Mehr Respekt für unsere Polizeibeamten!

Insgesamt 7 verletzte Polizisten, nach der Demo am Montag in meiner Heimatstadt. 7 Menschen, die einfach nur ihren Job gemacht haben. Wer mich kennt weiß, dass ich Polizisten sehr schätze. Bis zum Montag kam ich allerdings relativ wenig mit ihnen in Kontakt. Abgesehen von meinem privaten Freundschaften mit dieser Berufsgruppe, sehe ich sie nur an Bahnhöfen stehen, oder in der Stadt Streife fahren. Auf der Anti-Pegida-Demo in meiner Heimatstadt, durfte ich die Polizei mal in Action erleben. Allein schon die komplette Schutzausrüstung, die muss bestimmt um die 10kg wiegen. Ziemlich respekteinflößend, finde ich. Da standen sie nun, unsere Freunde und Helfer. In der Kälte, mitten im Regen, mussten sie versuchen die Demo, sowieso auch die Gegendemo, zu schützen. Es ist egal, welche politische Einstellung ein Beamter hat, wird er zu einer rechtsorientierten Demo gerufen, muss er die Demonstanten verteidigen. Da zählen keine Meinungen, da zählt kein richtig oder falsch, da muss ein Job gemacht werden.

Dafür bewundere ich unsere Polizisten. Sie stellen sich dazwischen und wissen ganz genau, dass einige Chaoten nur deswegen anwesend sind, um sich mit ihnen anzulegen. Wenn ich mich in die Lage der Angehörigen eines Polizisten versetze, stelle ich mir das sehr schwierig vor. Ich verabschiede mich da morgens nicht von einem Büroangestellten, der im schlimmsten Fall mit einer Sehnenscheidenentzündung nach Hause kommt, sondern von einem „Staatsdiener“, der jeden Tag Gewalt und Gefahr ausgesetzt ist. Sichern sie zum Beispiel eine rechte Demo, bekommen sie die Steine, Flaschen und Böller ab, obwohl ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, als ihren Job zu machen. Dabei sind Polizisten Menschen wie du und ich. Darum kann ich es nicht nachvollziehen, warum einige Chaoten so darauf aus sind, sich auf verschiedenen Veranstaltungen mit der Staatsgewalt hauen zu müssen. Natürlich gibt es, wie in jeder Berufsgruppe, auch unter den Beamten Idioten! Es wird teilweise zu viel Gewalt angewendet, welche nicht nötig gewesen wäre. Einer meiner Freunde bekam bei der Demo am Montag Pfefferspray zu spüren, obwohl er sich friedlich verhielt. Ich möchte aber behaupten, dass der Großteil der Polizisten sich ordentlich benimmt, um das Leben anderer und das eigene nicht in Gefahr zu bringen.

Alle Polizisten die ich kenne, üben ihren Job mit Leidenschaft aus. Sie fühlen sich dazu berufen, andere Menschen zu schützen. Und was erhalten sie oft als Gegenleistung? Eins auf die Fre***! Meiner Meinung nach können wir froh sein, dass wir so mutige Menschen haben, die ihr Leben für uns aufs Spiel setzen. Schaue ich mir andere Länder an, könnte es uns um einiges schlimmer treffen. In meinen Augen vermittelt die Polizei Sicherheit. So geht es mir zumindest. Ist ein Polizist in der Nähe, fühle ich mich sicherer. Ich habe großen Respekt vor dieser Berufsgruppe. Schon das eher abwertende Wort „Bullen“, kommt mir selten über die Lippen. Ich bin der Polizei dankbar, dass sie jeden Tag wieder und wieder ihren Kopf hinhalten, wenn irgendwelche Idioten Mist bauen. Aber auch die Beamten sind keine Superhelden. Aufgrund fehlenden Personals, kommt es trotzdem immer wieder zu Situationen, in denen es eskaliert. Ich stelle mir das horrormäßig vor. Ich will nur meinen Job machen, und auf einmal prügeln alle auf mich ein. Auch wenn Polizist sein eine Art „Berufung“ ist, so ist es doch ein normaler Job, für den es am Ende nicht einmal genug Gehalt gibt.

Ich finde es wichtig, den Beamten Respekt zu zollen. Irgendwann kommen wir vielleicht mal in eine Situation, in der wir Hilfe benötigen. Dann werden wir uns vielleicht ärgern, dass wir unsere Helfer zuvor gerne mal mit Böllern und Steinen beworfen haben.

„Möchten Sie zur Pegida Kundgebung?“ – „Neeeeee!“ – Demos sind wohl nicht mein Ding

Zu Beginn möchte ich klarstellen: Ich bin politisch links orientiert. Nicht radikal, aber schon klar und deutlich. Diese ganze Pegida-Bewegung, ist für mich nicht verständlich. Ich lasse gerne mit mir diskutieren. Gute Argumente bringen mich zum nachdenken, aber das was Pegida vorbringt, gehört für mich nicht dazu. Bis jetzt war meine Heimatstadt relativ „Pegidafrei“. Ich spreche hier nicht von Berlin, sondern vom wunderschönen Potsdam, welches aber nur einen Katzensprung entfernt ist. Potsdam ist in meinen Augen eine sehr linke Stadt. Es gibt eine große Studentenszene und jeder ist hier willkommen. Als dann vor einigen Tagen die Ankündigung einer Pegida-Demonstration durch die sozialen Netzwerke ging, machte sich Unmut in mir breit. Zu Beginn habe ich nich daran geglaubt, dass sich Pegida-Anhänger wirklich nach Potsdam trauen. Was wollen die hier erreichen? Suchen die Ärger?

Kurz nach der Ankündigung, formierten sich direkt Gegenbewegungen. Zu Beginn etwas chaotisch, aber am Ende doch gut organisiert, entstanden zwei Gegendemonstrationen. Man kann ja leider nicht immer abschätzen, wieviel Zuspruch die Ausgangs- sowie auch die Gegendemonstration haben werden. 500 Zusagen auf Facebook heißen nicht, dass auch 500 Menschen anwesend sein werden. Die Pegida-Demo hatte am Ende knapp 40 Zusagen, die Gegendemo an die 600. Soweit, so unspektakulär.

Ich bin absolut Demo-unerfahren. Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal auf einer größeren Demonstration gewesen zu sein. Nicht weil ich mich nicht interessiere, sondern weil ich die Eskalationen, die Demos gelegentlich mit sich bringen, nicht befürworte. Diesmal ging es aber um meine Heimatstadt. Ich möchte mir die Toleranz hier nicht zerstören lassen! Ich möchte, dass hier jeder frei leben kann. Jeder kann eine Meinung haben, so lange er sie schlüssig begründen kann. Solange niemandem eine Meinung aufgezwungen wird, passt das. Ich verabredete mich nun für den Montagabend, um bei der Gegendemo mitzulaufen. Meine Begleiter waren allesamt sehr Demoerfahren. Sie versprachen mir, dass das alles eine ruhige Sache werden würde. Am Treffpunkt angekommen, machte es wirklich einen ruhigen Eindruck. Viele Menschen, die friedlich auf einem Platz standen und Musik hörten. Die Pegida-Anhänger wurden von der Polizei weitgehend abgeschottet. Wir traten einen Versuch an, näher an diese Menschentraube heran zu kommen. „Möchten Sie zu der Pegida Kundgebung?“ – fragte uns einer der voll ausgerüsteten Polizisten. „Neeeeee!“ – antworteten wir einstimmig. „Dann dürfen Sie hier nicht vorbei.“ – entgegnete der Uniformierte. Na gut, war nicht schlimm, da hatten sich sowieso nur knapp 10 Leute versammelt.

Auf dem Rückweg zur Gegendemo kam uns ein vermutlicher Pegida-Anhänger entgegen und sagte mit lauter Stimme: „Na willst du mich mal vergewaltigen?„. Ich war verwirrt. Wir liefen doch einfach nur an ihm vorbei, keine Provokation, nichts. Verdutzt schauten wir uns an, und konnten nur anfangen zu lachen. Komischer Kerl! Wieder am Versammlungsplatz angekommen, monierten meine Begleiter schon, dass es doch recht langweilig wäre. Als hätte das irgendjemand gehört, kam langsam Bewegung in die Sache. Ich hörte Geschreie, Böllerschläge und eine gewisse Hektik brach aus. Als ich mich umdrehte, sah ich mehrere vermummte Männer in meine Richtung rennen. Sie liefen zur Straße, da sich dort einige Pegida-Anhänger vor einem Hauseingang versammelt hatten. Es wurde gepöbelt, es wurde geböllert, es flogen Gegenstände. Die Polizei brauchte ein paar Minuten, um den Ernst der Lage zu erkennen. Schnell liefen den Radikalen voll ausgerüstete Spezialkräfte hinterher und stellten sich zwischen die beiden rivalisierenden Gruppen. Das war ein Moment, in dem ich wirklich Angst hatte. Ich wusste nicht, was da gerade passierte. Die plötzliche Hektik versetzte auch mich in Panik. Gottseidank hatte ich meine demoerfahrenen Freunde dabei. Sie beruhigten mich und gaben mir das Gefühl, dass mir nichts passieren könne. Nach einigen Minuten drängte die Polizei uns zurück. Es dauerte nicht lang, und schon begann es an anderer Stelle „spannend“ zu werden.

Wie angekündigt kamen Pegida-Busse aus Berlin an. Dies blieb nicht unbemerkt, und die Menschenmassen (vermutlich knapp 1000 Leute), drängte in Richtung des ankommenden Busses. Als dieser sich in Bewegung setzte, wurde er direkt von allen Seiten umringt. Weiterfahren war unmöglich. Auch hier dauerte es einen Moment, bis die Polizei begann, den Bus abzuschirmen. An dieser Stelle möchte ich aber auch ein Lob an die Beamten aussprechen. Trotz verschiedener Eskalationsmomente, hatte ich immer das Gefühl, dass die Lage unter Kontrolle war. Es waren genug Einsatzkräfte vor Ort, um Schlimmeres zu verhindern. Der Bus kam nun nur noch im Schritttempo voran. Leider musste ich zu meinem Entsetzen von anderen Demonstranten hören, dass die Beamten Pfefferspray benutzten, um die Menschen vor dem Bus zu „beseitigen“. Ab und zu flogen Gegenstände gegen die Scheiben des Busses, fügten aber keinen allzugroßen Schaden zu. In meinen Augen war die Stimmung generell aufgeheizt. Ich bin da aber wie gesagt unerfahren, meine Begleiter beschrieben die Lage als relativ ruhig. Als der Bus sich dann einen anderen Weg freikämpfen konnte, begannen die Demonstranten zu rennen. Auch der Ausweichweg sollte blockiert werden. Das wurde mir dann alles zuviel. Die latente Angst, dass es gleich eskalieren könnte, machte mich fertig.

Ich finde es toll, dass sich meine Stadt so entgegenstellt! Aber bei dem Werfen von Flaschen und Böllern, hört bei mir der Spaß auf! Nicht selten trifft es nicht die „Gegner“, sondern Menschen aus den eigenen Reihen. Ich habe da auch großen Respekt vor den Beamten, sie müssen sich auch denjenigen entgegenstellen, deren Meinung sie vielleicht ebenfalls vertreten. Abschließend stelle ich fest: Demos sind anscheinend nichts für mich. Ich bin da zu sehr Angsthase und distanziere mich von jeder Art Gewalt, zu der es bei solchen Anlässen kommt.