Diese kleinen prickelnden Details – UniSPIEGEL 1/2018

Diese kleinen prickelnden Details – UniSPIEGEL 1/2018

Wie läuft Dating eigentlich im Studenten-Alltag ab? Welche Apps werden für die Partnersuche genutzt und gibt es das eigentlich noch, Kennenlernen im realen Leben, ganz ohne digitale Unterstützung? Auf diese Fragen suchte meine geschätzte Lieblingsredakteurin vom SPIEGEL Antworten. Die gewonnenen Erkenntnisse würden in die erste Ausgabe des UniSPIEGEL 2018 einfließen. Da ich mich bekanntermaßen in allerlei studentischen Lokalitäten herumtreibe, konnte ich Miriam einen tollen Interviewpartner vermitteln, meinen Kumpel André. Bei einer Flasche Cola trafen wir uns in unserer Stammkneipe und stellten fest, nicht einmal als Barkeeper ist es heutzutage leicht, im realen Leben einen Partner zu finden.

Gedruckt aktuell in allen Unis zu finden. Online ganz kostenfrei unter folgendem Link zu lesen:

Diese kleinen prickelnden Details – UniSPIEGEL 1/2018

www.spiegel.de/spiegel/unispiegel/d-155561761.html

Funfact

Auch dieses Mal ist es wieder passiert. Schon als ich Miriam für einen SPIEGEL Artikel zum Thema „Single sein“ Rede und Antwort stehen durfte, hatte sich mein Beziehungsstatus zur Veröffentlichung des Textes in „vergeben“ geändert. Dieses große Glück erwischte nun auch Protagonist André. Die Dame hat er übrigens im realen Leben kennengelernt, ganz ohne Datingapp 🙂

Müssen wir nicht langsam erwachsen werden?

„Ein alkoholfreies Bier bitte.“, sagte ich zu meinem Barkeeper, als ich ein Kichern neben mir vernahm. Ein junges Mädchen, vermutlich gerade mit dem Studium gestartet, musterte mich. Ihr Blick blieb an meinen Haaren hängen, an denen der Zahn der Zeit nicht Halt gemacht hatte. Sie belächelte die ersten grauen Haare, die meinen Kopf zierten. Dabei fühlte ich mich doch wie 22. Muss ich langsam erwachsen werden?

Als mich eine liebe Freundin vom Spiegel-Magazin fragte, ob ich ihr für einen Bericht eine*n Single-Student*in vermitteln könnte, dachte ich mir: Nichts leichter als das! War ich mir doch sicher, dass ich in meinem studentischen Single-Freundeskreis im Handumdrehen einen passenden Protagonisten finden würde. Doch während ich durch meine Facebook Freundesliste scrollte, kam ich ins Zweifeln. Studenten? Fehlanzeige. Singles? Fehlanzeige. Ich blickte nur auf romantische Pärchen-Profilbilder und Karriere-Typen in Anzügen. Hatte ich die letzten Jahre verpennt, oder warum ist mir nicht aufgefallen, dass sich mein Umfeld schleichend veränderte?

Es ist alles wie früher, nur wir haben uns verändert

Noch vor 3 Jahren stürmten wir im Rudel Single-Partys und ließen keine Veranstaltung im Studentenclub aus. Günstige Preise und überdurchschnittlich attraktive Gäste gaben uns das Gefühl, genau am richtigen Platz zu sein. Wir waren jung, wir waren frei und genossen unser unbeschwertes Leben in vollen Zügen. Aber Moment mal…hat sich daran wirklich etwas geändert? Nein. Auch heute sind die Semestereröffnungspartys unserer Stamm-Studentenkneipe eines unserer  Feier-Highlights des Jahres. Auch heute noch treffen wir uns an den Wochenenden bei einem günstigen Bier im Studentenclub. Es ist alles wie früher, nur wir haben uns verändert.

 Die Unverbrauchtheit der anderen hält uns jung

40 Stunden Jobs, zusammenziehen und Zukunftsplanung, das steht heute auf unserer Agenda. Trotzdem leben wir unser Leben, als wären wir keinen Tag älter als 22.Ist es nicht an der Zeit, langsam erwachsen zu werden? Spieleabende, Clubs für „Erwachsene“, vielleicht sogar ein Pärchen-Tanzabend. Sollte nicht so unser Partyleben aussehen? Nein. Allein bei der Vorstellung graust es mich. Was wollen wir zwischen all den „Erwachsenen“, die unsere Klagen wie „Früher war auch alles besser“ oder „Das Leben ist hart“ mit einem stummen Nicken bejahen würden? Ist es nicht die naive Jugendlichkeit der Menschen um uns herum, die wir während unserer studentischen Feierabenteuer spüren, die uns nicht mit dem Leben brechen lässt? Diese Unverbrauchtheit der Menschen, die mit uns im Beat der besten 90er hoch und runter springen, hält auch uns in Bewegung.

 Was kostet die Welt, wenn wir für ein Bierchen nur 2,20€ ausgeben?

 Ja, auch in meinem Freundeskreis gibt es Momente, in denen das “Erwachsen sein” sich Bahn bricht. Wenn wir uns am Freitagabend bei einem alkoholfreien Bier darüber unterhalten, ob es nicht langsam einmal Zeit wäre, an eigenen Nachwuchs zu denken. Doch dann schauen wir uns um, sehen die jugendliche Naivität in den Augen der anderen Gäste unserer Studentenbar und plötzlich ist er wieder da, der unverbrauchte Leichtsinn, der uns so oft abhanden kommt. Es dauert keine 5-Minuten und wir fühlen wir uns wie 22, spüren die ganzen offenen Türen, die wir sonst so gerne ignorieren. Was kostet die Welt, wenn wir für ein Bierchen nur 2,20 € ausgeben? Indem wir unseren Studenten-Lifestyle beibehalten, sperren wir das Erwachsenwerden aus. Wir bleiben in unserer Filterblase, die den Ernst des Lebens einfach nach draußen verbannt. Genau aus diesem Grund bin ich mir sicher: Erwachsen werden können die anderen. Soll das junge Gemüse in unseren Lieblingsclubs doch kichern, wenn wir mit ersten grauen Haaren an der Bar nach einem Bier verlangen. Was interessiert die fehlende Farbe im Haar, wenn in uns das bunte Leben tanzt.

Single-Männer

Anlässlich des heutigen „Männertages“, möchte ich dem anderen Geschlecht ein paar Zeilen widmen. Je mehr man in „eure“ Welt einsteigt, je klarer wird, wieso gewisse Exemplare von euch noch Single sind. Wenn ich Männer treffe, sind diese bestenfalls Single. Wieso das so ist, versuche ich in einer kleinen Charakterisierung aufzuzeigen:

„In-den-Tag-hinein-Lebende“ – Dieses Exemplar taucht in letzter Zeit vermehrt auf. Oftmals sind es Studenten, langjährig oder auch erst frisch. Erkennbar an einem tagtäglich verschlafenen Blick, die Unkenntnis über den aktuellen Wochentag und immer einer seinesgleichen suchenden Entspanntheit. Es häufen sich diese Exemplare vor allem in sozialen Berufen und Studiengängen. Sie wollen ihr Leben ruhig angehen, die nächsten x+2 Jahre den Alltagstrott zwischen Ausschlafen, in die Uni gehen (oder auch öfter mal nicht), Feiern, viel rauchen und trinken, Ausschlafen etc. nicht verlassen. Diese Exemplare eignen sich sehr gut für eine Affäre, sie haben viel Zeit und erzeugen auch bei ihrem Gegenüber eine innere Ruhe. Als fester Partner ist dieses Exemplar absolut ungeeignet, außer Frau möchte der Hauptverdiener sein, denkt nicht an Kinder und trinkt gerne mal einen mit. Diese Sorte von Männern wird frühstens mit Mitte 30 erwachsen und ist dann vielleicht sogar eine gute Partie.

„Dauersingles“ – Die Dauersingles sind im Normalfall sehr gut aussehende Männer. Ein tolles Lächeln, schöne Augen, sportlicher Körper – sie ziehen Frau direkt in ihren Bann. Es sind die Männer, die uns in Clubs oder Bars schon seit Jahren auffallen, an die Frau sich aber meist nicht direkt rantraut. Man trifft sie auf jeder guten Party, aber eine weibliche Begleitung haben sie nie. Manchmal ergibt sich ein günstiger Moment und man darf einen solchen Mann kennenlernen. Schnell wird Frau aber merken, dass dieser Mann zwar viel Liebe in seinem Herzen trägt, die meiste davon allerdings für sich selbst. Er erwartet von Frauen angehimmelt zu werden, möchte aber trotzdem „jagen“ gehen. Diese Exemplare müssen sich Hals über Kopf verlieben, damit sie ihre Denkweise verändern und zu tollen Kerlen werden. Sobald eine Frau es schafft, dass ein hübscher Dauersingle ihr verfällt, kann sie sich ziemlich sicher sein, dass er ihr so schnell nicht von der Seite weichen wird.

„Die Besonderen“ – Die „Besonderen“ sind auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar, auf den zweiten Blick eröffnet sich aber eine interessante Persönlichkeit. Meist haben diese Exemplare abgefahrene Hobbys und Vorlieben. Sie faszinieren uns und lassen uns neue Dinge kennenlernen. Diese Exemplare sind super Freunde, da sie uns an Erfahrungen bereichern. Als Partner kann man so einen besonderen Menschen nur halten, soweit man selbst die gleichen Interessen teilt, oder ähnlich verrückt ist. Findet sich ein Paar in dieser Konstellation, wird es schwer dieses zu trennen.

„Der Karrieretyp“ – Der Karrieretyp ist einer der schlimmsten Herzensbrecher. Jedenfalls mir haben meist diese Exemplare das Herz gebrochen. Es sind tolle Männer! Gut erzogen, geschmackvoll, liebevoll…man kann die Beschreibung beliebig erweitern. Eigentlich sind es die Traummänner, wenn da nicht ihr Job wäre. Sie stecken alle ihren Energien in die Arbeit. Das ist im Ansatz eine tolle Sache, sie sind erfolgreich und wissen was sie wollen. Sobald jedoch der Chef ruft und ein interessantes Projekt irgendwo auf der Welt anbietet, sind sie weg. Sie sind örtlich meist flexibel, ziehen viel um und siind nirgendwo richtig zu haus. Mit diesen Männern kann man glücklich werden, soweit sie sich für länger irgendwo niederlassen. Dieses Glück ist jedoch mit einem Enddatum versehen. Karrieretypen mögen keine Fernbeziehungen, sie ziehen einen klaren Strich unter eine Liebe, wenn sie gehen. Die meist einzige Möglichkeit einen solchen Mann an sich zu binden, ist mit ihm zu gehen, egal wohin es ihn treibt. Dafür muss Frau aber ihr Leben aufgeben, ohne Garantie auf Erfolg der Beziehung. So ein Risiko geht kaum eine Frau mehr ein.

Wie oft habe ich mir wegen eines Karrieretypen die Augen ausgeheult. Das ist genau der Typ, den ich gerne hätte, ohne die Nachteile natürlich 😉

Es wird immer merklicher, dass die „guten“ Männer vom Markt sind. Wollen wir hoffen, dass sich für uns suchende Singledamen, doch noch einer irgendwo versteckt hat 🙂

An alle Männer: Habt einen schönen Herrentag! Betrinkt euch nicht zu sehr und denkt vielleicht mal über euch und eure Rolle in der Gesellschaft nach 😉

Prost!

Öfter mal „Ja“ sagen!

What a night 🙂 Und das auf einen Montag…

Gestern war ich mit der besten Freundin für einen Pub Crawl hier in der Stadt verabredet. Wer es nicht kennt, ein Pub Crawl bedeutet, dass man durch unterschiedliche Bars zieht, dort eine gewisse Zeit verweilt, etwas trinkt und dann weiter geht. Meistens gibt es vor jeder Bar noch einen Kurzen zum „warm werden“. Der Pub Crawl gestern wurde von dem Erasmus-Programm der örtlichen Uni organisiert. Es waren also vor Allem ausländische Studenten anwesend. An sich eine tolle Sache, allerdings waren die alle erst um die 20, da kamen wir uns mega alt vor. Wir haben die ersten beiden Wodka Ahoj mitgenommen und uns danach in unsere Lieblingsbar abgeseilt. Dort gab es lecker Pommes und unser Lieblings-Honigbier *sabber*

Auf dem Weg in unsere 2. Stammkneipe sahen wir einen Rummel auf der anderen Straßenseite und meine Freundin meinte: Lass uns da mal hin und mit irgendwas fahren. Getreu meiner aktuellen Einstellung „Öfter mal Ja sagen“ machten wir einen kleinen Bogen und steuerten auf das Fahrgeschäft „Brakedance“ zu. Damit bin ich bestimmt 10 Jahre nicht gefahren. Als wir drin saßen, überkam mich etwas die Angst. Mein Alkoholspiegel war schon so, dass es mir vor kreisenden Bewegungen graute. Aber egal, man muss auch mal was riskieren. Attacke! Ich hab mir sowas von die Seele aus dem Leib gebrüllt, aber es war 1. Sahne 😀 Hat riesig Spaß gemacht. Das Tolle an so einem Fahrgeschäft ist, dass das Ding aufgrund von Musik etc. so laut ist, dass  niemand hört was man brüllt. Wir kommunizierten dann meist so: Aaaahhhhh verdammte Scheiße, wieso machen wir das? Ahhhhhh ich will hier raus. Zuckerwatte!!! Ahhhh scheiß drauf, auf die Männer, alles Trottel, Idioten aaahhhhhh.

Tja so ungefähr darf man sich das vorstellen haha 😀 Danach war mir leicht blümerant, aber die Zuckerwatte ging noch. Am Süßwarenstand sprangen uns gleich die Lebkuchenherzen entgegen. Meine Freundin konnte es nicht lassen und besorgte uns zwei kleine „Prinzessin“ Herzen 😀

In unserer 2. Stammkneipe angekommen, gab es erstmal lecker Cider. Allerdings wurde auch diese Kneipe von jungen Studenten überrannt. „Studiert ihr auch BWL? Wir im 1. Semester!“ unsere Antwort: „Neee wir arbeiten für unser Geld.“ Kurz darauf waren wir diese Kerle los 🙂

Auf dem Heimweg begegneten wir leider einem sehr, sehr betrunkenen Jungen (gerade mal 18!!!). Der lallend nach Feuer fragte. Soweit so ok, allerdings ging es dann los: „Ihr seid voll hübsch Alter! Was macht ihr jetzt noch alter? Wollt ihr tanzen alter? Müsst ihr morgen zum Rummel kommen alter!“ Herrliches Niveau 🙂 Dann musste er uns noch unbedingt in die Arme nehmen und meiner Freundin eine Liebeserklärung machen „Ich liebe dich Loretta!“ Natürlich heißt sie nicht Loretta 😉

Da war man doch froh zu Hause angekommen zu sein 🙂

Schön war es, richtig schön! Das sind so Momente, an die man sich auch noch erinnern wird, wenn man alt und grau ist 🙂

Jule