„Darum braucht eine Frau eine beste Freundin“ – auf beziehungsweise-Magazin.de

Was wäre ich nur ohne meine beste Freundin? Meine Bonnie, mein Sherlock, mein Winnetou? Seit fast 17 Jahren gehen wir durch dick und dünn. Ein Leben ohne einander? Unvorstellbar. Eine Frau braucht einfach eine beste Freundin, denn sie versteht, was für kuriose Gedanken manchmal in weiblichen Köpfen geistern. Ich bin dankbar dafür, dass ich das Glück habe, die beste BFF der Welt an meiner Seite zu haben <3

Liebe Männer, darum braucht eine Frau eine beste Freundin

Eine Liebeserklärung an die BFF: Jule Blogt über die besondere Beziehung einer Frau zur besten Freundin und warum sie keine Bedrohung für den Mann an ihrer Seite darstellt.

Source: www.beziehungsweise-magazin.de/ratgeber/partnerschaft-beziehung/liebe-maenner-darum-braucht-eine-frau-eine-beste-freundin/

Die Wut muss raus! Hat mal jemand Kabelbinder für mich?

„Manchmal denkt man sich: ach fick dich doch! Ins Knie oder sonst wohin“. Wer mich auf Facebook verfolgt, wird genau diesen Satz Sonntagmorgen gegen 4 Uhr gelesen haben. Ja was ist denn da los bei der Jule? Schlecht geträumt habe ich nicht, angepisst war ich trotzdem. Ich schrieb diese Worte in mein Smartphone, als ich auf den kalten Betonstufen vor meiner Stammbar saß. Samstagabend, tanzen und Spaß haben war angesagt. Ich hatte einige Freunde zusammengetrommelt, die mir diesen Abend versüßen sollten. Das klappte auch erstaunlich gut! Die Musik passte und der Gin Tonic schmeckte zwar nur durchschnittlich, aber für Stammbarverhältnisse doch noch recht gut. Der Pegel, sowie auch die Laune stieg. Ich traf schnell auf alte Bekannte, wie zum Beispiel eine Dame, die ich vermutlich noch nie im nüchternen Zustand kennenlernen durfte. Egal um welche Uhrzeit ich sie auf dem Tanzparkett traf, sie war jedes Mal so volltrunken, dass ich froh war, sie überhaupt noch stehend zu erleben. „Ich bin voll wie‘n Eimer“, war der Satz, der mich jedes Mal wieder an den Rande des Erstickungstodes brachte, weil ich aus dem Lachen nicht mehr heraus kam. Diese Dame entdeckte schnell, dass ich einen gutaussehenden Kumpel dabei hatte. „Der ist ja ein Schnuckelchen! Ist der Single?“, lallte sie mir ein mein Ohr. Wenn es darum geht Menschen glücklich zu machen, kenne ich ja kein Pardon. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass der junge Herr natürlich Single wäre und sich sicherlich freuen würde, wenn sie sich ein bisschen mit ihm unterhalten würde. Okay, seine Blicke sprachen Bände als er genervt neben ihr stand, aber einen Versuch war es wert 😉 Als mich die Lady noch nach einem gemeinsamen Bekannten fragte, konnte ich mich ein wiederholtes Mal nicht zurückhalten. „Komm ins Pub, hab ne Frau für dich“, tippte ich in mein Telefon und drückte schneller auf Senden, als ich denken konnte. Nachdem mein angetrunkenes Hirn bemerkte, was ich da getan hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Verdammt! Ging die Nachricht doch an den Mann, der der Letzte war, den ich an diesem Abend hätte sehen wollen.

Wäre ich dabei gewesen, hätte ich ihn vor Ort kastriert

Vor einiger Zeit taufte ich ihn liebevoll den „Prinzen“, da er sich zu dieser Zeit noch durch einwandfreies, zuvorkommendes Verhalten auszeichnete. Es dauerte nicht lange bis er mein Herz gewann. Dass er diesen Gewinn nicht zu schätzen wusste, wurde mir leider kurz darauf schmerzlich bewusst. Ein feucht fröhlicher Abend endete für ihn an den Lippen meiner besten Freundin. Ich war heilfroh das nicht live miterlebt zu haben. Ich hätte ihn vor Ort kastriert! Allein die Bilder, die sich seitdem in meinem Kopf breit machen, lassen mich regelmäßig würgen. Eine beste Freundin ist ein heiliger Gral. Den darf man angucken, aber nicht anfassen! Ich hätte nie gedacht, dass sich Zuneigung einmal in so einen intensiven Hass entwickeln könnte. Er ist für mich zu einem roten Tuch geworden. Vielleicht sollte er auswandern oder so? Mir würde das zumindest gefallen.

„Selten so viel Wut in den Augen einer Frau gesehen“

Was dachte sich mein benebeltes Hirn dabei, genau diesen Herren auf die Party zu beordern? Vielleicht hatte ich für einen Moment vergessen was vorgefallen war? Später korrigierte ich mein Anliegen und sendete ein eindringliches „Komm nicht her!“. Vergebens. Als ich ihn mit meiner besten Freundin sprechen sah, kochte ich vor Wut. Ich hatte das Gefühl mich bei jedem Blick innerlich zu übergeben. Bäh! Ein Herr, den ich an diesem Abend kennenlernte betonte mehrmals, selten so eine Wut in den Augen einer Frau gesehen zu haben. Das war ihm wohl ein wenig unheimlich. Ich konnte es einfach nicht ertragen die beiden zusammen zu sehen. Die Bilder die in meinem Kopf rotierten, machten mich enorm aggressiv. Da Betrunkene bekanntlich selten die Klappe halten können, musste ich meine Wut loswerden. Zusammen mit einer Freundin und der neuen Bekanntschaft, ließ ich meiner Fantasie freien Lauf und erörtere eindrucksvoll, welche Kastrationsmethoden wohl am geeignetsten wären, um meinen Aggressionen Ausdruck zu verleihen. Wir blieben schlussendlich bei Kabelbindern hängen, die sich wohl perfekt eigneten, um mit möglichst wenig Dreck zu einem guten Ergebnis zu gelangen. Spannend fand ich, dass sich der männliche Part unseres Gesprächs so intensiv einbrachte. Ich hatte fast den Eindruck, dass er über gewisse Erfahrungen verfügte. Allein die Vorstellung mal etwas Gewalt anzuwenden, löste die Anspannung in mir und gab mir ein erleichterndes Gefühl. Über manche Dinge muss man einfach reden, damit es einem besser geht. Als sich meine beste Freundin und der „Prinz“ dann gemeinsam auf den Heimweg machten, ohne mir zumindest zum Abschied zu winken, brannten bei mir alle Sicherungen durch. Ich stellte mir vor den beiden jegliche mir bekannten Schimpfwörter hinterher zu brüllen, mit Flaschen zu schmeißen und mich generell wie ein hüpfender Rohrspatz zu verhalten. Das habe ich natürlich nicht getan, hoffe ich zumindest!

Wenn ich schon nicht gebrüllt habe, dann könnte man ja zumindest ins weitere Facebook-Universum hinausschreien, was man denkt: Ach fick dich doch! Ins Knie oder sonst wohin! Und ja, jetzt geht’s mir besser 🙂 Manches muss einfach mal raus.

Verkauft! Für drei Kamele -Oder ist die beste Freundin doch unbezahlbar?

Ein Handschlag besiegelte am späten Samstagabend den Deal meines Lebens. Naja, nicht ganz MEINES Lebens, sondern eher den Deal über ein mir sehr vertrautes Leben. Samstag verkaufte ich meine beste Freundin. Einen ganzen Monat war es her, dass ich das letzte Mal so richtig feiern war. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit. So als hätte man ein halbes Jahr Winterschlaf gehalten, und wäre dann noch leicht verschlafen aus dem Bett gekrabbelt. Was hatte sich wohl in der Zwischenzeit verändert? Stand unser Pub noch? Würde es dort überhaupt Leute geben, die wir noch kennen könnten? Als wir das Pub betraten, stellten sich schnell wieder Heimatgefühle ein. Es sah immer noch aus wie 2015, es roch immer noch nach einem Mix aus Bier, Schnaps und Erbrochenem. Ja, so hatte ich es in Erinnerung. Wir schnappten uns einen kleinen Tisch, und ließen die Stimmung auf uns wirken.

Gottseidank war das Barpersonal nach unserem Geschmack. Einen der Barkeeper hatte ich schon lange nicht mehr gesehen und begrüßte ihn mit einem freudigen „Sag mal, hast du abgenommen?“. Dieses Kompliment fiel auf fruchtbaren Boden und bescherte uns Freigetränke im Wert von knappen 20 €. „Was, so viel kostet eure Turbo Mate? Das ist aber ganz schön teuer!“ – sagte der Barkeeper, als wir unsere Bestellung aufgaben. Anscheinend sahen wir sehr arm aus, so dass er uns nicht zumuten konnte, unser hart verdientes Geld für Alkohol ausgeben zu müssen. Wir nahmen es dankend an, und ahnten schon, dass dieser Abend spannend werden könnte. Nachdem meine Beste mich auf den neusten Stand ihrer Männergeschichten gebracht hatte, erschien auch schon einer der Erwähnten in der Tür des Ladens. Er schwankte verdächtig, trotzdem es gerade einmal 22 Uhr war. Da wir die nicht besetzten Stühle unseres Tisches schon vorher an irgendwelche Fremden abgeben mussten, konnte sich der Herr nicht zu uns setzen. Zuerst versuchte er in der Hocke unseren Gesprächen zu folgen, doch man sah ihm an, dass diese Position nicht zu den bequemsten gehörte. Auf meinen Vorschlag hin, den Tisch als Sitzgelegenheit zu nutzen, platzierte er sich erleichtert auf der Tischplatte. Man, hatte der einen im Tee! Der Herr steht schon seit Ewigkeiten auf meine Beste. Da war auch mal was, aber irgendwie, hat es nicht sein sollen. Dabei wären sie eigentlich ein ganz süßes Paar.

Dem Alkohol geschuldet weiß ich leider nicht mehr wie wir darauf kamen, aber irgendwann saß ich dem Herren gegenüber und bot ihm an, mir meine beste Freundin abzukaufen. Wie teuer sie denn sein würde, fragte er neugierig nach. Unbezahlbar! Das steht außer Frage. Aber gegen einen gewissen Obolus, könnte ich die Nutzungsrechte an ihr abtreten, und an ihn übertragen. Beschwingt ging das Feilschen los. „6 Kamele!“ – rief ich ihm energisch entgegen, unterstützt durch einen Faustschlag auf den Tisch. „6 Kamele? Das ist doch ein bisschen teuer! 2 Kamele.“ – antwortete er. Na so billig ließ ich ihn nicht davon kommen. „Okay, weil du es bist: 3 Kamele! Letztes Angebot.“ – sagte ich sehr bestimmt. Ein Handschlag besiegelte den Deal. Verkauft, für 3 Kamele! Der Herr forderte direkt sein Nutzungsrecht ein, doch ich erinnerte ihn daran, dass dies nur nach einer Anzahlung möglich sein würde. „Ein Kamel Anzahlung, oder alternativ 1000 €!“ – ließ ich verlauten. „Okay, überweise ich dir. Wir können auch zusammen zur Bank gehen.“ – lallte mir der Herr entgegen. Na sehr schön! Ich sah mich schon in vielen Geldscheinen baden. Wo ich mit den zukünftigen Kamelen hin sollte, war mir noch nicht so ganz klar, aber da würde sich schon etwas finden lassen. Wir verständigten uns, unser Geschäft im nahegelegenen Club inkl. Übergabe abzuschließen, da wir alle vorhatten, dort die Nacht zu verbringen. Kurz nachdem meine Beste und ich das Pub in Richtung Club verlassen hatten, erhielt sie eine Nachricht: „So… Rein Gesetzmäßig gehörst du zu ein Drittel mir 😀 Mach den Rest mit deiner Verkäuferin aus.“.

Wir sahen den Herren in dieser Nacht nicht wieder. Vermutlich ist er bis heute auf der Suche nach einem Zirkus, der bereit wäre, ihm drei Kamele zu verkaufen.

„Kein Mann ist gut genug für dich!“

Das menschliche Verhalten ist manchmal wirklich unergründlich. Warum  jemand handelt, wie er handelt, bleibt uns oft verborgen. Wieso wird man von jemandem geküsst, der eigentlich keine Zuneigung empfindet? Warum hält jemand Abstand, trotzdem zwischen zwei Menschen Gefühle bestehen? Das sind beispielhafte Fragen, die wir uns oft nicht beantworten können. Sogar das Einschätzen von sehr engen Freunden, kann schon mal schwer fallen. Als meine Beste mir vor einer Weile ihr Veto für meine damalige Liebelei aussprach, war ich verwundert. Wollte sie nicht, dass ich glücklich werde? Konnte sie nicht froh sein, dass ich endlich jemanden gefunden hatte, mit dem eine ernsthafte Beziehung zumindest denkbar gewesen wäre? Ich war ratlos. Bemerkte ich irgendetwas nicht? War der Kerl vielleicht total daneben, und ich übersah es nur? Doch an Silvester, mitten in der Nacht, sagte sie mir endlich ins Gesicht, was in ihrem Kopf vorging: „Ich hatte Angst, dass er dich mir wegnehmen würde.“ – da war sie endlich, da war sie, die Wahrheit! Es lag nicht an dem Kerl an sich, sondern an der Tatsache, dass eine Beziehung uns wieder ein Stück auseinander reißen würde. Das würde passieren. Egal wie viel Mühe wir uns geben würden. Ein Mann würde in welcher Art und Weise auch immer, zwischen uns stehen. Gerade wenn nur ein Part von uns in einer Beziehung wäre, würde der andere Part leiden.

Das ist schon eine kleine Urangst geworden, die hochschwappt, sobald ein interessanter Mann auftaucht. Darum vielleicht auch unser Wunsch, Brüder zu daten. Da würde die Chance bestehen, gleichzeitig in einer Beziehung zu landen, und sehr oft auch zu viert etwas unternehmen zu können. Wenn ich mir vorstelle, dass meine Beste einen ernsthaften „Kandidaten“ an der Hand hätte, würde mich das vermutlich auch verunsichern. Denn dieser Mann dürfte nicht „Durchschnitt“ sein. Dieser Mann müsste perfekt sein. Ich muss schon von 500m Weite erkennen, wie sehr er meine Beste liebt. Brichst du meiner Freundin das Herz, breche ich dir die Knochen. Welch wahre Aussage! Man sagt ja, dass man nur selbst für die Auswahl eines Partners verantwortlich ist. Das stimmt jedoch nicht. Auch als beste Freundin ist man in der Pflicht zu verhindern, dass sich die Beste „vergreift“. Man versucht objektiv zu sein, und Störfaktoren direkt anzusprechen. Ob das ganze wirklich objektiv ist, wage ich zu bezweifeln.

Wenn meine Beste zum Beispiel ihren Traummann kennenlernen würde, der jedoch weit weg wohnen würde, wäre ich im ersten Moment dagegen. Allein die Vorstellung, dass sie irgendwann wegziehen würde, wäre schlimm. Vielleicht könnte man die Rolle einer besten Freundin bei der Partnerwahl, so wie die Rolle einer Schwiegermutter sehen. Im ersten Moment nett und freundlich, aber jederzeit auf der Lauer nach schlechten Angewohnheiten und Charaktereigenschaften, die wir als Gegenargument vorbringen könnten. Man muss lernen, die Freundin loszulassen, sie einfach machen zu lassen, was sie für richtig hält. Es ist ein ganz schmaler Grad zwischen Freiraum geben, und ins Verderben rennen lassen. So ein bisschen ist man doch schon Mami, wenn man den Großteil seines Lebens zusammen verbracht hat. Das ist schön, das ist gut, aber das kann auch gefährlich werden. Auf das eigene Bauchgefühl zu hören, darf man nicht verlernen. Auch wenn der ein oder andere Freund einen zukünftigen Partner vielleicht nicht als 100% passend empfindet heißt das nicht, dass man keine glückliche Beziehung führen kann. 100% passend gibt es nämlich nicht, da beißt sich die Katze in den Schwanz. Am Ende müssen sich beide Partner in einer Beziehung wohl fühlen. Toll ist es natürlich, wenn auch der Freundeskreis begeistert ist, und sich um den Partner erweitert.

Eine Pflicht ist es in meinen Augen aber nicht. Meine Beste wird immer meine Beste bleiben! Vielleicht sieht man sich nur noch einmal die Woche zum Feiern, aber irgendwann sollte man schließlich auch erwachsen werden. Ein Partner hält nicht davon ab, anstatt mehrmals feiern zu gehen, einfach mal einen Brunch zu genießen, oder einen Filmabend. Idealerweise hat auch die Beste ein „Kuscheltier“, um sich die Freundinnenfreie-Zeit zu vertreiben.  Auch wenn ich absolut nicht auf Pärchenabende stehe, stellen sie doch eine Alternative zum ausschweifenden Singleleben dar.

Meine Beste und ich sind ein Team, ein sehr gutes sogar. Sobald sich dort ein Partner dazugesellt, gilt es seinen Platz zu verteidigen und die Rollen neu zu ordnen. Das ist eine Bedrohung, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Denkt man aber genauer darüber nach, kann jede Bedrohung auch eine Chance sein. Veränderungen sind nicht immer leicht zu akzeptieren, aber wer weiß, vielleicht macht es das Ganze nur noch besser 🙂

Veto!- Was zählt Bauchgefühl?

Wieviel sollte man eigentlich auf die Meinung sehr enger Freunde geben? Kann es sein, dass sie Dinge sehen, die einem selbst gar nicht auffallen? Oder kann es sein, dass auch die allerbesten Freunde eine Sache falsch einschätzen? Aber von vorn. Ich habe ja bekanntlich begonnen, mich dem ernsthaften Dating zu widmen. Soweit, so schön. Samstagabend sollte der Abend werden, an dem ich merken wollte, ob da mehr Substanz hinter der Sache steckt. Nach einem geselligen Vorglühen, war der Gang auf eine Party geplant. Was uns auf dieser Party erwarten würde, wussten wir im Vorfeld nicht. Sie war mehr nur eine halb öffentliche Veranstaltung. Ebenfalls war nicht bekannt, ob ich auf dieser Party auf meinen aktuellen Datepartner treffen würde. Er war für den Abend schon anderweitig ausgeplant.

Der erste Schock ereilte meinte Beste und mich, als wir den Club betraten. Wer hat bitte die ganzen Kinder hier reingelassen? Zahnspangen und Babyfaces, wohin das Auge blickte. Na das kann ja heiter werden! So galt unsere erste Aufmerksamkeit der Bar. Wodka, Wodka, Wodka. So langsam interessierten wir uns nur noch semi für das Publikum und tanzten ausgelassen zur Musik. Nach und nach trafen endlich unsere liebsten Partyfreunde ein, und der Abend schien noch eine positive Wendung zu nehmen.

Nach einigen Stunden bemerkte ich, dass immer mehr Personal meiner Stammbar im Club ankam. So auch mein aktuelles Date. Natürlich freute ich mich ihn zu sehen, war trotzdem etwas überrascht. Wir begrüßten uns freudig und schafften es auf der Tanzfläche ab und zu miteinander zu quatschen. Ich zog ihn mit auf den Floor und schwang die Hüften. Es dauerte nicht lang, bis wir eng Hand in Hand tanzten. Und schon war es passiert. Er drückte mir endlich einen Kuss auf.

Das war aber langsam wirklich überfällig!“ – sagte ich, nachdem wir uns voneinander gelöst hatten. Er beteuerte, dass er sich bis jetzt bewusst zurück gehalten hatte, um der Sache Ernsthaftigkeit zu verleihen. Ebenfalls berichtete er mir davon, dass eine gemeinsame Bekannte ihn eindringlich davor gewarnt hatte, mir das Herz zu brechen. Süß, wie sich mein Umfeld um mein Herz sorgt. Wir konnten uns kaum voneinander lösen. Wie ungünstig das öffentliche Knutschen war, merkte ich erst später. Ich hatte auch schon vorher nicht den Ruf der Keuschheit in Person. Gerade in meiner Stammbar ist bekannt, dass ich gelegentlich nichts anbrennen lasse. So stand ich nun knutschend mit dem Chef-Barkeeper eben dieser Stammbar im Club, in dem sich ca. 50 % des Barpersonals aufhielten. Zumindest traut sich jetzt niemand mehr, mich an der Bar lange warten zu lassen, das würde sich sonst direkt zum „Chef“ weitertragen.

Kurze Zeit später sahen wir keinen Grund mehr darin, die anderen Gäste zu nerven, und verließen den Club. Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon, ließ ich doch meine Beste zurück. Das Angebot eines Katerfrühstücks bei mir wurde dankend angenommen, und so hatte ich endlich mal wieder jemanden, an dem ich mich nachts wärmen konnte. Sogar meine Mietzekatze (wird von Fans auch „Dalek“ genannt), fand Gefallen an meinem Gast. Ich sehe es ja immer als Kompliment, wenn sie am Frühstückstisch auf dem Teller meines Besuches sitzt und versucht, dem die Wurst vom Brötchen zu klauen. Alles lief super, besser hätte man es sich nicht wünschen können.

Womit ich nicht gerechnet hatte: Das Vetorecht meiner Besten! Nachdem mein Gast gegangen war, nahm ich vorsichtig Kontakt zu meiner Freundin auf und erkundigte mich über den Grad ihres sauer seins. Gottseidank war dieser gering. Als sie mir dann jedoch ihr offizielles Veto aussprach, war ich verwundert.

Übrigens bekommst du jetzt mein offizielles Veto in Bezug auf A. und dich.“ – der hat gesessen!

Ich finde es gut, dass meine Freunde ihre ehrliche Meinung zu meinen Männern abgeben. Sie kennen mich und können vermutlich sehr gut einschätzen, wer zu mir passen würde. Diesem Veto stimmte auch ein anderer guter Freund zu, so dass an der Sache schon etwas dran sein musste. Wie geht man nun mit so etwas um? Ignorieren macht keinen Sinn, denn irgendwas muss dieses Veto ja ausgelöst haben. Ich muss zugeben, dass der A. und ich optisch eher kein Traumpaar abgeben. Aber was zählt da die Optik? Was genau das Veto ausgelöst hat, konnte meine Beste gar nicht richtig definieren. Bauchgefühl.

Ich bin ein großer Fan von Bauchgefühl und nehme es sehr ernst. Es ist also angebracht, mal darüber nachzudenken, was da dran ist, an diesem Veto. Am Ende entscheide ich, wer oder was mir gut tut, aber einen solchen Hinweis sollte man nicht ignorieren. Wie ist jetzt mein weiterer Plan? Vermutlich werde ich A. unter der Woche nicht sehen. Freitag werde ich versuchen, ihn in der Stammbar zu erwischen. Dann wird sich herausstellen, wie wir nun zueinander stehen. Ob er mich nett in den Arm nimmt, oder das Risiko eingeht, mich vor dem ganzen Laden zu küssen. Letzteres wäre genau das Zeichen, welches es gerade bräuchte. Dann werde ich auch spüren, ob es das ist, was ich mir für die Zukunft vorstelle. Und sollte es das sein, dann ist meine erste Aufgabe, ihn meinen Freunden näher zu bringen. Manchmal täuscht auch das Bauchgefühl und hinter dem Veto versteckt sich doch ein netter Kerl 🙂

Liebeserklärung an eine Freundschaft

Erinnerst du dich noch, als wir uns auf dem Schulhof trafen? Du warst die erste Person, mit der ich in der 7. Klasse Kontakt hatte. Es war Liebe auf den ersten Blick. Nunja, vielleicht nicht ganz 😉 Nach einigen Wochen kündigtest du mir die Freundschaft, wieso, weiß ich nicht mehr. Wir rauften uns zusammen und starteten unsere Lovestory.

Erinnerst du dich, wie wir schon mit unseren süßen 13 Jahren auf Männerjagd gingen? Wir gaben ihnen lustige Namen, damit wir sie auseinanderhalten konnten, „Der Ballholertyp“, „Der Pullityp“, man waren wir jung!

Deine Home-Partys waren legendär und auch heute schaffe ich es nicht, dir Wasser als neues alkoholisches Kultgetränk zu verkaufen 😉 Schon damals waren wir ein unzertrennliches Team, wo ich war, warst auch du, als hätte man uns mit Sekundenkleber zusammengeklebt.

Erinnerst du dich, wie wir im Hotelbett unserer damaligen Lieblingsband hoch und runter sprangen, voll von Dopamin und Adrenalin? Diese Nacht werde ich nie vergessen. Als wir uns die eine Bettdecke teilten und die ganze Nacht den Fernseher liefen lassen, einfach weil wir es konnten.

Du holtest mich ab, als ich nach unserer ersten Studentenparty in einem fremden Bett aufwachte und nicht wusste, wo ich mich befand. Dass sie dich damals ohne gültigen Fahrschein erwischt haben, tut mir immer noch leid. Sorry 😉

Die schwerste Zeit unserer Freundschaft begann, als ich in meiner 7 jährigen Beziehung verschwand. Bis heute weiß ich nicht, was mich trieb, meine Freunde so zu vernachlässigen. Wir zogen in verschiedene Städte, lebten unser Leben allein weiter. In der trügerischen Hoffnung, dass ich in meiner Beziehung alles finden würde, was ich brauchte, vernachlässigte ich dich. Ich verstand nicht, wie es sich anfühlt, als Single mit einem Nicht-Single befreundet zu sein.

Erst als ich weinend vor meiner Haustür saß und wusste, dass die Beziehung gescheitert war, wurde mir bewusst, wie sehr ich dich brauchte. Und du warst da! Du hast mich aufgefangen, als meine gewohnte Welt über mir zusammen brach. Du warst die Konstante, die mir half weiter zu machen.

Leicht hast du es nicht mit mir, manchmal kann ich eine ganz schöne Idiotin sein. Erinnerst du dich an den schönen Unbekannten aus dem Studentenclub? Ja, ich habe die Situation genutzt ihn zu verführen, obwohl ich wusste, dass es dir wehtun würde. Aber du hast mir verziehen, eine Heldentat!

Erinnerst du dich an das lustigste Doppeldate, was wir je hatten? Oli und Lukas, unsere Polizisten. Wir träumten von uns Vieren als Großfamilie, zwei beste Freunde und zwei beste Freundinnen, da legt sich noch heute ein Lächeln auf mein Gesicht.

Wir sind durch Dick und Dünn gegangen, du warst und bist die Konstante in meinem Leben. Auch wenn du immer bescheiden bleibst, letztes Wochenende hast du mir wohl das Leben gerettet. Die ganzen Rückschläge wegtrinkend, wusste ich irgendwann nicht mehr wie mir geschieht, orientierungslos und verzweifelt konnte ich mir nicht mehr selbst helfen. Alle Anderen standen daneben und lachten. Du warst diejenige, die mir unter die Arme griff und mich nach Hause trug. Auch am nächsten Tag versichertest du mir, dass ich trotzdem Anstand bewahrt habe.

Danke!

Ich danke dir für 15 Jahre Freundschaft, 15 Jahre bergauf und bergab. Eines weiß ich sicher, egal wie unserer weiteres Leben verläuft, uns trennt nichts! Kein Mann, kein Streit. Weil ich dich Liebe.