Wo waren bei den Vorfällen in Köln bitte die Beschützer?

Das absolute Thema Nr. 1 sind aktuell die Vorkommnisse in Köln, Hamburg und Stuttgart zur Silvesternacht. Ich habe das Ganze etwas spät mitbekommen, da erst nach und nach „Fakten“ auf den Tisch kamen. Es ist schlimm, dass die Menschen einen schönen Anlass wie Silvester nicht einfach friedlich und unbeschwert feiern können. Wer auch immer auf die Idee kommt, Diebstähle zu begehen, gehört meiner Meinung nach wenigstens für kurze Zeit weggesperrt. Dazu noch Frauen zu belästigen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Was geht da in den Hirnen vor? Allein einem fremden Menschen etwas wegzunehmen, ist für mich schon unvorstellbar. Okay, ich habe betrunken mal einem Kerl zwei Zigaretten aus der Tasche geklaut. Das gebe ich zu, und das ist mir im Nachhinein auch unangenehm. Sich aber bewusst mit mehreren Menschen zu verabreden, um gezielt anderen etwas wegzunehmen, entzieht sich meiner Vorstellung von Moral.

Eine Frage stellt sich mir bei diesen ganzen Vorkommnissen aber doch: Warum hat niemand geholfen? Ich gehe mal stark davon aus, dass einige der belästigten Frauen ihre Freunde/Ehemänner dabei hatten. Die müssen das mitbekommen haben. Standen sie nur daneben, und haben in Angststarre verharrt? Haben sie vielleicht sogar weggeschaut? In meiner Vorstellung würde so eine Situation, wie sie in Köln passiert ist, zu Massenschlägereien führen. Männer würden ihre Frauen, oder auch fremde Frauen, verteidigen und die Angreifer in die Flucht schlagen. Es wurde um Hilfe gerufen. Es war augenscheinlich, dass etwas passierte, was die Frauen nicht wollten. Springt da nicht der Beschützerinstinkt an? Es waren ja nicht nur wehrlose Rentner, sondern massig junge Männer dort unterwegs. Die Herren der Schöpfung sind doch sonst nicht knauserig mit dem Verteilen von Tiefschlägen oder harten Worten, warum dann also nicht in Situationen, in denen es wirklich angebracht wäre?

In einem Artikel las ich den Augenzeugenbericht eines Mannes, dessen Frau angegriffen wurde. Er beteuerte keine Möglichkeit gehabt zu haben, seiner Freundin helfen zu können. Eingekesselt von mehreren Männern, war sie also sich selbst überlassen. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Die Biologie hat es so eingerichtet, dass man in Gefahrensituationen Kräfte aufbringt, die man selbst sonst nicht für möglich gehalten hätte. Wieso zum Teufel, konnten die Männer dann die Frauen nicht verteidigen? Hatten sie Angst? Angst vor Waffen, körperlicher Gewalt oder ähnlichen bedrohlichen Dingen? Mal eine Scherzfrage: Wären die Männer in der Steinzeit auch vor einem Bären weggelaufen? Wahrscheinlich eher nicht. Bär erlegt, und fertig. Es war nirgendwo davon zu lesen, dass Täter gefasst, oder auch verletzt wurden. War denn niemand Manns genug, um den Idioten mal einen Kinnhaken zu verpassen?

Die ganze Situation hat ja auch ein Signal: Frauen sind wehrlos. Ihr könnt mit ihnen machen was ihr wollt. Vor ihren Männern braucht ihr keine Angst haben, die können nichts ausrichten. Ganz großes Kino! Da wird mir selbst angst und bange, wenn ich mir vorstelle, selbst in einer solchen Situation zu sein. Eine versuchte Vergewaltigung reicht mir im Leben. Dadurch habe ich schon genug Angst, und schaue mich generell nach möglichen Beschützern um. Vor einer Woche befanden meine Beste und ich uns wieder in einer Situation, in der mein Kopf sagte „Hol dir jemanden, der dich im Notfall verteidigen kann„. Auf der Tanzfläche unserer Stammbar war es brechend voll, es lief gute Musik und die Stimmung war ausgelassen. Leider gab es dort zwei Idioten, die vermutlich unter irgendwelchen Drogen standen. Wild zappelnd gingen sie uns mächtig auf den Zeiger.

Lasst uns in Ruhe. Geht nach Hause, geht einfach nach Hause.“ – versuchte ich im strengen Ton zu vermitteln.

Zu Hause? Aber da ist doch nur Mutti!“ – antwortete mir einer der beiden Jungs.

Ziemlich unbeeindruckt stießen sie weiterhin gegen uns und konnten sich nicht mehr richtig koordinieren. Bewusst tanzten wir direkt vor dem DJ-Pult, da ich vom DJ wusste, dass er keine Gnade kennt, wenn Frauen belästigt werden. Er gab mir ein Gefühl von Sicherheit. Im Augenwinkel sah ich, dass er uns ständig im Blick hatte. Sobald die Situation auch nur ansatzweise eskalieren würde, hätte ich jemanden bei mir, der mich verteidigen würde. So muss das sein! Und so kann Frau auch selbstbewusst handeln. Das merkten auch die betäubten Jungs und ließen irgendwann von uns ab.

Wenn ich mir aber nun vorstelle, ich befinde mich in einer Situation, wie die Frauen es in Köln taten, habe ich ein ungutes Gefühl. Ich würde mich nach einem Beschützer umschauen, aber da wäre niemand. Ich wäre mir selbst überlassen. Mein Selbstbewusstsein würde sich in pure Angststarre verwandeln. Ich habe selbst nicht geglaubt, dass man in Bedrohungssituationen so wehrlos werden kann. Aber seitdem ich selbst erlebt habe, dass man im Notfall alles über sich ergehen lässt, nur um noch Schlimmeres zu verhindern, bin ich beunruhigt.

Ich kann nur hoffen, dass diese Masche des Diebstahls sehr schnell eingedämmt wird. Ein Appell an die Männer: Seid mutig! Zeigt Stärke! Ihr könnt das!

Warum ich Männer liebe

Ab und zu liken meine Freunde auf Facebook etwas fragwürdige Artikel. In diesem Fall handelt es sich um einen Artikel mit dem Titel: „Männer: Die tollsten Menschen der Welt“ (http://www.maennerseite.net/mannernews/maenner-tollsten-menschen-welt/). Allein als ich die Überschrift las, juckte es mir schon in den Fingern, mal meine Meinung dazu zu äußern. An sich empfinde ich es als toll, dass mal vom Männerbashing abgesehen wird, und man sich auf die Vorzüge des starken Geschlechts konzentriert.

„Die meisten Männer besitzen eine Bohrmaschine und freuen sich, wenn sie sie auspacken und benutzen können.“ – schreibt die Autorin als zweiten Punkt ihrer Liste. Hm, ich besitze auch eine Bohrmaschine, welche ich gerne mal auspacke und benutze, einfach weil die Regale ja irgendwie an die Wand müssen. Ist das ein Grund, wieso wir Männer lieben? Es ist eher ein Grund, wieso es gut ist, einen männlichen Nachbarn mit Bohrmaschine zu haben. Die kann man super ausleihen!

“Man kann Männern immer Autos zum Spielen schenken, egal, ob sie zwei oder 80 Jahre alt sind. Und man landet damit immer einen Treffer.” – Ist der 3. Punkt auf der Liste. Im Ernst? Ich habe noch nie versucht, einem Mann einen Spielzeug-Trabbi zu schenken, aber ich sollte es versuchen. Garantiert ein Treffer! Und auch schön günstig, da wird er mir zu Füßen liegen, der Mann meiner Träume. Ich stelle mir das gerade vor, wie ein Mann zu Weihnachten ein kleines Playmobil Auto auspackt. Er wird Tränen in den Augen haben, aber vor Freude? Nun ja, Ansichtssache.

„Männer können (fast) immer. Wenn ich also wuschig werde muss ich mich nicht erst fragen, ob gerade der richtige Zeitpunkt für Bettspielchen sein könnte. Denn der ist eigentlich immer.“ – bei Punkt 4 ging mir wirklich sprichwörtlich gesagt der Hut hoch! Wie kann man Männer so stigmatisieren? Als „immer Sex haben wollende-Wesen“. Nach meiner Erfahrung ist das nämlich überhaupt nicht so. Auch Männer fühlen sich mal nicht gut, sind traurig oder haben Stress im Job. Und vor allem macht es nicht einfach „puff“ und voila, da sind sie. Haben Männer nicht das Recht, mal nicht zu wollen? Oder auch mal nicht zu können? Wer erwartet, dass ein Mann allzeitbereit ist? Die Autorin dieser „Warum liebe ich Männer“ – Liste anscheinend schon.

„Männer haben viel mehr Ahnung von Technik als ich. Ein eingefrorener Bildschirm am PC? Ein Staubsauger, der nicht mehr saugt? Alles kein Problem für euch.“ – der letzte Punkt dieser Liste, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Sie stigmatisiert die Frauen als kleine Dummchen, die lieber die Finger von Technik lassen. Ich arbeite selbst in der IT und möchte behaupten, dass viele Männer hilfloser sind als ich, wenn etwas nicht so funktioniert, wie sie es gerne hätten.

Alles in allem, finde ich diese Liste viel zu oberflächlich, zu beliebig. Es gibt viel mehr, viel schönere Dinge, die Männer zu tollen Wesen machen. Vielleicht können sich die weiblichen Leser eher mit dieser Liste anfreunden:

  1. Ich liebe ihre starken Arme, die mich festhalten, wenn ich mich verloren fühle. Sie geben mir das Gefühl, dass mir nichts passieren kann, dass sie da sind und mich beschützen.
  2. Ich liebe ihre Wärme. Mit einem Mann an meiner Seite, muss ich nie frieren. Sie geben mir ihre Jacke, ohne selbst zu frieren. Liegen sie im Winter neben mir, kann ich meine kalten Füße an ihre Beine schmiegen und gewärmt einschlafen.
  3. Ich liebe es, wie sie mir auf die Stirn küssen und mir so das Gefühl geben, etwas besonders wertvolles zu sein.
  4. Ich bewundere sie für ihre körperliche Stärke. Seitdem ich meinen Einkauf immer allein bis in den 5. Stock tragen muss, bewundere ich, wie Männer sogar volle Bierkästen ohne Mühe durch die Gegend schleppen.
  5. Ich bewundere sie für ihre Furchtlosigkeit. Sie drehen sich nicht regelmäßig um, wenn sie nachts alleine nach Hause gehen. Sie fühlen sich sicher, sind mutig und lassen sich nicht vom Weg abbringen.
  6. Ich liebe es, wenn sie mit ihren Kindern so wunderbar kreativ spielen. Ein Mann kann auch aus der kleinsten Kleinigkeit ein Abenteuer machen. Das können Frauen natürlich auch, aber Männer haben ihren eigenen, unverwechselbaren Stil.
  7. Ich liebe sie für ihre Entspanntheit. Wenn ich sie neben mir schlafen sehe, ähnelt das einem rundum glücklichen Baby.
  8. Ich liebe sie dafür, dass sie mich beschützen wollen, sich Sorgen um mich machen. Sie zeigen mir, dass ich zu ihnen gehöre.
  9. Ich liebe sie für ihre innere Ruhe. Viele Männer strahlen so viel Ruhe aus. Ruhe die mir fehlt. Ruhe die ich ungemein genieße.
  10. Ich bewundere Männer dafür, dass sie sich für ihre Familie aufopfern. Sie arbeiten auf Anschlag, damit Frau und Kind es gut haben. Sie streben nach Karriere, um ihre Liebsten abzusichern.

Das sind Dinge, die ich an Männern schätze. Es sind keine Oberflächlichkeiten, keine Bohrmaschinen, keine Autos, keine Belanglosigkeiten.

Männer sind unglaublich liebenswert! Leider sind sich viele Männer dessen nicht bewusst. Manche Eigenschaften sind einfach verloren gegangen. An alle Männer die das hier lesen: Werdet euch bewusst, wie toll ihr sein könnt! Und dann raus mit euch. Umarmt eine Frau mit euren starken Armen. Wärmt sie, damit sie nicht friert. Beschützt sie, damit sie keine Angst haben muss. Gebt ihr das Gefühl, etwas ganz besonderes zu sein! Denn dafür lieben wir euch.

I need a Hero

Man kann über Geschlechterrollen denken was man will, aber es gibt eine Eigenschaft, die ich Männern zuschreibe. Männer sind Mutig und haben ein Interesse daran, Frauen zu beschützen. Das scheint aber irgendwie meine Hollywood-Lovestory-Denke zu sein. Seitdem Frauen immer emanzipierter werden, scheinen Männer davon auszugehen, dass wir uns selbst verteidigen und beschützen können. Es schmeichelt mir, wenn jemand annimmt, dass ich in jeder Situation alleine zurecht komme. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen ich in meine Hollywood-Denke zurückfalle.

Als ich gestern Nacht in einem Parkhaus stand, vor mir ein Mann, den ich kurz vorher in einem Club kennengelernt hatte, wurde es mir bewusst. Mein Glaube an das Gute im Menschen ist ziemlich unerschütterlich. So dachte ich nicht darüber nach, wieso dieser Herr meine Hand griff und mich zum Parkhaus zog. „Was wollen wir denn hier?“, „Du wirst schon sehen, im Club war es einfach zu voll, hier ist es doch viel romantischer!“. Ein Parkhaus romantisch? Er wird schon wissen was er tut, dachte ich. Erst als ich mich auf dem Parkdeck an der Wand stehend wiederfand, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Der will vögeln! Ich schaute mich um, wie komme ich hier am schnellsten wieder raus? Er drückte mich gegen die Wand und begrabschte mich. „Ist ja nicht wirklich romantisch hier, ich geh wieder zurück“. Verdutzt schaute er mich an, hielt mich fest und faselte: „Aber Hase, du willst das doch auch. Hase, hab dich nicht so!“ . Ich stieß ihn von mir weg und lief so schnell es ging Richtung Ausgang. Er lief mir hinterher und rief: „Hase, warte doch mal, wo willst du hin?„. „Ich bin nicht dein Hase!“ erwiderte ich ängstlich. Gottseidank war er nicht mehr so schnell unterwegs, so dass ich entkommen konnte.

Es ist leider nicht die erste Situation dieser Art, die ich erleben musste. In solchen Momenten schaltet sich in meinem Hirn die „Hollywood-Denke“ an. Wenn man nur fest genug daran glaubt, kommt der Retter vorbei, der Hero, der die ganze Situation mitbekommen hat. Er zieht den Kerl weg, fragt ob es mir gut geht und nimmt mich in den Arm. Dieses Bild schwebte in meinem Kopf, als ich dort an der Wand stand. Ich muss nur fest genug daran glauben, dann wird schon jemand den Helden spielen.

Natürlich war dem nicht so. Ich war auf mich allein gestellt. Es war nicht die einzige Situation, die nach einem „Retter“ verlangte. Im Club wurde ich so oft angetatscht, von Fremden umarmt, vollgelabert etc.. Ich wehrte mich so offensichtlich, dass es hätte auffallen müssen.

Warum setzt da bei keinem Mann ein Beschützerinstinkt ein? Merken sie nicht, dass eine Frau Schutz braucht? Auch wenn wir emanzipiert sind, in manchen Situationen wünschen wir uns einen Hollywood-Prinzen, der sich vor uns wirft.

Männer scheinen sich heutzutage ihrer Rolle nicht mehr richtig bewusst zu sein. Auf dem Heimweg traf ich mit meiner Freundin auf einen Kerl, der uns im Club unvermittelt an den Hintern fasste. Wir stellten ihn zur Rede, wollten die Gründe für sein Verhalten erfahren. „Das ist doch ein Kompliment für euch, ich hatte einfach Bock drauf.“. Sollen wir Frauen so etwas wirklich als Kompliment auffassen? Ich finde das Respektlos! Er wollte einfach nicht verstehen, dass uns so etwas unangenehm ist.

Irgendwas läuft in meiner Generation gerade falsch. Männer haben ihre Rolle verloren, oder sie interpretieren sie falsch. Frauen sind, trotz Emanzipation immernoch Wesen, die beschützt werden möchten. Wir wollen uns an euch festkrallen, wenn wir Angst haben. Wir wollen unseren Kopf auf eure Brust legen, wenn uns die Welt da draußen zuviel wird.

Vermutlich werde ich meine „Hollywood-Denke“ nicht mehr loswerden und auch in einer zukünftigen, ähnlichen Situation „I need a Hero“ schreien und hoffen, dass mich jemand hört.

Starke Frauen

Frauen in meinem Alter, Mitte 20 oder auch ein paar Jahre älter, haben oft ein „Problem“, welches in der Theorie gesehen gar keins ist. Sie sind zu stark für die Männerwelt.

Starke Frauen verdienen ihren Lebensunterhalt selbst, wohnen allein, können kochen, können backen, haben einen engen stabilen Freundeskreis und teilweise sogar noch Kinder. Sie bekommen ihr Leben komplett alleine hin, ein Mann ist nicht notwendig. Vor solchen starken Frauen haben Männer Angst. Sie fühlen sich „entmannt“, da Frau auf ihre Hilfe nicht angewiesen ist. Somit sehen sie diese Frauen gerne als beste Freunde oder als One Night Stand. Sie können der Stärke einfach nichts entgegen setzen. Was dabei gerne übersehen wird ist, dass diese starken Frauen sich nach einem Partner sehnen. Sie sehnen sich nach jemandem, der sie Nachts in den Arm nimmt, ihnen beisteht wenn es schwache Momente gibt. Man sieht es diesen Frauen nicht an, aber es gibt viele schwache Momente.

Beschützt sie

Ein sehr treffendes Beispiel ist der Heimweg. Eine starke Frau wird in den seltensten Fällen nach Hause begleitet, denn ihre Freunde wissen, sollte sie jemand bedrohen, würde sie ihn ohne Probleme K.O. schlagen. Selten wird gefragt, ob sie gut nach Hause gekommen sind. Dass diese Frauen sich nach einem Beschützer sehnen, ist den Wenigsten bewusst. Sie möchten sich fallen lassen, den Druck der Erwartungen loswerden. Sie möchten festgehalten werden, wenn sie sich schwach fühlen. Sie möchten gewärmt werden, wenn ihnen kalt ist. Das können sie zwar alles sehr gut allein, aber die Sehnsucht nach dem Moment des „Loslassens“ ist groß.

Behandelt sie wie einen Schatz

Starke Frauen möchten nicht allein sein, sie haben meist eine, wenn nicht sogar mehrere Affären, um sich wenigstens in diesen kurzen Momenten fallen zu lassen. Möchte nicht jede Frau eine Prinzessin sein? Von jemandem so behandelt werden, als wäre man ein Schatz, den es zu beschützen gilt? Die Männer nehmen jedoch an, dass sich dieser Schatz schon gut genug alleine beschützen kann und ziehen weiter.

Starke Frauen wollen sich fallen lassen können

Als eine tolle, starke Frau heute ihren Kopf auf meine Schulter legte, konnte man die Steine regelrecht fallen hören. Sie wusste, ich bin für sie da, ich beschütze sie. Ist es Sinn der Sache, dass wir Frauen den Job der Männer jetzt gegenseitig übernehmen? Ich wünsche mir, dass ich ab und zu nach Hause gebracht werde. Nicht mit dem Ziel in meinem Bett zu landen, sondern mit dem Ziel, dass ich sicher und behütet ankomme. Ich wünsche mir, dass zwei starke Arme für mich da sind, in die man sich fallen lassen kann.

Mögen wir Frauen noch so stark sein, man sollte vor uns keine Angst haben! Man sollte uns unseren Kopf auf die Schulter legen lassen, uns die Möglichkeit geben uns fallen zu lassen. Stark sein müssen wir sonst schon genug.

Vögeln nach Berufsgruppen

Dieser Artikel schwebt schon eine gute Weile in meinem Kopf rum. Inspiration dazu war eine Unterhaltung mit einem Freund auf einer Party. Er erwähnte, dass seine jetzige Frau früher mit ihren Mädels „Vögeln nach Berufsgruppen“ veranstaltet hat. Das geht wie folgt: bevor man Abends weggeht, einigt man sich auf den Anfangsbuchstaben der Berufsgruppe, die an dem Abend flachgelegt werden soll. Ok, flachlegen  ist vielleicht etwas zuviel, ich denke knutschen zählt auch zu der Vereinbarung.

Ich finde das eine ziemlich spannende Sache. Da ich 7 Jahre lang raus aus dem Singlebusiness war, hatte ich die Berufsgruppenthematik bisher noch gar nicht. Wenn man 18 ist, lernt man meist nur Studenten kennen, da zählt kein Beruf. Umso wichtiger ist es mir jetzt, wenn ich einen neuen Mann kennenlerne. Es gibt Berufe, da bekomme ich sofort ein Leuchten in den Augen. Die absolute Nummer 1 dabei ist die Polizei, ein Polizist, da geht mir direkt das Herz auf! Nummer 2 sind Lehrer, ebenfalls eine sehr begehrenswerte Berufsgruppe. Das mag daran liegen, dass beide Gruppen eine gewisse Macht ausüben, das finde ich irgendwie faszinierend.  Frauen in meinem Alter schauen sehr genau hin, ob der Angebetete theoretisch eine Familie versorgen könnte. Das sorgt dafür, dass der Beruf sogar ein Ausschlusskriterium sein kann. Männer können sich das selten vorstellen, ich kenne jedenfalls keinen, der eine Frau wegen ihres Berufes ablehnt.

Auf einer der letzten Partys haben meine Freundin und ich uns vorgenommen, eine Berufsgruppe auszusuchen. Und voila, wer sprach uns an…2 Polizisten 😉 Das könnte ich immer so haben! Wenn ich es nicht besser wüsste…wäre mein Zukünftiger entweder Polizist, oder Lehrer 😀

Das macht für mich auch genau den Reiz an dem Mann aus, der uns da ansprach. Klar sieht er gut aus und scheint ein netter Typ zu sein, aber die Vorstellung, dass er mich verdammt gut beschützen könnte, hat was. Ich weiß genau, würde es zum Beispiel in einem Club Stress geben, würde er eingreifen. Unglaublich sexy! Beschützerinstinkt bei Männern ist mir sowieso sehr wichtig, man will doch schließlich die Prinzessin sein 🙂 Dazu noch der Fakt, dass sein Mitbewohner ebenfalls Polizist ist und was mit meiner besten Freundin am Laufen hat….perfekt!

Jule

Der feige Franzose

Den 2. Teil meines Urlaubs verbrachte ich mit meiner besten Freundin in Amsterdam.

Amsterdam ist eine sehr schöne Stadt, die wichtigsten Punkte kann man gut zu Fuß erkunden. DIe Partyszene hat ebenfalls einiges zu bieten. Leider eher in die Elektrorichtung, aber wir haben doch noch einen rockigeren Club auftun können. „The last Waterhole“ ist eine Mischung aus Kneipe und Club. Die Tanzfläche ist klein und befindet sich vor einer ebenfalls kleinen Bühne, auf der jeden Abend 2 Bands auftreten. Die Getränkepreise sind für unsere Verhältnisse gut gepfeffert. Für ein 0,25ml belgisches Kirschbier zahlt man da schonmal 3,50 €….

Als wir den Club betraten, fiel mir sofort ein sehr hübscher Mann an der Bar ins Auge. Wir lächelten uns kurz an, konzentrierten uns aber auf die Liveband. Das Publikum in diesem Club war teilweise sehr freaky, gerne erinnere ich mich an die „Glitzer-Omi“, eine schätzungsweise um die 70 Jahre alte Frau, deren Klamotten von oben bis unten glitzerten. Es war schön, ihr beim Tanzen zuzuschauen, da weiß man wie man sein möchte, wenn man alt ist. Ich will definitiv eine Glitzer-Omi werden 😀

Nach ein paar weiteren ausgetauschten Blicken mit dem hübschen Mann an der Bar, fasste er sich ein Herz und sprach uns an. Die Kommunikation gestaltete sich leider etwas schwierig. Er war Franzose, sein Englisch dementsprechend nicht so doll. Außerdem war es sehr laut in dem Club, was nicht zur Verständigung beitrug.

Somit taten wir unser Bestes und fanden heraus, dass Emilian(oder so…) aus Lyon stammte und 24 Jahre alt war. Er war so ein Mann, dem man in die Augen schaute, und direkt hin und weg war. Ein Lächeln dazu, und er würde schätzungsweise 90% der Frauen auf seiner Seite haben. Was er aber leider nicht erfunden hatte, war der Hüftschwung. Als die 2. Band spielte, gab es für uns kein Halten mehr und wir tanzten uns die Kalorien des Bieres weg. Und der Franzose? Bewegte wenn wir Glück hatten den Kopf. Die 2. Sache, die am Franzosen gar nicht ging war, dass er an uns beiden gleichzeitig rumbaggerte. Sobald eine von uns nah genug an ihm dran stand, verirrten sich seine Hände an unseren Rücken. An sich kein Problem, aber er sollte sich doch bitte für eine von beiden entscheiden. Sein Verhalten hatte nun zur Folge, dass meine Freundin und ich uns einigten, nicht auf das Baggern einzugehen.

Wenn man mich fragen würde, wie sich Clubs in Amsterdam von denen in Berlin unterscheiden, dann würde ich antworten: In der Aufdringlichkeit der Männer! Je später es wurde, desto motivierter wurden die Herren der Schöpfung. Sobald sich der Franzose nur etwas entfernte, bildete sich um uns herum ein Pulk von Männern, der leider sehr aufdringlich wurde. Es wurde versucht meiner Freundin ein Getränk einzuhelfen, ohne dass sie es wollte. Wir wurden angetatscht, ohne dass vorher auch nur ein Wort gewechselt wurde. Eine Gruppe Brasilianer war besonders dreist. Meine Freundin sagte mehrmals, dass sie bitte nicht angefasst werden möchte. Auch ich drängte die Männer zurück, schob sie mit den Armen weg, es half nichts. Als ich mir nicht mehr zu helfen wusste, bat ich den Franzosen doch bitte einzugreifen. Was tat der? Nichts! Stand da und grinste…auch niemanden sonst im Club schien es zu interessieren, dass wir gerade belästigt wurden und Hilfe benötigten.

Wir ergriffen die Flucht und mischten uns unter die Leute auf der Tanzfläche. Da kam auch schon die nächste Männertruppe. Der Franzose neben uns (wie ein Schießhund versuchte er die anderen Männer mit bösen Blicken von uns fern zu halten….leider wenig erfolgreich…) war den Kerlen ein Dorn im Auge, so versuchten sie ihn von uns wegzudrängen. Ich stellte mich dazwischen und hoffte, dass er sich mal ein Herz fassen und den Beschützerinstinkt anschmeißen würde. Nö, wieso auch? Er meinte er hätte gar nicht gemerkt, dass die anderen Kerle ihn weggedrängt hätten. Das wurde uns alles zu bunt, wir verließen den Club.

Da lobe ich mir doch die deutschen Männer! Da erlebt man so etwas selten.

Jule