Die Eine, die immer lacht – auch wenn es nichts zu lachen gibt

Sich von etwas zu verabschieden, ist selten leicht. Sich von einem Menschen zu verabschieden, ist doppelt schwer. Eine Trennung bedeutet immer Veränderung. So wie sich das Leben durch die Beziehung gedreht und gewendet hat, fühlt es sich nach einem Schlussstrich irgendwie verschoben an. Niemand geht eine feste Bildung ein, ohne zu Beginn daran zu glauben, das große Glück gefunden zu haben. Es sind die Hoffnungen, die die ersten Wochen und Monate so magisch machen. Man beginnt die Zukunft zu planen, fühlt sich endlich wieder vollständig. Was zuvor so schwer schien, fühlte sich nun federleicht an. Diese Leichtigkeit lässt einen wie auf Wolken durch den Alltag tanzen. Doch je höher man springt, desto schmerzhafter ist der Fall. Wie ein Wasserglas, welches klirrend auf dem Boden zerschellt, zerbrechen Hoffnung und Träume in Tausend Teile. Am Ende kehrt man zusammen, was vorher noch eine vollständige Welt war. Kleine Einzelteile, Splitter zweier Leben, die nicht mehr zusammen gehören.

Es ist die Niederlage, welche besonders schmerzt. Hatte man doch gehofft, endlich mal auf der Seite der Gewinner zu stehen. Doch jede einzelne Scherbe am Boden schreit einem den Verlust entgegen. Die Vernunft flüstert: Es war richtig so! Die Gedanken stimmen ein und erinnern an die Hoffnungslosigkeit des versuchten Glücks. Doch das Herz weint. Es sieht sich um das betrogen, was es so sehr genossen hatte. Ein Leben welches auf zwei Pfeilern stand, verlor das Gleichgewicht und wackelt nun nur noch auf einem Bein. Fester Boden unter den Füßen weicht einer wabbeligen Masse, auf der es sich nur mit Glück Halt finden lässt. Manchmal habe ich Angst, das Gleichgewicht nicht mehr zu finden. Werden da doch wieder die Männer kommen, die mich auf den Boden der Tatsachen schmeißen. Mein kleines Herz war gerade wieder dabei sich zu erholen und einen Normalzustand zu erreichen. Ich wickle es einfach ein. Mit Panzertape, damit es nicht auseinander bricht. So viele Schichten, bis auch das schärfste Messer es nicht mehr erreichen kann. „Sie ist die Eine, die immer lacht“, sang schon Kerstin Ott. Sie wusste was zu tun ist. Weiterlaufen, nicht umdrehen, Blick voraus. Das Panzertape wird schon zusammenhalten, was so oft zu zerfallen droht. „Unüberbrückbare Differenzen“ ist schließlich der Topseller unter den Trennungsgründen, also einfach mal nicht so anstellen, oder? Wir sind doch erwachsen, wir machen einfach weiter. Einen Schritt vor den anderen gehen und versuchen, den Scherben auszuweichen.

I’m sad, but at the same time I’m really happy that somethin‘ could make me feel that sad. It’s like, it makes me feel alive, you know? It makes me feel human. And the only way I could feel this sad now is if I felt somethin‘ really good before. So I have to take the bad with the good, so I guess what I’m feelin‘ is like a beautiful sadness. I guess that sounds stupid…“ – Butters aus Folge 714 South Park

Ein Gedanke zu „Die Eine, die immer lacht – auch wenn es nichts zu lachen gibt

  1. rational sagt:

    Ich wünsch‘ Dir, dass Du trotzdem irgendwann zurückblicken kannst auf die innigen und tollen Momente, die ihr hattet und nur der Trennungsschmerz verblasst.
    Irgendwann ist es immer vorbei, leider konzentrieren wir uns viel zu sehr auf das negative Ende als auf die schöne Zeit davor.

    Ich kann Dich verstehen.

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