Persönlicher Knutsch-Sklave Teil 2

„Wie man eine solche Nacht einfach vergessen kann, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ – so endete mein Artikel „Mein persönlicher Knutsch-Sklave“ Ich dachte die Geschichte ist durch, aber manchmal irrt man sich.

Die Information, dass der Herr eine Freundin hätte, stellte sich als veraltet heraus. Nach ca. einer Woche, antwortete er auf meine Nachricht und wir begannen lose Kontakt zu halten. Zufälligerweise, war er spontan Freitagabend in der Stadt. Ich ließ es mir nicht nehmen, mich mit ihm für den Abend zu verabreden. Es verwunderte mich, dass er direkt zustimmte.

Als Treffpunkt wählte ich die Bar, in der wir uns kennenlernten, meine Stammbar. Pünktlich wie ich immer bin, lief ich 10 min vor der verabredeten Zeit auf die Bar zu. Es war schon dunkel und ich sah vor dem Eingang einen Herren stehen, der meiner Verabredung verdammt ähnlich sah. Ich lächelte, er lächelte zurück. Umso näher ich kam, desto klarer wurde mir, dass es sich nicht um meine Verabredung handelte. Das Sprachzentrum meines Gehirns hatte dies aber noch nicht gecheckt und so rief ich ihm zu: „Hey, du bist ja pünktlich, und Anschluss hast du anscheinend auch schon gefunden!“. Neben ihm stand ein Typ, der mich ziemlich entgeistert anschaute. Das Lächeln meiner verwechselten Verabredung entwickelte sich schnell zu einem ungläubigen Grinsen. „Oh sorry, ich sehe gerade, ich verwechsele dich, ich bin hier eigentlich verabredet.“, versuchte ich mich aus der Situation zu retten.

Ich stellte mich ein paar Meter weiter und griff hastig nach meinem Smartphone, um mich ablenken zu können. Kurz darauf bat mir der verwechselte Herr eine Zigarette an, welche ich ablehnte. Eigentlich ganz süß der Junge, aber mir war die Situation einfach zu peinlich.

10 min zu spät erschien dann auch der richtige Herr an meiner Seite. Er sah gut aus! Verdammt gut aus! Strahlend blaue Augen, ein breites Lächeln, ich war hin und weg. Direkt zur Begrüßung drückte er mir einen dicken Kuss auf, was mich leicht aus dem Konzept brachte.

Mit einem leckeren Gin Tonic anstoßend, ließen wir den gemeinsamen Abend vor 2 Wochen Revue passieren. Laut lachend, verstanden wir uns blendend. Ab und zu griff er einfach über den Tisch zwischen uns, zog mich zu sich heran und küsste mich. Traumhaft! Leider fiel mir zu spät auf, dass wenige Meter neben uns P. stand, mein Kryptonit, der Mann, neben dem ich nur Mist fabrizierte. Er beobachtete uns, wie wir händchenhaltend und knutschend am Tisch saßen. Verdammt! Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich sowieso keine Chance bei P. hatte.

Drei Gin Tonics später, beschlossen wir zu gehen. Wie fest hatte ich mir vorgenommen, diesen Herren NICHT mit nach Hause zu nehmen. Ich wollte ein Bier trinken, quatschen, und mich dann alleine auf den Heimweg machen. Pustekuchen! Der Rückweg zog sich in die Länge: Händchenhalten, Knutschen…Knutschen….Knutschen….laufen. Das in wechselnder Reihenfolge. Noch schnell ein Selfie für den Freundeskreis geschossen, „Meins!!“ drunter geschrieben und ab ging es zu mir nach Hause.

Wir brachten zu Ende, was wir vor 2 Wochen begonnen hatten. Wir mochten uns, das kann man nicht bestreiten. Sogar meine Katze mochte ihn. Zur Erklärung: Meine Mietzekatze ist ein sehr „individuelles“ Tier. Seitdem ihr „Papa“, ergo mein Ex, ausgezogen ist, hat sie ein großes Problem mit Männern. Sobald ihr einer zu Nahe kommt, faucht und beißt sie.

Wie ausgewechselt war sie, als sie meine Begleitung erblickte. Liebe auf den ersten Blick. Als wir uns schlafen legten, hörte ich sie schon über das Laminat tippeln. Sie hüpfte aufs Bett und wählte als Schlafplatz den Bauch meines Gastes. Eingerollt und selig schnurrend, war sie im 7. Himmel.

Ich kuschelte mich ebenfalls an. Es war ein wundervolles Bild.

Der nächste Morgen war hingegen komisch. Der Alkohol hing uns in den Knochen und drückte die Stimmung. Ebenfalls war uns beiden bewusst, dass wir aufgrund der Entfernung, („Alles über 30km macht für mich keinen Sinn“ – Zitat meines Gastes) keine ernsthafte Bindung eingehen können. Wir einigten uns darauf, uns Bescheid zu geben, sobald wir uns in der Nähe des Anderen befanden.

Schlussendlich war ich froh, dass diese Bekanntschaft einen Abschluss gefunden hatte. Wir haben nichts offen gelassen, wie wir es bei der ersten Begegnung taten. Für mich war es toll, dass sich DInge manchmal anders entwickeln, als man es am Anfang gedacht hätte.

11 Kommentare

          1. Kann ich Dir nicht sagen. Ich lese aus Deinen Zeilen heraus, dass er sich wieder melden wird oder umgekehrt Du bei ihm. Wahrscheinlich kommt eine Nummer wie: jetzt war ich schon 2x bei Dir und Du noch nie bei mir.

          2. 😉 naja klar werde ich mich melden. Und ich werde auch versuchen mal bei ihm vorbei zu fahren. Aber das bleibt dann auf dem Niveau „vögeln“, und mehr nicht

          3. Dem ist so 🙂 ich erwarte nichts und wenn ich was bekommen sollte, ist das natürlich positiv

Kommentar verfassen