So wird aus „Was machen wir da eigentlich?“ eine Beziehung

„Was machen wir da eigentlich?“, wie oft habe ich mich das gefragt, als ich zwischen Kennenlernen und Beziehung stand. Warum Alltag, Verantwortung und die Familie wichtige Faktoren sind an denen man erkennt, was das denn da ist, das man mit einem anderen Menschen hat, lest ihr in meinem neuen Artikel auf beziehungsweise-magazin 🙂 

So wird aus „Was machen wir da eigentlich?“ eine Beziehung

Nicht sicher, ob es eine Affäre oder die große Liebe ist? Woran merken Die, dass Sie eigentlich bereits eine Beziehung führen? Jule Blogt kennt drei sichere Verhaltensweisen.

Source: www.beziehungsweise-magazin.de/ratgeber/partnerschaft-beziehung/so-wird-aus-was-machen-wir-da-eigentlich-eine-beziehung/

Das Glück ist manchmal nur eine Hausecke entfernt – Warum dir dein zukünftiger Partner regelmäßig über den Weg läuft

Vielleicht bist du heute auf dem Weg zur Arbeit an deiner großen Liebe vorbei gelaufen und hast es gar nicht gemerkt. Klingt unrealistisch? Ist es ganz und gar nicht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Beziehungen innerhalb von wenigen Kilometern Luftlinie -sozusagen in der Nachbarschaft- ergeben, ist ziemlich hoch. Wer jetzt überlegt welche Menschen alles in der Umgebung wohnen und zu dem Schluss kommt, dass definitiv kein Partner-Potenzial dabei ist, sollte genauer hinschauen.

Auf dem Arbeitsweg mal eine Strichliste machen

Wir gehen tagtäglich so blind durch unseren Alltag, dass wir allerhöchstens das Gesicht unserer Nachbarn kennen, die ständig unsere Pakete annehmen. Schon einmal gezählt wie vielen Menschen du begegnest, während du auf dem Weg zum Einkaufen oder zur Arbeit bist? Das sind mehr als man im ersten Moment denkt. Wer in einer Großstadt lebt, hat als junger Mensch besonders gute Chancen an der nächsten Ecke auf die Liebe seines Lebens zu treffen, denn die Stadtbevölkerung ist überdurchschnittlich jung und vor allem: Single! Schon jeder zweite Haushalt in den Ballungsgebieten ist ein Singlehaushalt. Schaue ich mir mein Wohnhaus an, kann ich diesen Wert sogar übertreffen. Knapp 70 % der Bewohner hier leben allein, wenn man von Haustieren wie Hund und Katze absieht.

Aus meinem Freundeskreis war jeder schon in einen “Nachbarn” verliebt

Wer mir jetzt immer noch nicht glaubt, dass das Glück ganz nah sein könnte, dem möchte ich von meinen Erfahrungen erzählen. Ich lebte über mehr als ein Jahr 500 Meter Luftlinie von dem Mann entfernt, in den ich mich später verliebte. Mein Lieblingsmann braucht zu Fuß 5 Minuten bis an meine Haustür, wenn er trödelt. Wir sind uns vorher nie aufgefallen, weder beim Einkaufen, noch in der S-Bahn, mit der wir lange Zeit fast zeitgleich unseren Arbeitsweg bestritten. Und mein jetziger Freund war nicht der erste “Um die Ecke-Mann” meines Lebens. Durch Datingapps wie tinder ist es plötzlich kinderleicht Menschen kennenzulernen, die sich im direkten Umfeld befinden, Ortungsfunktion sei dank.

Ein langer Pendelweg schadet der Liebe

Welche Vorteile ein kurzer Weg zum Partner hat, wurde mir in meiner Beziehung schnell bewusst. Mal fix vorbeikommen, wenn einem danach ist, das habe ich mir früher zweimal überlegt, als ich dafür noch in Bus und Bahn steigen musste. Lebt der Partner weiter weg, sind Besuche oft mit längeren Aufenthalten verbunden, um die Pendelzeit nicht allzu oft auf sich nehmen zu müssen. Das lange aufeinander hocken und die fehlende Zeit für sich selbst führt nicht selten dazu, dass solche Beziehungen erst gar nicht richtig in Gang kommen.

Die Medaille hat immer zwei Seiten

Einen Nachteil hat die räumliche Nähe übrigens doch: geht so eine Beziehung auseinander, ist die Chance hoch, sich doch ab und zu beim Einkaufen über den Weg zu laufen. Ein guter Freund drückte dieses Problem sehr passend aus: “Ich suche mir nie wieder eine hier im Stadtteil, ich veranstalte schon jetzt einen Spießrutenlauf, um den Ex- Damen nicht über den Weg zu laufen.”. Liebe ist immer eine Chance, aber auch ein Risiko. Zur Not gibt es ja immer noch eine Möglichkeit: Umziehen. Und wer weiß, vielleicht zieht es einen genau in die Ecke der Stadt, an der sie schon wartet, die zukünftige große Liebe.

 

Im Altersheim gibt’s Bier – Warum Freunde die wahre große Liebe sind

Meine Generation träumt von Liebe bis ans Lebensende, weil sie schon mit der Muttermilch disneyfiziert wurde. Dabei sind es ganz andere Menschen, mit denen wir den Großteil unseres Lebens glücklich verbringen: Freunde

Die große Liebe zu finden, das ist für meine Generation der heilige Gral der Gefühlsangelegenheiten. Hollywood hat es vorgemacht: Ein Blick, ein Lächeln und Boom: Liebe bis an unser Lebensende. Wir wurden durch bunte süße Filmchen schon mit der Muttermilch disneyfiziert. Hach, es könnte so schön sein. Die große Liebe, also der Mensch, mit dem wir unendliches Glück teilen können, ist ein Idealbild, welches unsere heutige sonst eher raue Welt wunderbar romantisiert. Zwischen Krieg, Terror und politischen Zerwürfnissen malen wir kleine Herzchen auf unseren Schreibblock, denn wir glauben: Hinter jeder Ecke könnte sie Stecken, die Person, von der wir schon immer geträumt haben. Dass dem nicht so ist, müssen wir im Verlauf der Jahre leider schmerzlich feststellen. Verlassen werden, Verletzungen aushalten, unsere hohen Erwartungen an diesen einen Menschen, können nur in einem Desaster enden.

Wie passt die Sehnsucht nach der großen Liebe mit der hohen Scheidungsrate zusammen?

Die Sehnsucht nach der großen Liebe erzeugt in uns Druck. Diesen Druck kenne ich nur allzu gut. Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir im Fernsehen regelmäßig überglückliche Frauen an, die nach ihrem perfekten Hochzeitskleid suchen. Passend zu ihrer perfekten Hochzeit und ihrem perfekten Partner. Große Gefühle auf der Mattscheibe, während ich mich seit Jahren frage: Werde ich auch einmal in so einem Brautmodengeschäft stehen, ganz in weiß? Mit Tränen in den Augen und dem Wissen den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Die Hochzeit ist schließlich das Symbol für ewige Liebe und Treue, sozusagen das Ziel, an dem es anzukommen gilt. Dass die aktuelle Scheidungsrate über 40% beträgt, verschweigt man in diesen Fernsehsendungen gern.

Die grosse Liebe auf den Partner zu projizieren ist ein Fehler

Wenn es nun aber so unwahrscheinlich ist, dass der Mensch, von dem wir eigentlich dachten, er wäre die große Liebe, dieser Rolle wirklich gerecht wird, müssen wir dann unser Traumbild über Bord werfen? Ich sage nein. Die große Liebe auf einen Partner zu projizieren ist von vornherein ein Fehler. Der Mensch an unserer Seite, dem wir ein Teil unseres geschundenen Herzens schenken, hat schon genug Rollen zu erfüllen: starke Schulter, zukünftiger Elternteil, allzeit bereite helfende Hand. Überfordern wir ihn nicht, indem wir auch noch erwarten, dass er/sie die Hollywood -Disney-Filmrolle der großen Liebe übernimmt. Vielleicht sind es gar nicht unsere Partner, die wie geschaffen dafür sind.

Im Altersheim gibt’s übrigens Bier

Das fiel mir wie Schuppen von den Augen, während ich mich in einer langen Partynacht mit meinem besten Freund unterhielt, der mich schon seit meinem 16. Lebensjahr begleitet. „Ich hoffe, dass wir für immer miteinander befreundet sind.“, sagte ich zu ihm, während wir mit einem kalten Bier anstießen. „Na klar, wir müssen uns später nur das gleiche Altersheim aussuchen.“, antwortete er amüsiert. „Im Altersheim gibt’s übrigens Bier.“, klärte ich ihn auf und wir beide mussten lachen. In meinen Gedanken malte ich Bilder, wie wir grau und faltig auf einer Parkbank sitzen würden, ein leckeres Hopfengetränk in der Hand und mit all den Erinnerungen an unsere jahrzehntelange Freundschaft im Kopf. Ich lächelte, weil ich die Vorstellung ziemlich romantisch fand. Nicht partnerschaftlich romantisch, sondern freundschaftlich romantisch. Ich war mir sicher, dass wir genau so zusammen alt werden würden, komme was wolle. Eine Scheidung gibt es für Freundschaften Gottseidank nicht. Freundschaften sind polyamor, man kann davon so viele führen, wie man möchte, ganz ohne Eifersüchteleien. Kein Fremdgehen, kein Selbstwertproblem. Auch wenn ich grau und runzlig werde, Freunde sehen nur den tollen Menschen in mir, der sich unter der alternden Hülle versteckt. Wenn ich alt sein will, dann so! Wilde Partys, durchwachte Nächte, wer sagt, dass ich das nicht im Altersheim haben kann?

Freunde sind die wahre große Liebe unseres Lebens. Es sind die Menschen, die da sind, auch wenn andere Lieben gehen. In einer Zeit, in der Beziehungen immer loser werden, meine Generation sogar als beziehungsunfähig gilt, sind Freunde die Konstanten. Sie machen das Leben lebenswert, ganz ohne große Erwartungen. Ich habe ein mulmiges Gefühl dabei, wenn ich ans Alter denke, aber es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich mir immer wieder bewusst mache: Im Altersheim gibt’s Bier. Das werde ich trinken mit den Menschen, denen mein Herz für immer gehört, der großen Liebe meines Lebens: meine Freunde.

 

Dating der Zukunft – Die höchste Form der egoistischen Selbstliebe

Aufgehübschte Avatare, virtuelle Partybesuche, ist das die Zukunft des Datings, oder doch nur die höchste Form der egoistischen Selbstliebe?

Vor 50 Jahren lernten sich die Menschen auf Tanzveranstaltungen kennen, schrieben Liebesbriefe und warteten ungeduldig vor dem Telefon darauf, einen Anruf des letzten Dates zu erhalten. Heute tindern wir uns die Finger wund, haben unsere Flirts nur einen Griff zum Smartphone weit von uns entfernt und werfen die Flinte der Liebe ins Korn, wenn sich das Objekt der Begierde ein paar Tage nicht meldet. Es ist eine rasante Entwicklung, die unser Partner-Such-Verhalten da hingelegt hat. Nicht auszudenken wie wir Menschen uns kennen und lieben lernen, wenn die Jahreszahl 50 Jahre vorspringt. Dating im Jahre 2067, wie das wohl aussehen mag?

Humanoide Roboter und virtuelle Realität – Die Zukunft des Datings?

Wer weiß darüber besser Bescheid als die Filmindustrie. Im Film “Surrogates”, in dem Bruce Willis eine Hauptrolle spielt, leben die Menschen nur noch innerhalb ihrer vier Wände. Dass auf den Straßen trotzdem jede Menge los ist, liegt an den humanoiden Robotern, die als Stellvertreter unterwegs sind. Gesteuert werden sie durch die daheim hockenden Besitzer. Schon heute ist die virtuelle Realität stark im Kommen. Wir setzen uns eine Pappbrille auf, spannen das Smartphone davor und plötzlich fühlen wir uns, als würden wir gerade durch einen dichten Urwald spazieren.

Unsere digitale Selbstdarstellung ist schon jetzt fern von der Realität

 Virtuelle oder roboterähnliche Abbildungen unseres Selbst kommen dem sich immer weiter entwickelnden Datingverhalten ziemlich entgegen. Die Selbstdarstellungen, die wir im Internet via Social Media verbreiten, ist schon jetzt eine realitätsferne Wunschvorstellung, die nur in Ansätzen mit dem Menschen dahinter übereinstimmt. Warum dann nicht gleich ein virtuelles Bild von sich erschaffen, mit dem wir uns der Außenwelt präsentieren? In Zeiten der Digitalisierung ist unsere physische Anwesenheit sowieso nicht mehr ausschlaggebend. Gearbeitet werden kann im Homeoffice, die sozialen Kontakte spielen sich schon jetzt mehr auf dem Smartphone ab, als im realen Leben. Wie einfach wäre es doch, wenn ich mit meinem hübschen Avatar via VR-Brille eine digitale Party besuchen könnte. Durch den Blick auf einen digitalen Bildschirm würde meinem Hirn weisgemacht werden, ich befände mich in einem modernen Nachtclub. Dieser wäre natürlich genau nach meinen Wünschen gestaltet. Es würde meine Playlist laufen und ich könnte im Notfall selbst DJ spielen und die Musikrichtung wechseln.

Flirten war noch nie so einfach wie beim Dating der Zukunft

Wenn ich vorher nicht vergessen habe den virtuellen Türsteher so zu programmieren, dass ich auf meiner Party nur die Leute zu Gesicht bekomme, die meinen Kriterien entsprechen, befinde ich mich in einem Raum voller wunderschöner Menschen. Die Herren tragen Bart, lässige Klamotten und lassen das ein oder andere Tattoo hervorblitzen. Die Damen hingegen kommen in lässigen Jeans und ausgewaschenen T-Shirts daher, denn solche Frauen mag ich, die stehlen mir nicht die Show. Ich befinde mich in meiner Filterblase, die nur das zu mir durchdringen lässt, was ich als schön und richtig empfinde. Gefällt mir einer der anderen Avatare, würde ich dies durch das Senden eines lächelnden Smileys zum Ausdruck bringen. Flirten war nie einfacher. Ist das Eis erst einmal gebrochen, kann ich mich mit dem digitalen Ich meines zukünftigen Traummannes an die Bar begeben, an der es natürlich nur meine Lieblingsgetränke gibt, soweit ich sie denn zu Hause habe. Mit Brille auf dem Kopf und einem selbst eingeschenkten Glas Wein in der Hand, würde ich in mein leeres Wohnzimmer hineinsprechen, aber trotzdem eine digitale Antwort erhalten.

Es gibt Maschinen, die diesen Job besser erledigen

Dass der Mann meiner Träume aus einem ganz anderen Land kommt, erweist sich im Jahre 2067 nicht als Hindernis, sondern als Vorteil. Schließlich ist jedem Nutzer eines Avatares bewusst, dass sich hinter der digitalen Fassade meist eine unansehnliche Realität verbirgt. Sport? Gesunde Ernährung? Wen kümmert’s, wenn wir an den digitalen Bildern, die uns in der Realität verkörpern, doch jeden Tag herumschrauben können. Gewicht rauf. Gewicht runter, blaue Haare, grüne Haare, wonach uns der Sinn steht. Intimitäten sind im Jahre 2067 sowieso obsolet. Es gibt Maschinen, die diesen Job besser erledigen als emotional anfällige Menschen. Wir lieben niemand anderen mehr, sondern nur noch uns selbst. Wir lieben das Bild, was wir von uns selbst kreiert haben. Wer weiß, vielleicht gibt uns die virtuelle Realität sogar einmal die Möglichkeit, uns selbst zu kreieren, nur als anderes Geschlecht? Das wäre die absolute Form der Selbstliebe und ich gehe stark davon aus, jeder würde total darauf abfahren.
 
 Aus der heutigen Perspektive mag diese Vorstellung absurd und beängstigend klingen, aber ich glaube, hätte man den Menschen vor 50 Jahren unser heutiges Datingverhalten präsentiert, wäre das Ergebnis das Gleiche gewesen: unverständliches Kopfschütteln und die feste Meinung, dass es so auf keinen Fall kommen wird.