Zuneigung gegen wilde Partyabende. Na mal sehen, ob der Deal für mich aufgeht.

Wie ja einige von euch schon wissen, ist die Jule jetzt nicht mehr auf dem Singlemarkt verfügbar. „Vergeben“ würde man das wohl beschreiben. Ziemlich frisch und somit auch ziemlich ungewohnt. Ich hatte mir ja vorgenommen, nicht allzuviel an meinem Leben zu ändern, soweit ich mich in einer Beziehung befinden würde. Doch das ist viel leichter gesagt, als getan! Komischerweise fällt meine Beste krankheitsbedingt genau an dem Abend aus, an dem ich meine „Singleabschiedsparty“ geben wollte. Gottseidank fand sich noch eine sehr gute Freundin, die mich auf die „Indie Rock“ Party meiner Stammbar begleiten würde. Sie ist allerdings ebenfalls vergeben. Egal was andere behaupten, es ist etwas anderes, als vergebene Person wegzugehen. Die Blicke sind anders, das Ziel ist logischerweise anders. Als Single gelten die Blicke den wunderschönen Männern mit dem Ziel, einen davon „abzuschleppen“. Man möchte meinen, diese „Umstellung“ auf Beziehung verlaufe ganz einfach und automatisch. Vergesst es! Das „Singleprogramm“ läuft im Kopf ab, ohne dass man etwas dazu tun würde. So checkte ich automatisch aus, welches „Material“ sich auf der Party befand. Wie oft hatte ich doch den Impuls meiner Besten zu schreiben, wie sehr ich sie vermissen würde und wieviele hübsche Männer sich doch in der Bar tummeln würden. Dazu passte sogar noch die Musik. Ich war traurig. Keine Beste da, keine Möglichkeit zu flirten, da man das ja nicht tut, so als „Beziehungsmensch“.

Was will man auch nach einer knappen Woche Beziehung erwarten, vom Hirn? Spätestens nach zwei Bier schaltet sich da wieder das alte Programm an: Abchecken, auschecken, klarmachen. Natürlich habe ich mich dagegen gewehrt, mit Erfolg. Aber wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo der Peter her. Mein Kryptonit. Der Mann, der mich durch seine alleinige Anwesenheit schon total kirre macht. Gut sah er aus! Frisch beim Friseur gewesen, also die Haare schön! Und was soll ich sagen: Immer schön in meiner Sichtlinie positioniert! Ich dachte, ich werd wahnsinnig. Also erstmal die erste Hilfe ergriffen, und umgedreht. Was ich nicht sehe, ist nicht da! Nicht mal aufs Klo habe ich mich getraut, da der Kerl natürlich direkt davor stand. Unclever ist er ja nicht, der Peter. Nachdem sich meine Begleitung verabschiedet hatte, tanzte ich noch eine Runde mit entfernten Bekannten. Auf die kann man sich natürlich nicht verlassen. Nach einer knappen halben Stunde, stand ich nun allein da. Ich versuchte möglichst auffallend zu tanzen. Vielleicht würde sich ja jemand zu mir stellen und mich unterhalten. Aber nö, mein Beziehungsstatus strahlte anscheinend aus. Ich wartete ein Lied ab, ich wartete zwei Lieder ab. Irgendwann wurde es mir zu doof. Ich schnappte meine Sachen, und trat den Heimweg an. Kurz nach 0 Uhr. Was ist denn da los? Da steigt die Stimmung doch gerade erst! Normalerweise bin ich nicht vor 4 Uhr nach Hause zu bekommen. Wenn mein Kerl wenigstens zu Hause auf mich warten würde, aber nein. Im Schneegestöber lief ich Richtung Heimat und dachte nach. War es das jetzt? War es das jetzt mit den ausschweifenden Partys? War es das jetzt, mit den vielen Erlebnissen am Wochenende? Diese Gedanken machten mir Angst. Wie sehr hab ich die Singlewochenenden doch genossen. Natürlich ist es schön abends auf der Couch zu kuscheln, aber mein Körper verlangt nach Musik, nach Tanzen, nach Eskalation. Zu sehr habe ich mich gewöhnt an das ausschweifende Leben.

Der Cut war mir zu hart. Ich kann doch nicht von 100 auf 0 zurück schalten, das macht mir Angst. Vermutlich wäre der Abend als Single genauso gelaufen. Naja, wobei, ich wäre wohl noch geblieben. Geblieben um mein Kryptonit anzuschmachten. Ich hätte viel mehr getrunken, viel mehr gebaggert und mich am Ende an irgendeinen Hals geschmissen. Ist schon gut so, wie es ist, aber der Ausstieg fällt mir schwer. Wer das eine will, muss das andere mögen. Gut gesagt, aber besser gesagt, als getan. Ich hoffe ich gewöhne mich daran. Manchmal muss man auch etwas aufgeben, um etwas gewinnen zu können. Zuneigung gegen wilde Partyabende….na mal sehen, ob der Deal für mich aufgeht.

10 Gedanken zu „Zuneigung gegen wilde Partyabende. Na mal sehen, ob der Deal für mich aufgeht.

  1. tagebuchschreiberin sagt:

    Kommt mir sehr bekannt vor. 😀 Es ist am Anfang wirklich nicht leicht für ein Single-Gehirn auf das Programm „Vergeben“ zu switchen. Am besten klappt das aber, wenn der Freund beim Feiern dabei ist. Obwohl ich mich da auch manchmal trotzdem umsehe…

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