Einsamkeit

Das Gefühl der Einsamkeit ist zermürbend. Am Anfang genießt man die Abgeschiedenheit, die Möglichkeit nachzudenken. Nach einigen Tagen, so geht es zumindest mir, fällt einem die Decke auf den Kopf. Ich kann das im Moment sehr gut nachfühlen, da ich seit ca. einer Woche krank geschrieben bin. Noch 4 Tage habe ich vor mir. Zusätzlich habe ich auch noch Sprechverbot bekommen. Natürlich kann ich das nicht konsequent durchziehen, aber allein die Möglichkeit viele Stunden am Tag einfach nur dazusitzen und nachzudenken, ist interessant.

Heute saß ich bei Traumwetter auf meiner Terrasse in der Sonne und tat nichts, las kein Buch, hatte keine Musik an, nichts. Einfach nur ich und die (relativ laute) Welt da draußen. Man glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man einfach nur nachdenkt.

Für eine gewisse Zeit geht das alles, aber irgendwann macht sich die Einsamkeit breit. Einsamkeit ist ein Gefühl in der Bauchgegend, dass irgendetwas fehlt. Oftmals wird dieses Gefühl durch Essen, Sport oder anderweitige Ablenkung kompensiert. Fehlt diese Ablenkung, wird schmerzlich bewusst, dass man allein ist.

Man kocht für zwei, isst aber doch allein. Auf der Couch greift man sich ein Kissen oder Kuscheltier, damit man etwas im Arm hat.

Lange Zeit nach meiner Trennung habe ich es genossen, mich nur um mich selbst kümmern zu müssen. So langsam merke ich, dass ich mir nicht genug bin. Der Platz neben mir ist frei, er ist nicht nur frei, er ist leer.

3 Gedanken zu „Einsamkeit

  1. Busserl&Brezn sagt:

    Sehr schön geschrieben! Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, weil ich gerade in einer ähnlichen Situation bin. Ich wünsche dir, dass der Platz neben dir bald wieder besetzt ist!

  2. waldstern sagt:

    Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. Genesis, 1. Mose 2,18.

    Schon komisch, man kann nicht zu zweit und man kann nicht alleine.

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