Just one more night

Nach einer tollen Nacht ist das Schlimmste was folgt, die Einsamkeit, wenn man alleine im großen Bett liegt und merkt, da fehlt etwas. Genauso geht es mir diese Nacht. Das ist ein Gefühl, als würde ein Puzzleteil fehlen. Ein Teil von einem Puzzle, was gestern noch vollständig war. Ich greife neben mich und merke, es ist niemand da, ich greife nach Luft. Irgendwas in mir zerreißt es, sobald ich daran denke, dass ich vor einigen Stunden noch eine warme Hand gegriffen habe.

Letzte Nacht hat der Ausspruch „Sag niemals nie“, an Bedeutung gewonnen. Ich war mit einigen Freunden verabredet, wir wollten in den Valentinstag feiern. Es war eine tolle Runde, meine Freundin und ich waren die einzigen Mädels unter vielen Männern, wir genossen die volle Aufmerksamkeit. In unserer Stammkneipe angekommen, wurde direkt das Tanzbein geschwungen. Die Stimmung kochte. Solange, bis die Herren auftauchten, die uns vor einer Woche noch so penetrant gefolgt sind. Da mein Freundeskreis in die Geschichte eingeweiht war, konnten sie ihre Aggressionen dem Herren gegenüber kaum zurück halten. Nach einer Lagebesprechung gingen mein bester Freund und sein Kumpel auf den Herren zu und „entsorgten“ ihn aus unserer Stammkneipe. Ich sah mir das Ganze von Weitem an und war beeindruckt, wie sehr der Beschützerinstinkt meiner Freunde angesprungen war. Mit dabei war auch ein Mann, über den ich auch schon einen Artikel verfasst habe (https://maennerundgefuehle.wordpress.com/2014/10/26/529/). Diesen Mann habe ich zeitweise gehasst, einfach weil er mich aus langer Weile gedatet hat. Mit der Zeit kamen wir aber wieder etwas besser miteinander klar. Als er den Typen aus der Bar warf, war ich tief beeindruckt. Ich kann nicht verleugnen, dass ich total auf Beschützer abfahre. Im Laufe des Abends tanzten wir miteinaner, schauten uns tief in die Augen und merkten, irgendetwas war heute anders als sonst.

Nach einer Weile nahm ich meinen Mut zusammen, und küsste ihn. Das Eis war gebrochen und wir kamen nicht mehr voneinander los. Dass ich nochmal in seiner Wohnung landen würde, da hätte ich um Geld gewettet, dass das nicht passiert.

Es war eine tolle Nacht, wir haben viel gelacht, gekuschelt, einfach genossen, jemanden neben uns zu haben. Aber dieser Mann ist gefährlich. Er hat so viel Charme, dass man sich schnell in ihm verlieren kann. Ich bin mir dessen bewusst, wehren ist allerdings fast zwecklos.

Da meine Freundin letzte Nacht so ziemlich das Gleiche mit einem sehr guten Freund erlebte, schlossen wir uns heute zusammen, um der Einsamkeit zu entfliehen. Schmachtend begossen wir die vergangene Nacht mit dem ein oder anderen Bier. Die Einsamkeit stieg immer höher und wir konnten es uns nicht verkneifen, den Herren zu sagen, dass wir sie vermissten.

Die Nacht nach so einem Erlebnis ist Qual. Es fehlt etwas, es fehlt jemand! Das Gefühl in einem Arm einzuschlafen und wieder aufzuwachen ist fast nicht zu toppen. So sitze ich nun hier und möchte nicht ins Bett gehen, weil er fehlt. Please give me just one more night.

2 Kommentare

  1. Haben sich denn eure Herrenbekanntschaften wieder bei euch gemeldet? Beruhte das Vermissen auf beiden Seiten? Ich frage mich gerade, ob du mehr das Gefühl vermisst, neben einem Mann im Bett zu liegen oder doch eher die Gewissheit einen gleichberechtigten Partner an deiner Seite zu haben. Du musst doch nicht traurig sein, wenn du nach einer tollen Nacht zuhause allein schläfst 🙂 Genieße den Augenblick. Und wenn eines Tages ein Mann kommt, der genauso sich nach einem dauerhaften Paar- und Bettgenossen sehnt, dann um so besser. Aber traurig musst du jetzt nicht sein.

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