Jule im TV….Generation Beziehungsunfähig bei Mona Lisa im ZDF

Wie angekündigt läuft heute ein Beitrag zum Thema Generation Beziehungsunfähig im ZDF. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass ich besonders ungeduldig bin, denn das Video ist schon jetzt online abrufbar. Michael Nast, Eric Hegmann und ich geben ihren Senf zum Thema Beziehungsunfähigkeit dazu. Ist wirklich schön geworden, finde ich. Lieben Dank nochmals an Lukas und Philipp 🙂 (Ausstrahlung 03.12.16 18 Uhr im Magazin Mona Lisa)

Generation Beziehungsunfähig bei Mona Lisa im ZDF

 

 

Jule trifft…Eric Hegmann und das ZDF

Manchmal muss ich mich echt kneifen, wenn ich auf das Jahr 2016 zurückblicke. Was zwischen meinem ersten Text bei beziehungweise-magazin und heute passiert ist, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können. Erst der Beitrag im Spiegel, dann eine Anfrage vom ZDF. Ich hätte platzen können vor Freude.

Gestern war es soweit, der Dreh für das Zweite Deutsche Fernsehen stand an. Schon in der Lobby wurde ich von einem großen Herzen meines Lieblingskünstlers begrüßt, das mich über beide Ohren strahlen ließ. Als dazu noch ein wunderbar nettes, und abgesehen davon noch wunderschönes Team den Raum betrat, wusste ich: Das wird klasse.

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Vor einer malerischen Kulisse beantwortete ich Fragen zum Thema „Generation Beziehungsunfähig“. Das war allerdings nur der Anfang eines hoch spannenden Tages. Nach dem Dreh hatte ich das Vergnügen meinen beziehungsweise-magazin Chefredakteur Eric Hegmann in Empfang zu nehmen. Über mehrere Stunden philosophierten wir über die Liebe, es war ein Fest.

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Trotz der Kälte, die mich gefühlt bis auf die Knochen durchfrieren ließ, bekam ich mich am Abend kaum mehr ein vor Lachen. Mir war bewusst: Das Ding wird super. Wie sollte es auch anders sein, wenn das Fernsehen, abgesehen von mir, Herrn Nast und Eric in einem Beitrag vereint? An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Eric, Lukas und Philipp, die mir diesen Tag so unvergesslich gemacht haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Samstag, 03.12.16, 18 Uhr Mona Lisa im ZDF einschalten.

PS: Auch wenn man sie im Beitrag nicht sieht, Redakteur Lukas und Tonmann Philipp haben mir das Lächeln leicht gemacht, diese zwei Sahneschnitten 😉

Keine Medizin, nur ein Placebo – ein Brief an Michael Nast

„Generation Beziehungsunfähig“ war einer der erfolgreichsten Buchtitel des Jahres 2016. Er sollte aufzeigen, warum es für die Generationen Y und Z so schwierig erscheint, feste Bindungen einzugehen. Ob das funktioniert hat?

Lieber Michael,

mehrere Wochen Bestsellerliste, über eine Million Zugriffe auf den Text „Generation Beziehungsunfähig“. Was vor einigen Monaten nur hinter vorgehaltener Hand vermutet wurde, ist nun kein Geheimnis mehr: Wir bekommen das mit der Liebe anscheinend einfach nicht hin. Du erwartest jetzt sicherlich, dass ich mit großem Tamtam widerspreche und ein Loblied auf Schmetterlinge im Bauch anstimme. Doch da muss ich dich leider enttäuschen. Auch wenn Millionen die Diagnose „Beziehungsunfähig“ breitwillig angenommen haben, hat sich nichts geändert. Die Krankheit breitet sich eher aus, als dass sie eingedämmt werden konnte. Naja, vielleicht ist doch etwas passiert. Jetzt wird sich bei aussichtslosen Dates nicht mehr über Hobbys unterhalten, sondern über den persönlichen Schweregrad der Unfähigkeitserkrankung. „Ich hatte das ja schon, bevor es der Herr Nast erfunden hat.“, höre ich die ganzen tinder-Singles sagen. Eigentlich gar nicht so schlecht, sich einfach einen Stempel aufzudrücken, der als Ausrede für alles gilt. Entschuldigt bitte, ich kann nichts dafür. Beziehungsunfähigkeit ist die neue Laktoseintoleranz. Die hatten auch erst so viele, als sie plötzlich populär wurde.

Ein Buch als Medizin für chronische Liebesunverträglichkeit?

Ich erinnere mich gerne an den Moment, als wir uns das erste Mal begegneten. Du noch eher underground, ich komplett im tinder-Sumpf versunken. Wir unterhielten uns über prollige Profilfotos, die dir so fremd erschienen. Das ist nun zwei Jahre her. Dazwischen liegen bei mir viele, viele gute und schlechte Dates, und bei dir vermutlich viele, viele Heiratsanträge, Interviewanfragen und leergeschriebene Signierstifte.  Wie sehr habe ich gehofft, dass deine Diagnose die Heilung beschleunigt. Wenn ich erst einmal weiß woran ich leide, kann ich im Normalfall schließlich einfach in die Apotheke gehen, mir eine Pille einschmeißen, und gut ist. Das dachten wahrscheinlich auch die Leser von „Generation Beziehungsunfähig“. Ein magisches Buch, dessen Zeilen irgendeine Hirnwindung ansteuern, diese wieder gerade rücken, und zu einem statistisch signifikanten Anstieg der Heirats- und Geburtenrate führen würden.

„Kann Spuren von Liebe enthalten“

Ich bin ernüchtert. Mein beziehungsunfähiges Umfeld schlägt sich weiterhin die Nächte um die Ohren und ertränkt die Einsamkeit in zu viel Alkohol. Genauer betrachtet ist es sogar noch schlimmer geworden. Das Beunruhigende daran ist: sie fühlen sich, zumindest oberflächlich gesehen, wohl damit. Genauso wie sich einige Menschen über verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten definieren, scheinen sich viele auch in ihrer Beziehungsunfähigkeit gemütlich einzurichten. „Liebesunverträglichkeit“ ist anscheinend zum Trend geworden. Nur eine Frage der Zeit, bis in den Läden anstatt „mit Liebe gekocht“, “ Liebe-freie“- Produkte zu kaufen sind. „Kann Spuren von Liebe enthalten“, führt zu angeekelten Gesichtern vor dem Supermarktregal. Meine Single-Freunde werden mir nickend zustimmen wenn ich behaupte, dass allein kleine Spuren von Liebe dazu führen, dass die mit Gefühlen bedachte Person allergisch reagiert. Es fehlt nur noch, dass zukünftige Liebeleien während einer Liebeserklärung schnell in die Tasche greifen, „Generation Beziehungsunfähig“ herausholen und mit erhobenem Zeigefinger anmerken, dass sie so viele Gefühle nicht vertragen würden. „Ich bin beziehungsunfähig, das weißt du doch.“. Also jegliche Spuren von Liebe entfernen, um keinen allergischen Schock zu riskieren.

Ich will mehr love in the air

Wie soll das nur weitergehen? Müssen wir uns irgendwann an Beziehungen gewöhnen, die mit einem „Frei von Liebe“-Gütesiegel ausgezeichnet sind? Das ist doch alles Bockmist. Lass uns die Beziehungsunfähigen doch einfach aus ihrer eingebildeten, chronischen Krankheit herauszerren. Du nimmst die Arme, ich die Beine, und dann ab ins Loveboat mit den Patienten. Wenn es sein muss, beschmeiße ich die Zuschauer deiner Lesungen auch mit Herzchen-Konfetti. Es braucht endlich eine Medizin, denn „Generation Beziehungsunfähig“ ist leider nur ein Placebo. Lieber Michael, bitte lass mich nach zwei weiteren Jahren zurückblicken und sagen: Da hat sich was getan, da ist mehr love in the air.

Buchpremiere zu „Generation Beziehungsunfähig“ – Michael Nast verzaubert Berlin

Lange hatte ich darauf gewartet, gestern war es endlich soweit: Michael Nasts Buchpremiere zu „Generation Beziehungsunfähig“, stand vor der Tür. Ich hatte mich natürlich schon vorbereitet, und mein selbst gestaltetes Fanshirt angezogen.

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Der Michael Nast Virus

Zur Lesung begleitet wurde ich von drei männlichen Freunden, welche ich schon vor einiger Zeit mit dem „Michael Nast-Virus“ infiziert hatte. Es war klar, dass sie dort zur Minderheit gehören würden. Männer, die Michaels Texte lasen, waren eher rar. Kurz nach 18 Uhr trafen wir an der UdK Berlin ein. Eine tolle Location! Im Vorraum war genug Platz und es konnte sich mit Büchern und Getränken versorgt werden. Gerade als wir auf dem Weg zum Getränkestand waren, positionierte sich ein Kamerateam vor unserer Nase. Anscheinend schien ich durch mein Fanshirt prädestiniert dafür zu sein, mal ein paar Worte zum Michael zu sagen. Keine Ahnung, wann und wo das mal im TV zu sehen ist. Wenn ich ehrlich bin, muss ich es mir nicht anschauen, im Fernsehen sieht man ja immer so unvorteilhaft aus 😉 Langsam füllte sich der Saal und die Vorfreude stieg ins unermessliche. Die UdK als Location zu wählen, war eine tolle Idee! Die Akustik war top und sogar die Sitze waren bequem.

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Ein Paradies für Singlemänner

Über das Publikum kann man folgendes sagen: 80% junge Frauen, 20% Männer. Es waren mehr Männer anwesend als sonst, meist allerdings in weiblicher Begleitung. Wie viele davon „gezwungen“ wurden, kann ich leider nicht sagen. Die Masse an jungen Damen motivierte einen meiner Freunde, im Saal direkt tinder anzuschmeißen. Ob er vor Ort Erfolg hatte, weiß ich leider nicht. Alles in Allem war diese Lesung ein Paradies für Singlemänner! Hätte Mann es drauf angelegt, wären sicherlich einige Handynummern dabei rausgesprungen.

Kurz nach 20 Uhr betrat ein Herr die Bühne, der augenscheinlich nicht Herr Nast war. Es handelte sich um seinen Verleger, welcher ein paar einleitende Worte fand. „Generation Beziehungsunfähig“ befindet sich aktuell auf Platz 1 der Amazon Bestsellerliste! Außerdem ist es im Moment vergriffen, und muss nachgedruckt werden. Respekt! Nach diesen interessanten Infos, konnte es dann auch schon losgehen. Michael betrat unter tosendem Applaus die Bühne. Auf seinem Tisch befand sich wie immer das obligatorische Bier, welches aber erst später geöffnet werden würde. Ich habe schon mehrere Lesungen von Michael besucht und bemerkte schnell, dass heute etwas anders war. Der sonst so selbstsichere Michael Nast war nervös. Dazu kam, dass mit seinem Stuhl etwas nicht in Ordnung war und er somit direkt am Anfang der Lesung „ins Wanken“ geriet. Normalerweise immer zu Späßen aufgelegt, zog er diesmal sein Programm relativ strikt durch. Es gab wenig persönliche Einwürfe. Wer sollte ihm das verübeln? Da saßen 1400 Menschen vor ihm, die ihn mit großen Augen anstarrten. Dass er überhaupt so Pannenfrei durch die Lesung kam, hat Respekt verdient.

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Eine Weiterbildung in Sachen Liebe und Gesellschaft

Die Textauswahl war sehr gelungen. Nachdenkliche Texte wurden von amüsanten Texten abgelöst. Das Publikum ließ sich komplett auf Michaels Zeilen ein, und reagierte passend. Schallendes Lachen wechselte sich mit stillen Momenten ab, in denen man eine Nadel hätte fallen hören können. Das ist genau die Stimmung, die ich auf Michaels Lesungen so schätze. Man hat das Gefühl, dass sich in den Köpfen der Zuhörer wirklich etwas bewegt. Ich merkte es daran, dass meine Begleitung neben mir ganz unbewusst anfing zu nicken. Besonders tiefgründige Textpassagen wurden mit einem nachdenklichen „Hm…“ kommentiert. Es ist nicht einfach nur Berieselung, die auf Michaels Lesungen stattfindet, es ist eher eine Weiterbildung in Sachen Liebe und Gesellschaft.

Nachhall im Kopf

Sehr gefreut habe ich mich über einen Einwurf, den Michael am Ende der Lesung machte. Er würde den Abend mit dem Text „Der neue Mann“ beenden, da es am Ende einen gewissen „Nachhall“ im Kopf der Zuhörer braucht. Genau das, hatte ich ihm vor knapp einem Jahr mit auf den Weg gegeben, kurz bevor er eine Lesung in einem Berliner Hotel hatte. Mir persönlich ist es wichtig, dass man nachdenklich aus so einer Veranstaltung geht, dass sich etwas bewegt im Kopf. Das hat er erreicht! Auch wenn es durch die Massen an Menschen bedingt, eher unpersönlich war, hat es sich trotzdem gelohnt. Ich hoffe, dass es demnächst auch in Berlin wieder kleinere Lesungen geben wird! Es sind einfach viel mehr Emotionen die rüber kommen, wenn anstatt von 1400 Leuten, nur 200 oder 300 Leute im Raum sitzen. Aufgrund der Menschenmassen, habe ich es diesmal auch gelassen, mich für eine Signatur anzustellen. Diese Art der Massenabfertigung, ist nicht mein Ding. Ich schätze den persönlichen Kontakt zu Michael sehr, und möchte nicht für drei Sekunden und eine Unterschrift durchgereicht werden.

Michael Nast hat es geschafft

Als ich auf dem Heimweg meine Freunde fragte, wie sie die Lesung empfanden, schlug mir Begeisterung entgegen. Für zwei von ihnen war es der erste Liveauftritt von Michael. Ebenfalls kannten sie keinen der gelesenen Texte. Sie waren also relativ unbedarft und ließen sich auf diesen Abend ein. Einen Daumen nach oben, ein „es war wirklich ganz, ganz toll!“, so soll das sein! Das sogar von Männern zu hören zeigt, Michaels Texte sind mitnichten nur für die Damenwelt geeignet! Er erreicht eine so breite Zielgruppe, dass ich meinen Wunsch nach kleineren Lesungen, wohl begraben kann. Aber damit kann ich leben! Michael hat den großen Sprung geschafft. Vom eher unbekannten Kolumnisten, zu einem der gefragtesten Autoren Deutschlands. Hut ab, er hat es sich verdient.

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(Foto: Jan Grewe)