Das Problem liegt im Kopf! – Wenn die Jule mit ihrem Friseur über Männer diskutiert

Man sagt Friseuren ja gerne mal nach, dass man sich mit ihnen nur über das Wetter und den neusten Klatsch und Tratsch unterhalten kann. Das halte ich größtenteils für ein Vorurteil. Als ich heute auf dem Stuhl des Friseurs meines Vertrauens saß, ging es gleich zur Sache. Eigentlich fragte ich Kevin nur, was denn gerade Trend wäre, im Frisurenbusiness. Doch wir landeten schnell bei der These, dass Frauen ihre Frisuren meist den Vorlieben der Männer anpassen. „Manche Frauen müssen sich sogar vorher ein Okay ihres Freundes einholen, damit sie etwas abschneiden lassen dürfen!“, erzählte er mir. Hm, dachte ich. Da hat er schon Recht! Ich kann mich da nicht ausnehmen. Bevor ich meinen Haaren mit der Schere zu Leibe rücken ließ, hatte ich auch bei meinem Freund nachgefragt, wieviel denn höchstens abkommen dürfte. Schließlich will man ja gefallen! „Manchen Frauen stehen doch aber kurze Haare, ich weiß gar nicht wo da das Problem liegt.“, entgegnete ich Kevin. „Das Problem liegt im Kopf! Die Männer haben einfach ein falsches Frauenbild in ihren Vorstellungen.“. Ich war überrascht, wie tiefgründig diese Aussage meines Haarexperten doch war. Frauen mit kurzen Haaren, haben immer noch einen schwierigen Stand in unserer Gesellschaft. Irgendwie verbinden viele Männer mit kurzen Haaren: Lesbe! Wenn man mich fragt, ist in den meisten Männerköpfen folgendes Bild eingebrannt: Frau = lange Haare, bestenfalls blond. Oder etwa nicht? Zumindest wurde mir dieses gewünschte Bild schon oft genannt, ich bin sozusagen damit aufgewachsen. So investieren viele Frauen nicht nur Geld, sondern auch die Gesundheit ihrer Haare, um ja ein schönes Blondchen zu sein. „Die sehen doch alle billig aus, so künstlich!“, genau auf den Punkt Kevin! Das sehe ich nämlich genauso. Aber es zieht, wie man so schön sagt. Es zieht bei den Männern.

Ich hätte eigentlich ziemlich gerne kurze Haare. Doch leider wollte die Natur nicht so wie ich und segnete mich einfach nicht mit dem dazu passenden Gesicht. Dem Ideal, wie es in vielen Männerköpfen existiert, entspreche ich trotzdem nicht. Wenn ich Glück habe, lassen sich meine Haare dazu überreden, bis zur Schulterlänge zu wachsen. Dann ist Schluss mit lustig und es muss wieder etwas ab. Ich bin sozusagen davon abhängig, dass es auch Männer gibt, in deren Kopf eine Frau wie ich etwas Attraktives ausstrahlt.

Während Kevin wie ein Künstler an meinen Haaren herumföhnte, fiel mein Blick auf ein Bild, welches rechts neben mir stand. Darauf war David Beckham zu sehen. Ein wunderschönes Foto! Eigentlich, steh ich ja nicht auf solch perfekte Promikerle, aber als ich dieses Bild sah, wurde mir eines schlagartig klar: In meinem Kopf gibt es ebenfalls ein „Idealbild“! Ein Bild, welches den für mich optisch perfekten Mann darstellt. In jungen Jahren habe ich einmal definiert, dass mein Traummann doch bitte dunkelhaarig, grünäugig, mindestens 1,80m groß und sportlich sein sollte. Ich war ziemlich festgefahren, kann ich sagen. Hatte ich jemals einen Freund, der dem gestellten Idealbild entsprach? Nööö! Hats mir also was gebracht? Nööö! Zumindest hatte ich immer einen Grund, auszusortieren. Passt nicht, is nicht. Gottseidank wird man irgendwann älter und weiser! In meinem Fall habe ich festgestellt, dass ich was die Optik der Männer anbelangt, ziemlich flexibel geworden bin. Blond, Braun, Schwarz, Rot, Schnurtzpiepegal! Abgesehen von dem Wunsch nach einem etwas größeren Mann, ist nichts von meinen Idealen übrig geblieben. Und das ist gut so! Auf einmal finde ich den David Beckham doch nicht so unattraktiv, wie ich es einst tat. Auf einmal gefallen mir Männer, die ich in jungen Jahren, entschuldigt die Formulierung, nicht mit dem Arsch hätte angeguckt.

Diese Entwicklung kann ich bei vielen Männern allerdings nicht feststellen. Eher werden sie immer anspruchsvoller, anstatt ihre Ideale zu überdenken. Braucht ihr sie denn wirklich, die Blondinen? Welche Vorteile haben die, gegenüber den Dunkelhaarigen? Sind sie netter? Sind sie charmanter? Wie wäre es, wenn jeder von uns mal für einige Minuten in sich geht und darüber nachdenkt, welche festen Bilder sich da im Kopf festgesetzt haben? Einfach mal darüber nachdenken, ob sie noch berechtigt sind! Ein Mensch wird nicht dadurch liebenswerter, dass er sich die Haare lang wachsen lässt, ein Mensch wird nicht dadurch liebenswerter, dass er eine bestimmte Farbe auf dem Kopf trägt. Ein Mensch wird dadurch liebenswert, dass er uns liebenswert behandelt.

Ist Dating ein Hobby?

Die einen gehen Golfen, die anderen bauen an einer Modelleisenbahn. Hobbys gehören zur Freizeitgestaltung einfach dazu. Wenn ich mich regelmäßig zu Dates verabrede, ist das dann nicht auch eine Art Hobby?

Die Weihnachtsfeiertage sind durch, die Besinnlichkeit löst sich langsam in Wohlgefallen auf. Die Tage zwischen den Jahren sind für mich gekennzeichnet durch eine gewisse Planlosigkeit. War doch das Feiertagswochenende durch zu viel Bier und Muskelkater vom exzessiven Tanzen geprägt. Rumliegen, schlafen, die Zeit verstreichen lassen. In 2015 muss ja auch nichts mehr geschafft werden. Ziele gibt es schließlich erst ab 2016 wieder. Diese Übergangszeit birgt allerdings die Möglichkeit, sich ganz entspannt mit Freunden zu treffen. So saß ich gestern mit meiner Besten und einigen Bekannten in einer Kneipe um die Ecke. Irgendwann griffen die Herren der Runde die Frage auf: „Ist Dating ein Hobby?„. Sofort entbrannte eine hitzige Diskussion.

Dating als regelmäßige Freizeitbeschäftigung

Kann man Dating als ein Hobby bezeichnen? An dieser Stelle befragen wir doch mal schnell Wikipedia, nach der Definition des Wortes „Hobby“ und erhalten folgendes:

Ein Hobby (deutscher Plural: Hobbys), auch Freizeitbeschäftigung oder Steckenpferd genannt, ist eine Tätigkeit, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt. Ein Hobby ist kein Beruf und repräsentiert für den Ausübenden einen Teil seiner Identität.

Der Begriff Hobby hat eine leichte Nähe zum Begriff Spiel. Als Hobby wird eine Tätigkeit indes nur bezeichnet, wenn man für diese Tätigkeit eine im Vergleich zu anderen Freizeitgestaltungen besondere Vorliebe hat und sie regelmäßig ausübt.

Der gute alte „Lustgewinn“…

Betreibt man Dating freiwillig? Na definitiv! Man sucht sich ja sogar die zu datende Person aus. Von Zwang kann hier also nicht die Rede sein. Dient Dating dem eigenen Lustgewinn? Was, wenn nicht das? Wir suchen gute Gespräche, interessante Menschen und Anregung. Definitiver Pluspunkt für den Lustgewinn! Ob ein Date zur Entspannung beiträgt, kann man freilich nicht verallgemeinern. Jeder hat schließlich schon einmal ein anstrengendes Date erlebt, bei dem man am liebsten durch den Notausgang verschwunden wäre. Handelt es sich allerdings um ein gutes Date, kann dieses durchaus zur Entspannung beitragen. Beim richtigen Menschen, kann man sich fallen lassen. Sehr passend finde ich die Formulierung: „…und zum eigenen Selbstbild beiträgt.„. Das ist ein wichtiger Punkt. Wo, wenn nicht bei einem Date, lernt man sich selbst so gut kennen? Man bekommt direkt gespiegelt, wie man auf eine meist fremde Person wirkt. Das eigene Ich muss gekonnt dargestellt werden, damit das Gegenüber schnellstmöglich erkennt, mit wem er/sie es zu tun hat.

Dating als Spiel

und repräsentiert für den Ausübenden einen Teil seiner Identität.“ – in meinem Fall würde ich auch dieser Definition zustimmen. Es ist definitiv ein Teil meiner Identität, dass ich gerne neue Menschen kennenlerne und das lässt sich ja bekanntlich durch Dating relativ leicht umsetzen. Ob jemand Spaß am Dating hat, ist denke ich auch eine Typfrage. Wem es Spaß bereitet, der ist im Normalfall auch eine gesellige Persönlichkeit. Ersetzen wir im Satz „Der Begriff Hobby hat eine leichte Nähe zum Begriff Spiel.“ das Wort „Hobby“ durch „Dating„, ergibt das für mich weiterhin eine wahre Aussage. Dating ist ein Spiel. An Spielen haben wir Menschen bekanntlich Spaß.

Die Regelmäßigkeit macht’s

Am Ende der Definition wird von „Regelmäßigkeit“ gesprochen. Ab wann gilt Dating denn als regelmäßige Tätigkeit? Gute Frage! Wenn ich jetzt mal einen groben Durchschnitt aus meinem Datingleben in 2015 nehme, dann kann man schon sagen, dass knapp alle 3 Wochen ein Date stattfand. Nicht immer waren es neue Menschen, gelegentlich datet man einen Menschen ja auch öfter. Ist „alle 3 Wochen“ regelmäßig? Ich denke schon! Das ist auch Jahreszeitenabhängig. Im Sommer geht man schneller mal auf ein Eis aus. Der Winter verführt zur Gemütlichkeit und lässt die Dates rarer werden.

Ein weiterer großer Streitpunkt bei der gestrigen Diskussion war das Statement, dass Dating eher „Arbeit“ sei. Auch hier kann man getrost Wikipedia zu Rate ziehen:

Ein wichtiges Kriterium für die Unterscheidung, was als Hobby oder als Arbeit gilt, ist häufig, aber nicht notgedrungen, ob es als Quelle für den Lebensunterhalt dient. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden diejenigen, die sich in ihrer Freizeit mit einem Fachgebiet befassen, Amateure bzw. Ehrenamtliche genannt – als Gegenstück zum beruflichen Fachmann, Profi. Eine ehrenamtliche Tätigkeit muss allerdings kein Hobby sein, sondern kann auch dem Notwendigkeitsdenken entspringen.

Jedes Date kostet, auch wenn es nur Zeit ist

Brauchen wir das Dating für den Lebensunterhalt? Ich denke nicht! „Arbeit“ ist vermutlich eher als Anstrengung gemeint, welche für Dates auf sich genommen wird. Fahrtwege, finanzielle Aspekte und als nicht zu vernachlässigender Punkt: Zeit!. Jedes Date kostet uns etwas. Haben wir das Gefühl, aus dem Date nicht genug „Lustgewinn“ zu ziehen, kommt es uns wie Arbeit vor. Hier eröffnet sich eine neue Sichtweise auf die „Dating als Hobby„- Diskussion: Kommt es vielleicht auf die Erwartungshaltung an? Ist Dating erst Hobby, wenn wir von einem Date Sex oder Liebe erwarten? Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Ich für meinen Teil gehe in jedes Date mit einer gewissen Erwartung. Ich erwarte einen spannenden Menschen kennenzulernen, der bestenfalls auch noch zu mir passt. Das ist für mich kein ausschlaggebendes Kriterium, warum Dating nicht als Hobby bezeichnet werden kann.

Abschließend betrachtet lässt sich für mich kein Aspekt auftun, der gegen „Dating als Hobby“ spricht! Natürlich sollte niemand vergessen, dass der Datingpartner ein Mensch ist, den man wertschätzen sollte. Dating nur des Datings wegen, ist keine Lösung. So viel Spaß es auch bringt, das Endziel sollte doch eine funktionierende Beziehung sein.