Kryptonit-Männer

Es gibt Männer, die sind für Frauen wie Kryptonit. Sind sie in der Nähe, hat man keine Kontrolle mehr. Man würde alles für sie tun. Sieht man sie, ist der erste Gedanke: Schnaps! Man hält es in ihrer Nähe nicht aus, außer man küsst sie oder schläft mit Ihnen. Sie sind der Grund, warum man sich für jede Party aufbrezelt, als besuche man eine Hochzeit. Allein die Möglichkeit sie zu sehen, reicht aus. Schnappatmung, weiche Knie. Man redet nur Mist. Man kommt nicht von Ihnen los, sie ziehen einen an wie ein Magnet.

Das Gefühl mit dem Kryptonit-Mann zu kommunizieren, oder ihn auch nur anzusehen, erinnert an ein Gefühl aus der Kindheit: ich stehe in einem Spielzeugladen und möchte genau dieses eine Lego haben.

„Nein Jule, geh weiter, das Lego ist nichts für dich, das ist auch viel zu teuer und du hast doch sowieso schon genug Spielzeuge“

In meiner Magengegend entsteht ein Druckgefühl,

„Ich will das aber haben, ich weiß doch, dass das genau das Spielzeug ist, mit dem ich bestimmt stundenlang spielen kann, bevor mir langweilig wird“.

Meine Eltern ziehen mich weiter. Ich schaue hinter mich und sehe, wie so ein doofes Kind nach meinem Spielzeug greift, es in den Wagen packt, und zur Kasse fährt. Mir schießen Tränen in die Augen, mein Magen krampft. Mein Spielzeug, vor dem ich schon Ewigkeiten stand, was einfach zu teuer war, was einfach nicht meins sein sollte. Ich heule ihm hinterher, eine Woche, zwei Wochen, Jahre später denke ich ab und zu an dieses Spielzeug zurück. Meine Augen fühlen sich feucht an, als hätte ich nie etwas anderes gewollt, als würde ich nie etwas finden, mit dem ich mehr Spaß gehabt hätte.

In meinen Träumen steht dieses Spielzeug ganz oben im Regal, bunt ausgeleuchtet, viele große Werbetafeln blinken. Ich komme nicht ran, ich bin zu klein, ich klettere am Regal hoch und rutsche immer wieder ab. Deprimiert gebe ich auf.
Meine Kryptonit-Männer reihen sich da mit ein. Ich kratze an der Fassade, möchte sie in meinen Einkaufswagen packen, zur Kasse gehen, bezahlen und sie für immer behalten.
Aber es wären nicht Kryptonit-Männer, wenn sie das nicht zu verhindern wüssten. Ab und zu werden welche als Leih-Objekte angeboten. Man muss sie nach dem Benutzen wieder zurück ins Regal stellen. Das ist zu Beginn eine super Sache. Man spielt ein paar Tage, und lebt in der Gewissheit, dass man sich das Spielzeug jederzeit ausleihen könnte. Kann man leider nicht. Der Wunsch sie zu besitzen wächst.

Man baut ein Regal, in das man die Objekte bei jeder Ausleihe stellt. Gut sehen sie aus, in meinem Regal. Vielleicht wird mal eines von ihnen nicht zurück gefordert, Fehler in der Datenbank oder so. Gefühle für Kryptonit-Männer sind andere Gefühle. Sie verzehren, sind extatisch. Ist das verliebt sein? Reine Begierde?

So sehr ich mich gegen meine Kryptonit-Männer wehre, ich schaffe es nicht. Ich werde immer wieder versuchen das Spielzeugregal hinaufzuklettern, und einen von Ihnen zu greifen. Ich stecke ihn in die Tasche, blicke nach Rechts, blicke nach Links, und renne aus dem Laden, ohne zu bezahlen.

16 Gedanken zu „Kryptonit-Männer

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