So wird aus „Was machen wir da eigentlich?“ eine Beziehung

„Was machen wir da eigentlich?“, wie oft habe ich mich das gefragt, als ich zwischen Kennenlernen und Beziehung stand. Warum Alltag, Verantwortung und die Familie wichtige Faktoren sind an denen man erkennt, was das denn da ist, das man mit einem anderen Menschen hat, lest ihr in meinem neuen Artikel auf beziehungsweise-magazin 🙂 

So wird aus „Was machen wir da eigentlich?“ eine Beziehung

Nicht sicher, ob es eine Affäre oder die große Liebe ist? Woran merken Die, dass Sie eigentlich bereits eine Beziehung führen? Jule Blogt kennt drei sichere Verhaltensweisen.

Source: www.beziehungsweise-magazin.de/ratgeber/partnerschaft-beziehung/so-wird-aus-was-machen-wir-da-eigentlich-eine-beziehung/

​Dancing in the rain – Les Bummms Boys unplugged

Ist man einmal nach einer feucht fröhlichen Nacht zusammen mit einer Band vom Barhocker gefallen, wundert es nicht, dass diese 5 Jungs sich schnell in mein Musikliebhaberherz schlichen. Als ich erfuhr, dass eben diese Musiker wieder in der Stadt sein würden, war eines klar: hin da und mitgefeiert. Als Headliner des diesjährigen Campus Festivals der Universität Potsdam, sollten Les Bummms Boys die Massen zum Kochen bringen.

Die Wettervorhersage für den Tag, an dem wir uns wiedersehen sollten, sah jedoch besorgniserregend aus. Die Regenkarte kündigte direkt zum Konzertbeginn einen heftigen Regenguss an. Als das erste Unwettergebiet am Nachmittag durchzog, hatte ich damit gerechnet, dass es das nun gewesen sein sollte, mit dem feuchten Nass. So schnappte ich mir meine beste Freundin und machte mich auf zu den Jungs, die extra den langen Weg aus Rostock angetreten hatten.

Tick tack, tick tack, pitsch patsch, pitsch patsch

Trotzdem der Platz vor der Bühne aufgrund des Wetters eher spärlich gefüllt war, ließen sich die Bummmsis, wie wir sie liebevoll getauft hatten, nicht demotivieren. Voller Elan griffen sie zu ihren Instrumenten und schon nach dem ersten Takt war klar: das wird eine fette Party. Vor der Bühne wurde gehüpft, gewippt und mitgesungen. Tick tack, tick tack, schallte es aus den Boxen, als die ersten Regentropfen die Tanzfläche erreichten. Der Blick in den Himmel verhieß nichts Gutes. Die Wolken waren regelrecht tief schwarz und zeigten in aller Dramatik, was da gerade auf uns zurollte. In der Ferne zuckten Blitze. Ob sie das Konzert nun abbrechen würden? Nein, natürlich nicht. Der Regen nahm zu und die Tänzerinnen und Tänzer, die vor lauter Bewegungswärme schon langsam die Regenjacken wieder auszogen, genossen jeden einzelnen Tropfen. “Was für eine grandiose Stimmung!”, rief mir meine Begleitung zu. Wie recht sie doch hatte. Ich war nie Fan von Festivals oder Konzerten, die aufgrund von Regen zu einer Schlammschlacht mutierten, aber ganz ehrlich: hat gefetzt.

Über uns Weltuntergang, unter uns ein See

Es waren gerade einmal 4 Lieder gespielt, als der Wettergott plötzlich eine große Gießkanne über uns ausschüttete. Der Regen flog waagerecht und die Sicht war von einer auf die andere Sekunde unter einen Meter gesunken. Ich versuchte mit meiner Freundin unseren Schirm so zu positionieren, dass die nassen Tropfen uns nicht erwischten. Erfolglos. Innerhalb von 5 Sekunden waren wir nass bis auf die Knochen. Wir hörten, wie sich langsam Chaos breit machte. Geistesgegenwärtig rannten wir in Richtung Bühne und quetschten uns unter das Technikzelt. Die Bummms Boys versuchten währenddessen verzweifelt ihre Instrumente in Sicherheit zu bringen. Wie ein Wasserfall ging der Regen aber auch auf die Bühne nieder. Unter unseren Füßen bildete sich zusehends ein kleiner See, sodass unsere Schuhe einem vollgelaufenen Boot glichen. Untergegangen war anscheinend auch die Technik, so dass nun auch die Lichter den Geist aufgaben. „Alle runter vom Platz!“, brüllten die Veranstalter, nachdem die Blitze nur gefühlte Meter neben uns niedergingen.  Durch Schlamm und Matsch rannten wir in das nahe gelegene Vereinsgebäude. Auch die Bummmsis suchte dort nach Unterschlupf. Im Vorraum der Umkleidekabinen machte sich Ratlosigkeit breit. Den Versuch zu wagen ein anderes Gebäude zu erreichen, war zwecklos. Wir wären vermutlich entweder durch den Schlamm gerutscht, oder gleich in einer Pfütze ertrunken. Doch plötzlich kam Bewegung in die nasse Menschenmenge. Die Bummmsis gaben sich nicht mit ihrem kurzen Bühnenbesuch zufrieden, sie wollten mehr.

Ein Abend, von dem wir noch unseren Enkeln erzählen werden

Zwei Stühle, die noch nassen Instrumente in der Hand und fertig war die Unpluggedbühne. Unter tosendem Applaus stimmten sie das erste Lied an. In diesen knapp 30 m² Vorraum ergab sich eine Akustik, die ich nur von großen Konzerten kannte. Das Klatschen des Publikums, die anpeitschenden Pfiffe, und das Singen im Chor, entwickelten eine Dynamik, die eher einer großen Konzerthalle mit 1000 Gästen angemessen war. Während die Bummmsis bewiesen, dass sie auch ohne Strom grandiose Hits schmettern konnten, holten immer mehr Zuschauer ihre Telefone heraus. Dieses Erlebnis musste für die Nachwelt festgehalten werden. Auch ich stand wie hypnotisiert kopfschüttelnd vor der improvisierten Bühne. Ich habe schon einige Konzerte besucht, aber so eine Stimmung war mir neu. Plötzlich war es egal, wie durchnässt wir waren, wie unangenehm unsere Klamotten an uns klebten, wichtig war der Moment. Als Sänger Stephan zu “I just call…to say….I love you…”, einsetzte, war es endgültig um das Publikum geschehen. Hinter uns tanze ein verliebtes Paar, vor uns wurde geknutscht. Ich hielt meine beste Freundin im Arm und wir versprachen uns, diesen Abend nie wieder zu vergessen. So gut wir konnten sogen wir die Eindrücke dieses Auftrittes ein. Als sich das Wetter beruhigt hatte und wir den Heimweg antraten, waren wir immer noch wie elektrisiert, so als hätte sich der Beat der Musik direkt in unsere Herzen gespielt. Danke liebe Bummmsis! Danke für eure Spontanität, danke für diesen grandiosen Abend, von dem wir auch noch unseren Enkeln erzählen werden.

 

Das Glück ist manchmal nur eine Hausecke entfernt – Warum dir dein zukünftiger Partner regelmäßig über den Weg läuft

Vielleicht bist du heute auf dem Weg zur Arbeit an deiner großen Liebe vorbei gelaufen und hast es gar nicht gemerkt. Klingt unrealistisch? Ist es ganz und gar nicht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Beziehungen innerhalb von wenigen Kilometern Luftlinie -sozusagen in der Nachbarschaft- ergeben, ist ziemlich hoch. Wer jetzt überlegt welche Menschen alles in der Umgebung wohnen und zu dem Schluss kommt, dass definitiv kein Partner-Potenzial dabei ist, sollte genauer hinschauen.

Auf dem Arbeitsweg mal eine Strichliste machen

Wir gehen tagtäglich so blind durch unseren Alltag, dass wir allerhöchstens das Gesicht unserer Nachbarn kennen, die ständig unsere Pakete annehmen. Schon einmal gezählt wie vielen Menschen du begegnest, während du auf dem Weg zum Einkaufen oder zur Arbeit bist? Das sind mehr als man im ersten Moment denkt. Wer in einer Großstadt lebt, hat als junger Mensch besonders gute Chancen an der nächsten Ecke auf die Liebe seines Lebens zu treffen, denn die Stadtbevölkerung ist überdurchschnittlich jung und vor allem: Single! Schon jeder zweite Haushalt in den Ballungsgebieten ist ein Singlehaushalt. Schaue ich mir mein Wohnhaus an, kann ich diesen Wert sogar übertreffen. Knapp 70 % der Bewohner hier leben allein, wenn man von Haustieren wie Hund und Katze absieht.

Aus meinem Freundeskreis war jeder schon in einen “Nachbarn” verliebt

Wer mir jetzt immer noch nicht glaubt, dass das Glück ganz nah sein könnte, dem möchte ich von meinen Erfahrungen erzählen. Ich lebte über mehr als ein Jahr 500 Meter Luftlinie von dem Mann entfernt, in den ich mich später verliebte. Mein Lieblingsmann braucht zu Fuß 5 Minuten bis an meine Haustür, wenn er trödelt. Wir sind uns vorher nie aufgefallen, weder beim Einkaufen, noch in der S-Bahn, mit der wir lange Zeit fast zeitgleich unseren Arbeitsweg bestritten. Und mein jetziger Freund war nicht der erste “Um die Ecke-Mann” meines Lebens. Durch Datingapps wie tinder ist es plötzlich kinderleicht Menschen kennenzulernen, die sich im direkten Umfeld befinden, Ortungsfunktion sei dank.

Ein langer Pendelweg schadet der Liebe

Welche Vorteile ein kurzer Weg zum Partner hat, wurde mir in meiner Beziehung schnell bewusst. Mal fix vorbeikommen, wenn einem danach ist, das habe ich mir früher zweimal überlegt, als ich dafür noch in Bus und Bahn steigen musste. Lebt der Partner weiter weg, sind Besuche oft mit längeren Aufenthalten verbunden, um die Pendelzeit nicht allzu oft auf sich nehmen zu müssen. Das lange aufeinander hocken und die fehlende Zeit für sich selbst führt nicht selten dazu, dass solche Beziehungen erst gar nicht richtig in Gang kommen.

Die Medaille hat immer zwei Seiten

Einen Nachteil hat die räumliche Nähe übrigens doch: geht so eine Beziehung auseinander, ist die Chance hoch, sich doch ab und zu beim Einkaufen über den Weg zu laufen. Ein guter Freund drückte dieses Problem sehr passend aus: “Ich suche mir nie wieder eine hier im Stadtteil, ich veranstalte schon jetzt einen Spießrutenlauf, um den Ex- Damen nicht über den Weg zu laufen.”. Liebe ist immer eine Chance, aber auch ein Risiko. Zur Not gibt es ja immer noch eine Möglichkeit: Umziehen. Und wer weiß, vielleicht zieht es einen genau in die Ecke der Stadt, an der sie schon wartet, die zukünftige große Liebe.

 

Warum verlieben sich nette Männer so gerne in Psychopathinnen?

„Am Anfang schien sie noch ganz normal.“ – wie oft habe ich das von Männern gehört, die partout nicht merken wollten, dass sie eine Psychopathin an ihrer Seite hatten. Was ist es, dass die Herren so blind für das Augenscheinliche macht?

Ich mag nette Männer. Ich mag die Jungs, die mir die Tür aufhalten, mich zu einem Getränk einladen, und sich wirklich für meine Gefühle interessieren. Geht es nach mir, sind das die Männer, mit denen man ein ganzes Leben verbringen könnte. Sie sind  nicht die großen Helden, die sich nach dem Sieg über einen Drachen auf die Brust klopfen, aber sie können guten Rotwein von schlechtem unterscheiden. Eines wurde mir jedoch schmerzlich bewusst: Solche Männer interessieren sich nur für Frauen, die so richtig einen an der Waffel haben. Frauen, die als Hobby „mein Therapeut“ angeben könnten.  Den Herren ist zu Beginn einer Beziehung jedoch gar nicht bewusst, was für eine Dame sie sich da wieder geangelt haben.

„Am Anfang schien sie noch ganz normal. Da präsentiert doch eh jeder nur die guten Seiten seiner Persönlichkeit“, erzählte mir ein Leser, mit dem ich mich spontan zu einem Bier verabredet hatte.

Psychoterror, Polizeinotrufe, das alles unter dem Deckmantel der Liebe

Die Geschichte, die daraufhin folgte, ließ mich schlucken. Ich hörte die Erzählung über eine komplett verkorkste Beziehung. Psychoterror, Polizeinotrufe und Vertrauensbrüche säumten den Liebesweg dieser zwei Menschen. Ich konnte nichts anderes tun als zu nicken, da mir die Worte fehlten. Ständig gingen mir die gleichen Dinge durch den Kopf: „Wer macht so etwas mit? Und warum? Warum ist er nicht einfach gegangen?“. Nachdem mir mein Gegenüber ausführlich erklärt hatte, welche psychischen Störungen seine Ex-Freundin aufwies, konnte ich mich langsam aus meiner Gedankenwelt lösen.„Es gab auch gute Momente!“, ließ mich dann richtig aufschrecken. Dieser Satz kam mir irgendwie bekannt vor. Wo hatte ich ihn schon einmal gehört? Heimlich kramte ich in der Erinnerungsbox meines Gehirns, bis ich einen Treffer landete. Ich dachte an Mathias.

„Es gibt auch gute Momente!“

Mathias ist ein sehr guter Freund von mir, der mir zum ersten Mal klar machte: Auch Männer können blind vor Liebe sein. Das Herzblatt, welches er seit einigen Monaten seine Freundin nannte, war komplett wahnsinnig. Ramponierte Türen und blaue Flecken waren nur einige Symptome, die sich durch die Beziehung schleppten. Warum er sich das alles antat, fragte ich ihn jedes Mal wieder, während er mir die neuesten Horrorgeschichten seiner Beziehung erzählte.„Es gibt auch gute Momente!“, antwortete er mir zurückhaltend. Ja, es waren die Momente, in denen alles nach der Nase seiner Freundin lief. Die Momente, in denen das Geld locker saß und er nur nickend neben ihr her lief. Ein besserverdienender Hund sozusagen. Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. Am liebsten hätte ich diese Frau an den Haaren aus der gemeinsamen Wohnung gezogen. Doch er hätte sie festgehalten. Irgendwas an ihr trug dazu bei, dass er sie nicht gehen lassen wollte.

Helfersyndrom, oder was?

Aber was ist es, das diese Männer an den Frauen finden, die eigentlich in eine psychologische Anstalt gehören?„Helfersyndrom, oder was?“, entfuhr es mir, als mein Leser kurz mit seinen Erzählungen pausierte, um sich einen Schluck Rostocker Pils zu genehmigen. Er schaute mich stumm an, so als hätte ich ihn bei irgendetwas erwischt.„Helfersyndrom? Da könntest du Recht haben.“, entgegnete er mir. Bis dahin dachte ich, dass vor allem Frauen unter dem sogenannten „Helfersyndrom“ leiden würden, aber anscheinend ist es nicht auf ein Geschlecht beschränkt.„Ich fand es gut, dass ich ihr helfen konnte. Ich habe ihr Leben irgendwie besser gemacht.“, erkannte mein Gegenüber. Er hatte sich einfach gut dabei gefühlt, etwas für einen Menschen tun zu können, der sich selbst nicht mehr zu helfen wusste. Dass er dadurch nicht nur viel Energie, sondern auch Freunde und Geld verlor, machte sich erst zum Schluss bemerkbar. Die Hoffnung, dass die Hilfe zum gewünschten Ziel, einer stabilen und glücklichen Beziehung führen würde, war einfach zu stark.

Bedingungslose Liebe, aber nur unter der Bedingung dass…

Warum sich diese Männer nicht einfach aus der Beziehung gelöst haben, um eine Frau zu finden, die weniger Energie kosten würde? Die psychisch gestörte Freundin hat ihnen, auch wenn man es nicht glaubt, etwas zurückgegeben. Solange diese Herren den Wünschen der Frauen entsprochen haben, wurden sie mit Liebe überschüttet. Mein Bierdate erwähnte, dass er vorher noch nie so geliebt worden war. Von einem Menschen intensiv geliebt zu werden, seien es auch nur kurze Momente, kann wie eine Droge wirken. Das Gefühl gebraucht zu werden und der Mensch zu sein, auf dem eine andere Person ihr Leben aufbaut, scheint die Bindung daraufhin noch weiter intensiviert zu haben. Das kann ich sogar nachvollziehen. Vielleicht haben diese Männer vorher nie eine Beziehung führen können, in der Liebe im Spiel war? Sie haben möglicherweise nicht gelernt wie es sich anfühlt, bedingungslos geliebt zu werden. Wir können schließlich nur auf unseren Erfahrungen aufbauen. Erst durch sie wissen wir, was gut oder schlecht für uns ist. Ich habe lange überlegt, wie ich Männern helfen könnte, die immer wieder an psychisch gestörte Frauen geraten. Es war ein deprimierender Schluss, zu dem ich kam: Man kann ihnen nicht helfen. Solange sie nicht selbst erkennen, dass die Frau an ihrer Seite nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Partner zerstört, kann man reden und Ratschläge geben, bis man blau anläuft. Das Schlimme ist, dass psychisch gestörte Frauen nach einer Beziehung oftmals psychisch gestörte Männer hinterlassen, welche anschließend an nette Frauen mit Helfersyndrom gelangen. Es ist ein Teufelskreis.