, wenn sich an einem feucht fröhlichen Abend zwei Menschen finden, die sich sonst nicht einmal angeschaut hätten? Da kann es schnell hoch her, und mir ziemlich auf den Geist gehen! Berechtigt, oder spricht da der pure Neid aus mir?

Zeigt eure Liebe – Aber bitte nicht so!

Persönlicher Knutsch-Sklave Teil 2

„Wie man eine solche Nacht einfach vergessen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ – so endete mein Artikel „Mein persönlicher Knutsch-Sklave“ Ich dachte die Geschichte ist durch, aber manchmal irrt man sich.

Die Information, dass der Herr eine Freundin hätte, stellte sich als veraltet heraus. Nach ca. einer Woche, antwortete er auf meine Nachricht und wir begannen lose Kontakt zu halten. Zufälligerweise, war er spontan Freitagabend in der Stadt. Ich ließ es mir nicht nehmen, mich mit ihm für den Abend zu verabreden. Es verwunderte mich, dass er direkt zustimmte.

Als Treffpunkt wählte ich die Bar, in der wir uns kennenlernten, meine Stammbar. Pünktlich wie ich immer bin, lief ich 10 min vor der verabredeten Zeit auf die Bar zu. Es war schon dunkel und ich sah vor dem Eingang einen Herren stehen, der meiner Verabredung verdammt ähnlich sah. Ich lächelte, er lächelte zurück. Umso näher ich kam, desto klarer wurde mir, dass es sich nicht um meine Verabredung handelte. Das Sprachzentrum meines Gehirns hatte dies aber noch nicht gecheckt und so rief ich ihm zu: „Hey, du bist ja pünktlich, und Anschluss hast du anscheinend auch schon gefunden!“. Neben ihm stand ein Typ, der mich ziemlich entgeistert anschaute. Das Lächeln meiner verwechselten Verabredung entwickelte sich schnell zu einem ungläubigen Grinsen. „Oh sorry, ich sehe gerade, ich verwechsele dich, ich bin hier eigentlich verabredet.“, versuchte ich mich aus der Situation zu retten.

Ich stellte mich ein paar Meter weiter und griff hastig nach meinem Smartphone, um mich ablenken zu können. Kurz darauf bat mir der verwechselte Herr eine Zigarette an, welche ich ablehnte. Eigentlich ganz süß der Junge, aber mir war die Situation einfach zu peinlich.

10 min zu spät erschien dann auch der richtige Herr an meiner Seite. Er sah gut aus! Verdammt gut aus! Strahlend blaue Augen, ein breites Lächeln, ich war hin und weg. Direkt zur Begrüßung drückte er mir einen dicken Kuss auf, was mich leicht aus dem Konzept brachte.

Mit einem leckeren Gin Tonic anstoßend, ließen wir den gemeinsamen Abend vor 2 Wochen Revue passieren. Laut lachend, verstanden wir uns blendend. Ab und zu griff er einfach über den Tisch zwischen uns, zog mich zu sich heran und küsste mich. Traumhaft! Leider fiel mir zu spät auf, dass wenige Meter neben uns P. stand, mein Kryptonit, der Mann, neben dem ich nur Mist fabrizierte. Er beobachtete uns, wie wir händchenhaltend und knutschend am Tisch saßen. Verdammt! Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich sowieso keine Chance bei P. hatte.

Drei Gin Tonics später, beschlossen wir zu gehen. Wie fest hatte ich mir vorgenommen, diesen Herren NICHT mit nach Hause zu nehmen. Ich wollte ein Bier trinken, quatschen, und mich dann alleine auf den Heimweg machen. Pustekuchen! Der Rückweg zog sich in die Länge: Händchenhalten, Knutschen…Knutschen….Knutschen….laufen. Das in wechselnder Reihenfolge. Noch schnell ein Selfie für den Freundeskreis geschossen, „Meins!!“ drunter geschrieben und ab ging es zu mir nach Hause.

Wir brachten zu Ende, was wir vor 2 Wochen begonnen hatten. Wir mochten uns, das kann man nicht bestreiten. Sogar meine Katze mochte ihn. Zur Erklärung: Meine Mietzekatze ist ein sehr „individuelles“ Tier. Seitdem ihr „Papa“, ergo mein Ex, ausgezogen ist, hat sie ein großes Problem mit Männern. Sobald ihr einer zu Nahe kommt, faucht und beißt sie.

Wie ausgewechselt war sie, als sie meine Begleitung erblickte. Liebe auf den ersten Blick. Als wir uns schlafen legten, hörte ich sie schon über das Laminat tippeln. Sie hüpfte aufs Bett und wählte als Schlafplatz den Bauch meines Gastes. Eingerollt und selig schnurrend, war sie im 7. Himmel.

Ich kuschelte mich ebenfalls an. Es war ein wundervolles Bild.

Der nächste Morgen war hingegen komisch. Der Alkohol hing uns in den Knochen und drückte die Stimmung. Ebenfalls war uns beiden bewusst, dass wir aufgrund der Entfernung, („Alles über 30km macht für mich keinen Sinn“ – Zitat meines Gastes) keine ernsthafte Bindung eingehen können. Wir einigten uns darauf, uns Bescheid zu geben, sobald wir uns in der Nähe des Anderen befanden.

Schlussendlich war ich froh, dass diese Bekanntschaft einen Abschluss gefunden hatte. Wir haben nichts offen gelassen, wie wir es bei der ersten Begegnung taten. Für mich war es toll, dass sich DInge manchmal anders entwickeln, als man es am Anfang gedacht hätte.

And the winner takes it all

Urlaub, endlich Urlaub! Monate habe ich durchgearbeitet und mir diese zwei Wochen “Erholung” verdient. Hätte mir jemand vorher gesteckt, mit welchem Gefühl ich aus diesem Urlaub kommen würde, hätte ich wohlmöglich lieber weitergearbeitet. Aber von vorn.

Wochenende, 5 Sterne Hotel in Berlin und ein voller Partyplan. Auf eine bestimmte Rockparty freuten wir uns schon seit Wochen und widmeten uns schon Stunden vorher den Vorbereitungen.

Perfekt gestylt malten wir uns den Ablauf des Abends aus. Wir würden den Club betreten, die Blicke der Männer hingen sich an unsere Fersen, Augenpaare nur auf uns gerichtet. Der DJ hätte keine andere Möglichkeit, als unsere Lieblingslieder zu spielen. Wie in Trance würden wir zum Beat tanzen, unseren Wimpernaufschlag nur zum Flirt mit den schönsten Männern nutzen. Am anderen Ende des Clubs würde jede von uns den Mann ihrer Träume erspähen, ihm ein Lächeln  schenken und ihn Minuten später inkl. zweier Biere in der Hand auf der Tanzfläche treffen. Zu viert würden wir uns anlächeln in dem Wissen, dass wir kurz darauf wild knutschen in der Ecke stehen sollten. Mit neuen Handynummern in der Tasche, würden wir trunken vor Freude bei Sonnenschein den Club verlassen und glückselig ins Hotelbett fallen.

So der Plan. Leider hat die Realität auch noch ein Wörtchen mitzureden. Perfekt gestylt liefen wir an den Türstehern eines Berliner Rockclubs vorbei, schon von weitem hübsche Männer entdeckend. Reizüberflutung, Blicke nach rechts, Blicke nach links. Nehme ich den dort? Oder den? Oder vielleicht doch den da hinten? Inklusive der obligatorischen Turbo-Mate begutachtete ich die anderen Gäste und rang mich zu diesem frühen Zeitpunkt zu einigen Augenaufschlägen durch.

Dass zu so früher Stunde noch keine offensichtliche Reaktion zurückkam, war nicht weiter verwunderlich. Doch desto später der Abend wurde, umso komischer wurde mir. Als ich mit meiner Freundin den Tanzfloor wechselte, erblickte ich einen wunderschönen Mann. Tolle Augen, gut angezogen, richtig schnuckelig. Ich lächelte, er lächelte zurück, perfekt! Meine Blicke wichen, in der Hoffnung, dass er mir hinterher kommen würde. Kurz darauf drehte ich mich um, sah meine Freundin lächelnd. Sie flirtete offensiv mit diesem schicken Herrn. Ich fühlte, wie sich mein Magen zusammen zog. Was fällt ihm ein? Leicht geknickt, tanzte ich die schlechte Laune weg. Schon sah ich am anderen Ende des Floors einen weiteren schönen Mann. Ich behielt ihn im Augenwinkel, während ich mit meiner Freundin tanzte. Ab und zu lächelte ich ihm zu, versuchte verführerisch auszusehen. Obligatorisch fragte ich meine Freundin, ob sie denn aktuell jemanden zum Flirten hätte, nicht dass ich sie allein lassen müsste, um mich mit dem Herren zu unterhalten. „Da guck mal, der da hinten flirtet mich schon die ganze Zeit an!“ hörte ich sie sagen, während sie auf meinen Herren zeigte. WTF? Wir Mädels haben leider den gleichen Typ Mann auf den wir abfahren, aber so extrem habe ich das nie wahrgenommen. Es könnten 500 Männer in einem Club sein, wir würden uns genau den Gleichen aussuchen.

Ich überließ ihr den Mann. Was soll ich mit jemandem, der auf meine Freundin steht? So erging es mir noch einige Male an diesem Abend. Ich fühlte mich unbedeutend, klein und hässlich. In meinem Bauch hegte sich Groll, Wut, Enttäuschung. Schlimme Gedanken schossen mir durch den Kopf „Wenn die Männer wüssten, wie zickig sie sein kann, würden sie mich wählen.“ Ich hasste mich für diese Gedanken, meine Freundin bedeutet mir viel. Doch in diesen Momenten verfluchte ich sie. Sie machte mir wieder einmal bewusst, dass ich eben NICHT die Wahl habe, dass ich kämpfen muss, um einen Mann zu halten. Meine Gefühle zu diesem Zeitpunkt, kann ich kaum in Worte fassen. Ich fühlte mich wie in einer Seifenblase, in der ich laut um Hilfe schreie. Brüllend sehe ich die Menschen um mich herum teilnahmslos an mir vorbei ziehen. Hören sie mich nicht? Sie müssen doch merken, dass ich laut nach Hilfe rufe. Die Blase um mich herum füllt sich mit Energie, ich bebe, zittere am ganzen Körper. Ich will diese Blase platzen lassen, will dass die Welle der freigesetzten Energie die Menschen umschmeißt. Wieso hört mich denn keiner? Irgendjemand muss meine Schreie doch hören!

Aus Trotz ließ ich meine Blicke über den Tanzfloor schweifen und entdeckte einen Herrn, der allein auf einem Barhocker saß. Typ Hipster, eigentlich nicht meins. Insgesamt aber recht gutaussehend. Also Jule, wenn du heute noch was reißen willst, dir beweisen willst, dass du es doch kannst, dann ran! Jetzt! Attacke!

Neben ihm stehend begann ich ein Gespräch, unverfänglich aber direkt. Minuten später fanden wir uns knutschend auf der Tanzfläche wieder. Yes! Es geht noch! Lächelnd suchte ich nach meiner Freundin, meine Trophäe musste schließlich präsentiert werden.

Sie war gerade in ein Gespräch vertieft, mit Mr. Hot persönlich. Ok, will man ja nicht stören. Mein Hipster verabschiedete sich kurz darauf, es war schließlich schon spät. Nummern haben wir nicht getauscht, mehr als einen Namen habe ich nicht bekommen.

Alleine tanzend sprach mich ein Kumpel von Mr. Hot an, sturzbetrunken, aber besser als alleine tanzen. Er erzählte mir, dass Mr. Hot bei der Polizei arbeitet, und zufällig auch noch bei mir um die Ecke wohnt. Ich lief rot an, Wut machte sich in meinem Körper breit. Das wäre meiner gewesen, das wäre Schicksal gewesen. Ich halte nicht hinterm Berg damit, dass ich auf Polizisten abfahre. Ein Polizist, der zufällig bei mir um die Ecke wohnt. Ich dachte ich spinne! Knutschend stand meine Freundin nun mit MEINEM zukünftigen Freund in der Ecke. Mich zog es ebenfalls in eine Ecke, allerdings in eine andere. Heulen, einfach nur zum Heulen war mir zu Mute. Was soll das alles? Ich glaube an das Schicksal, aber was es mir damit sagen wollte, ist mir unklar. Meine Trophäe erschien mir nur noch wie ein Trostpreis. Ein Trostpreis für das Mitmachen bei einem Wettbewerb, bei dem der Gewinner schon fest stand. Am Ende steht nur fest:

And the winner takes it all

Junggesellenabschied die Zweite

Nachdem ich im vorherigen Artikel über einen Junggesellinnenabschied berichtet habe, gibt es der Gerechtigkeit halber einen Bericht von dem männlichen Gegenpart, dem Junggesellenabschied. Ein bisschen Gendern muss sein 😉

Es ist einige Wochen her. Ich stand mit meiner Besten und einer Bekannten vor meiner Lieblingsbar. Sommer, Sonne, Bierchen, Cocktail, ein typischer Freitagabend. Plötzlich lief eine Truppe Männer an uns vorbei. „Du, ich glaube der R. ist jetzt bei der Bundeswehr!“ – flüsterte ich zu meiner Freundin.

R. kenne ich schon seit knapp 10 Jahren. Er war der erste Mann, den ich auf unserer ersten Studentenparty sah. DJ in dem Club, der uns mit 16 Jahren so aufregend und erwachsen schien. Mit einer Kiste Bier stand er vor uns. Der Club war noch leer, wir waren überpünktlich. Soweit ich mich erinnere, spielte er auf unseren Wunsch Manu Chao- King of the Bongo. R. war schon damals ein hübscher Kerl! Lange schwärmte ich aus der Ferne, bis ich einige Jahre später gelegentlich das Gespräch suchte.

„Wenn wir beide mal zeitgleich Single sind, muss da was gehen!“ – versprachen wir uns nach 4 Tequila. Doch dieser Moment kam nie, vor ca. 5 Jahren verloren wir uns aus den Augen. Bis zu diesem Abend.

R. war natürlich nicht bei der Bundeswehr. Die Uniformierung war Teil des Junggesellenabschiedes eines Freundes. Süß sahen sie aus, bei 30 Grad Hitze im langen Bundeswehroutfit. Ob er mich wohl erkennen würde?`Auch ich werde nicht jünger.

Sein Freund S. war schon ziemlich betrunken. Die Jungs hatten es sich auf die Fahne geschrieben, ihm allerlei dämliche Aufgaben zu stellen, welche er als Rekrut ohne Murren zu erledigen hatte. Wichtigste Aufgabe: So viele Menschen wie möglich küssen!

Natürlich erkannte R. mich und schob die Männertruppe zu uns rüber. „Der Rekrut muss heute so viele Küsse sammeln, wie möglich!“ – lallten sie uns entgegen. Man gibt sich ja gerne her für die Sache! Abgesehen davon, war S. eine Sahneschnitte, logisch, dass der vom Markt geklaut wurde. So ging es nun die Reihe rum, Kuss 1, Kuss 2…bis er bei mir ankam. Die vorher Geküssten wurden mit einem relativ kurzen Schmatzer bedacht, mir hingegen drückte er einen längeren Kuss auf. Dies wurde natürlich direkt von der Mannschaft bemerkt. Unter starkem Gruppenzwang, ergab ich mich und stimmte einer Wiederholung zu. Die Sekunden wurden gezählt, wie lange halten wir beide diesen Kuss aus? Ziemlich lange 😉

Noch leicht beeindruckt vom Kuss, beschloss die Truppe, weiterzuziehen. Ob wir mitkommen würden, stand zur Debatte. Schlussendlich war ich die Einzige, die den Weg in den nächsten Club mit den Herren antrat. Auf halber Strecke wurde eine Pause eingelegt. Ich überlegte kurz, ob die ganze Sache eine gute Idee war. Um mich zu überzeugen, hob mich der zukünftige Bräutigam auf seine Schultern und ließ mir keine andere Wahl.

Aus den spaßigen Küssen wurde lange, intensive Knutschereien. Auf offener Straße. Wenn das die Zukünftige gesehen hätte.

Der Weg zum Club führte an einem Park vorbei. Dieser Park ist nachts geschlossen, aber gelegentlich ist das ein oder andere Tor offen. Als ich ein offenes Tor entdeckte, schnappte ich mir den DJ R. und versicherte der Truppe, dass wir uns im Club treffen würden.

Stockdunkel war es im Park. Ich klammerte mich vor Angst an R.

Wieso nie etwas aus uns geworden war, fragte ich und erhielt leider keine befriedigende Antwort.

Plötzlich stand ich in seinem Arm, schaute ihm in die Augen und konnte nicht anders, als ihn endlich zu küssen.

10 verdammte Jahre habe ich darauf gewartet! R. hat eine Freundin, was er mir vorher noch nicht ernsthaft mitgeteilt hatte. Ein Kuss ist kein Kuss und wir dachten „Es ist schon schlimm genug, dann wenigstens ein bisschen genießen“.

Am Club angekommen versprach R., mich später nach Hause zu begleiten, wenn schon, denn schon! Es war mir klar, dass dies nicht passieren würde.

Eine Stunde später lief ich allein zum Bus, R. war nicht mehr auffindbar. An der Bushaltestelle saß der zukünftige Bräutigam, deutlich gezeichnet von der Nacht. Er drückte mir einen letzten Kuss auf und sagte: „Du bist die letzte Frau mit der ich das getan habe, abgesehen von meiner Frau“.

Es wirkte so endgültig. Er lächelte und ich wusste, der hat seine Traumfrau gefunden!

Ich schaue ihn an, aber sehe ihn nicht

Vorweihnachtszeit ist doch etwas Schönes! Man kann eigentlich immer Glühwein trinken und keiner meckert 🙂 Außerdem gibt es in dieser Zeit die perfekte Datinglocation, der Weihnachtsmarkt! Romantisch, es gibt etwas zu trinken und zu essen, und man kann sich notfalls ablenken, falls das Date nicht lohnt.

Vor einiger Zeit hatte ich in einem Beitrag mal „das Model“ erwähnt. Er sprach mich vor kurzer Zeit in einem Club an. Seitdem haben wir sporadisch Nachrichten geschrieben und ab und an telefoniert. Am Anfang dachte ich, er wäre nur auf eine Nacht aus, aber den Eindruck machte er später nicht mehr.

Gestern waren wir auf dem Weihnachtsmarkt verabredet. Perfekt vorbereitet wie ich immer bin, hatte ich alles für eine Übernachtung dabei, da ich nachts nicht mehr aus Berlin heim wollte. Sogar an einen Schokonikolaus hatte ich gedacht, als kleine Überraschung am Morgen. Leider musste mir das Model direkt am Anfang des Treffens mitteilen, dass er nur 2h Zeit hätte. Wieso und weshalb das kurzfristig so war, wollte er mir nicht erklären.

Das Date an sich lief ganz nett, wir tranken Glühwein und unterhielten uns. Wobei…er unterhielt mich….ich kam kaum zu Wort. Das ist mein großes Problem mit ihm, er findet sich selbst so unwiederstehlich, dass es mich schon wieder abschreckt. Klar, ein wunderhübscher Mann dem die Frauen hinterher schauen. Was bringt mir das, wenn er sich nur für sich interessiert? Ich hatte das Gefühl, ich schaue ihn an, aber sehe ihn nicht. Ich sehe nur die Fassade, die Außendarstellung.

Küssen kann er, das stellte ich schon im Club fest. Aber irgendetwas fehlt mir, etwas greifbares, etwas in das man sich verlieben könnte. Ein bisschen Menschlichkeit vielleicht? Mal schauen ob wir uns noch einmal sehen. Irgendwann wird es mir nämlich zu blöd, nur die ganze Zeit über ihn zu sprechen.

Ach nicht vergessen darf ich natürlich die Gitarrensession bei ihm daheim. Da saß ich original auf seinem Bett und er spielte Gitarre und sang mir einige Songs vor. Schlecht war es nicht, aber diese Selbstdarstellung die ganze Zeit, das hätte es nicht gebraucht.

Jule

Das Model und die „Freaks“?

Ich tauche dann mal wieder aus der Versenkung auf. So ist das, wenn man Urlaub hat 🙂

Es gibt einiges zu berichten über die letzten beiden Wochen, wo soll ich bloß anfangen? Nachdem ich mich einigermaßen vom Berlin-Partywochenende erholt hatte, starteten wir Donnerstag vor einer Woche einen weiteren Anlauf zum Thema: „In Berlin feiern gehen“. Location des Abends war ein Rock-Club, der richtig schön ist! Zwar etwas dunkel, aber abgefahren dekoriert und schön groß. Wir hatten den Polizisten, von denen wir ein paar Tage vorher in einem anderen Club angesprochen wurden, bescheid gegeben wo wir uns befinden, falls sie uns wiedersehen wollen. Ich ging zu 99,9 % davon aus, dass ich diese Männer nie wiedersehen werde.

Angekommen im Rock-Club mussten wir uns erstmal zurecht finden, sehr verwinkelt und dunkel, da verliert man sich leicht. Nach einem Drink zog es uns auf die Tanzfläche, die Musik war genau unser Ding. Unerwartet wurden wir von einem sehr hübschen Mann angesprochen. Erst dachte ich: „Moment….der hat sich doch gerade geirrt oder? Was will so ein hübscher Kerl von uns?“. Wir unterhielten uns ein wenig und wechselten den Floor. Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber im Endergebnis drückte mir dieser Herr einen Kuss auf. Da er schon früh gehen musste, bat er um meine Nummer. Wieder einmal war ich mir sicher, dass sich dieser Mann zu 99,9 % nicht bei mir melden würde.

Am folgenden Tag schaute ich mir die Partyfotos des Abends an und stellte fest, wow, der Mann war wirklich hübsch! Was ergaben meine Stalkingversuche? Der ist einfach mal ein erfolgreiches Model! Das machte mich schon ein bisschen stolz 😉

Nun gut, zurück zum Abend davor…

Kurz nachdem sich das Model verabschiedet hatte, ahnte ich nichts böses, schaute beim Tanzen in Richtung Bar, und wer stand mehr oder weniger direkt neben uns? Die Polizisten!! Ich traute meinen Augen kaum! Da haben sie es doch tatsächlich geschafft uns zu überraschen. Wieso sie allerdings wirklich dort waren, erschloss sich mir nicht. Am Anfang sagten sie, sie wären jeden Donnerstag dort….am späteren Abend wurde gesagt, sie wären nur wegen uns da gewesen…wie auch immer.

Der weitere Abend verlief genau nach unserem Geschmack. Zwei tolle Männer an unserer Seite, Küssen bis zum Umfallen. Perfekt! Es stellte sich als gute Entscheidung heraus, dem Polizisten eine „2. Chance“ eingeräumt zu haben, er hat sie definitiv genutzt. Die Details erspare ich mal, da verfalle ich nur wieder in eine „Hachja….-Stimmung“.

Der Polizist wäre perfekt. Wenn er nicht die Fähigkeit hätte auf meine Nachrichten nicht, bzw. erst nach 2 oder 3 Tagen zu antworten. Das nervt mich und wird dafür sorgen, dass er für mich uninteressant wird. Ich will mit jemandem den ich mag kommunizieren und verabreden ist so auch nicht gerade leicht.

Zum Thema Verabredung….das Model meldete sich doch tatsächlich einige Tage später bei mir. Allerdings genau auf die Art, die ich erwartet habe. Nicht lange Schnacken…am besten direkt zusagen demnächst bei ihm vorbei zu schauen. Darauf habe ich keine Lust. Er kann schön sein wie er will, aber nur mal für eine Nacht, das muss nicht sein.

Jule